Stilstand

If your memory serves you well ...

Zur Versachlichung:

Staerke

Mit anderen Worten: Kaum ein anderes europäisches Land ist derzeit so weit von ‚faschistischen Tendenzen‘ entfernt, wie gerade die Ukraine …

12 Kommentare

  1. … und kein anderes euroopäisches Land behandelt seine Minderheit so gutmenschlich.

  2. Nö, da haben sie tatsächlich Defizite. Sie haben derzeit sogar etwas gegen Ausländer, vor allem gegen Tschetschenen.

  3. Tschuldigung, ich vergaß: Tschetschenen sind ja Untermenschen. Wir Roten (siehe Grafiken) dürfen wieder ruhig schlafen und Stilstands Märchenstunden lauschen …

  4. Soso – Tschetschenen sind in deinen Augen also Untermenschen. Naja, wenn du das meinst …

  5. Zur Versachlichung:

    Wie hoch ist der Anteil, der Menschen, die Kim Jong Un wählen würden (Zahlen alle ausgedacht)?
    0.1% Australien
    0.0001% Nordkorea
    0.3% Rußland
    0.5% Südkorea
    1.6% Tadzhikistan
    2.7% Usbekistan

    Wie man sieht, ist kein Land weiter entfernt von „stalinistischenTendenzen“ als ausgerechnet Nordkorea.

    apropos:
    1. Ich zähle Ljaschkos „Radikale Partei“ zu den Rechtsextremen,
    2. Die NPD oder gar die AfD mit dem Rechten Sektor zu vergleichen, wäre etwa so ähnlich, wie Gregor Gysi mit Nicolae Ceausescu zu vergleichen,
    3. Es herrscht in der Ukraine im Gegensatz zu Deutschland, wo die Menschen sich genau überlegen, in welchem Kontext sie das Wort „Autobahn“ benutzen dürfen, einen rechtsextremen, völkischen common sense in den von den Oligarchen beherrschten Medien,
    4. Zu den wirklichen echten (meine ich ehrlich!) Verdiensten zählt die Wiedereinsetzung der Verfassung aus dem Jahre 2004, die jedoch, wie es sinnvoll wäre, die Macht des Präsidenten auf ein geringes Maß beschränkt. Das bedeutet aber auch, daß am 25. Mai sich nur wenig geändert hat.
    5. Es gibt einen Unterschied zwischen realer und formaler Macht. Das gilt gerade für einen so schwachen, verrotteten Staat wie die Ukraine.
    6. … 7. … etc. etc.

  6. Ach Gott – wo schon Svoboda und Yarosh und Timoschenko aus dem Rahmen eures Feindbildes mangels Masse rausgefallen sind, muss jetzt der Ljaschko für euch den Klapskalli spielen? Aber ich gebe dir zu – der Ljaschko bekam bei der Wahl sicherlich einen ‚Maidan-Bonus‘ für seine couragierten Auftritte dort, ebenso wie der Poroschenko übrigens.

    Was er so sagt, lässt sich ja nachlesen, faschistisches Gedankengut finde ich da nicht, eher redet er über die Bandidos im Osten so wie Helmut Schmidt einst über die RAF. Das muss man nicht mögen, mehr als ‚klare Kante‘ ist es aber auch nicht, und an die Fakten hält er sich – anders als ‚Russia Today‘ – ja auch …

    Mit der Verfassung 2004 gebe ich dir übrigens recht, noch besser wäre es, wenn der Präsident ganz und gar ein Geschöpf des Parlamentes würde, wenn also die reale Macht beim Regierungschef läge. Die Verfassung, die sich zur Zeit in Arbeit befindet, tendiert wohl auch in diese Richtung. Präsidialsysteme sind immer Mist, ob in Russland, der Ukraine oder den USA.

    Nebenbei – ich habe weder die AfD noch die NPD erwähnt, sondern allenfalls FN, Folkeparti und FPÖ. Den ‚Rechten Sektor‘, vorher eine Art ‚Schwarzer Block‘ des Maidan, den gibt es doch überhaupt erst seit dem März 2014 als Partei: „Am 7. März 2014 kündigte der Prawyj Sektor an, die Gruppe plane, sich in eine politische Partei umzuwandeln. Dmytro Jarosch werde bei der Präsidentschaftswahl am 25. Mai 2014 kandidieren. In Zusammenhang mit seiner Präsidentschaftskandidatur erklärte Jarosch, seine Organisation werde Antisemitismus … mit sämtlichen rechtlichen Mitteln bekämpfen. In einem Interview mit dem Sender Jewish News One bekräftigte Jarosch ebenfalls die Ablehnung von Antisemitismus durch den Prawyj Sektor.“ Insofern ist der ‚Rechte Sektor‘ tatsächlich nicht mit der NPD zu vergleichen – aber was soll’s, die haben beide jetzt eh fertig.

  7. Nun ja, Antisemitismus ist keine notwendige Bedingung für Rechtsradikalismus, sonst wäre ja Breivik nicht rechtsradikal. Deren Antiantisemitismus stellt eher eine Projektionsleistung dar, sehr zum Gefallen zionistischer Zeitungen, denen Jarosch Interviews gibt. Und gegenüber Jarosch halten ich die Madame LePen zwar für häßlich, aber schon so etwas wie eine Chorsängerin in der Kirche. Sie ist auch eher das häßliche Spiegelbild Europas mit seiner Finanzkrise, dem Militarismus, der neoliberalen Asozialität etc. Diese häßlichen Erscheinungen sind ja das Werk ehrenwerter Europäer wie Martin Schulz, all den hochmoralischen, in der Ukraine und auf dem Balkan phantastische antifaschistische Projektionsleistungen vollbringenden Grüne.

  8. Nun ja – ich achte auch eher auf die Funktionsstellen, die durchaus nicht immer mit ‚den Juden‘ besetzt sein müssen – das ist nur die traditionale Variante. Unabdingbar ist aber immer eine ‚überlegene Rasse‘ mit einem biologisch fundierten Rassekonzept, das auf Blut und Erbgut setzt, du brauchst einen ‚Großfeind‘, der angeblich alle Übel dieser Welt fingert (der kann dann Islam, Judentum, oder Großkapital heißen), du brauchst das Führerprinzip und die Verachtung der Demokratie (einer soll ‚per Charisma‘ entscheiden) und letztlich musst du ‚den Kampf‘ und ‚die Männlichkeit‘ verherrlichen auf immerdar, und ‚die Masse‘ musst du verachten, allenfalls ist die noch gut für ‚Aufmärsche‘. Süsswoll – und schon sind auch so einige Rechtsradikale ’strukturfaschistisch‘, von denen man das gar nicht gedacht hätte.

  9. Applaus Herr Jarchow – Die Grafik hat bewiesen, daß es keine Faschisten, Ultritratrullallanationalisten, rechts mobbenden Straßensektor ( sind jetzt Nationalgardisten ) in der Ukraine mehr gibt. Der Tor geht natürlich, sobald er seine Schuldigkeit getan hat. Sonst gilt das Sprichwort ja nicht. In Deutschland gibt´s auch keine Nazis mehr, weil die NPD nur 1% bei der Europawahl bekommen hat. Bei ihnen im Norden ist ja nicht soviel Wald, sonst müßten sie es eigentlich pfeifen hören.

  10. Tscha, ihr Illusionisten, wenn’s an einem Ort keine Gefahren gibt, dann zaubert ihr euch welche. Guck dir zur Abwechslung doch mal die andere Seite an. Bis hin zum Hitlergruß findest du dort alles, was den kleinen Faschisten kenntlich macht.

    Bei euch frage ich mich immer, welches Kaninchen ihr als nächstes aus dem Hut holt. Vielleicht die ‚internationale Freimaurer-Verschwörung‘?

  11. Dürfte ich dann die Antwort erfahren, wie sie persönlich die „tatsächlichen Defizite [..] gegen Ausländer, vor allem gegen Tschetschenen“ beurteilen?

  12. ‚Defizite‘ haben niemals ‚Ausländer‘, sondern allenfalls Individuen. Wenn ein devotes Individuum, wie der Kadyrow, einen autokratischen Terrorstaat im russischen Machtbereich etablieren darf, dann benötigt er für diesen Terror eine Reihe von charakterlich verkommenen und skrupellosen Individuen, die für ihn die nötige Drecksarbeit erledigen. Solche Leute finden sich übrigens in allen Ländern und in allen Gossen (s. bspw. Nationalsozialismus oder KBW). Der Anteil potentieller Sadisten oder anderswie empathiebefreiter Menschen wird in jeder Gesellschaft auf zehn Prozent geschätzt. Dass diese Leute aber systematisch belohnt, herangezogen und privilegiert werden, das ist dann die Eigenart solcher Regimes – wie in einer Westernstadt stützt sich die Herrschaft auf Gewalt und ‚Revolverhelden‘.

    Der Volksmund nennt diese Terrortrupps im konkreten Fall dann kurzerhand ‚die Tschetschenen‘, obwohl es sich nur um eine relativ kleine Gruppe ums Vostok-Batallion herum handelt, es ist also eine militärische, aber keine ethnische Gruppe, die sich auch durch keinerlei staatliche oder humane Gesetze beschränkt glaubt. ‚Dem Mann auf der Straße‘ erscheinen sie aber als ethnische Gruppe, durch die gemeinsame Nationalität statt durch den Charakter verbunden. Und ihr konkretes Handeln schreibt er dann einem ‚Nationalcharakter‘ zu – so wie die Kriegsverbrechen der deutschen Militärführung im Ersten Weltkrieg alle Deutschen in ‚Hunnen‘ verwandelte, zumindest in belgischen und französischen Augen.

    Faktisch und oft genug handelt es sich einfach nur um den gesellschaftlichen Bodensatz eines beliebigen Terrorstaats. Das, was da in den Straßen von Donezk jetzt herumballert, dass sind eben nicht nur Tschetschenen, sondern unter anderem auch Desperados aus Ossetien, Dagestan, Russland, Transnistrien oder Berg-Karabach – nach dem jedenfalls, was die Leichenschau so ergibt. Nur Ukrainer sind seltsamerweise in der absoluten Minderzahl … und das Ziel solcher Terrortrupps ist nicht die ‚Befreiung der Ostukraine‘, sondern ‚Beute‘ … und sie wollen jeden Tag ‚Bargeld auf die Kralle‘, denn das Leben als Söldner ist meist kurz. Ob dieses Geld nun aus Moskau oder von Janukowitsch kommt, ist ungewiss, von der ‚People’s Republic‘ kommt es sicherlich nicht.

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