Stilstand

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Welches Schweinderl darf’s sein?

Verkehrsminister löst wilde Spekulationen aus“ – mit dieser Headline macht die ‚Süddeutsche‘ derzeit ihr Online-Portal auf. Vorangegangen war ein Bericht in der ‚Berliner-Frankfurter-Zeitung-Rundschau‘, wonach der Verkehrsminister Hermann gesagt haben soll, dass die Bahn den Stresstest für Stuttgart 21 „wohl irgendwie bestehen“ würde. Der Minister dementierte prompt:

Sein Sprecher sagte sueddeutsche.de, ein entsprechendes Interview der beiden Zeitungen mit dem Minister habe „nicht stattgefunden“, die zitierten Aussagen seien „nie gefallen“. Berichte über einen möglichen Ausgang des Stresstests seien momentan „reine Spekulation“.

Qualitätsjournalistisch liegt der Fall für mich jetzt so: Eine der beiden Seiten schwindelt, welche dies aber ist, das ist für jedermann derzeit noch völlig unentscheidbar; das Ergebnis des Lügendetektors bleibt abzuwarten. Korrekterweise hätte die Headline folglich lauten müssen:

„Verkehrsminister oder Medien lösen wilde Spekulationen aus.“

Von mir aus auch, weil’s stilistisch einfach besser klingt: „Spekulationen um Stresstest“. Einem Journalisten aber kommt es nur selten in den Sinn, dass der Ball auch mal im eigenen Strafraum liegen könnte. Die Folge sind dann solche Eigentore.

2 Kommentare

  1. Effektiv können sich Medien kaum ein Eigentor schießen. Aufmerksamkeit bleibt Aufmerksamkeit, ganz gleich ob sie gerechtfertigt ist. Das ist das alte Problem des schwindenden Qualitätsjournalismus.

  2. Wie wir der letzten Zapp-Sendung entnehmen durften, sind sie allesamt der Bahn auf die Leimrute der PR gekrochen, wie so oft – mit Ausnahme von ‚Zapp‘, versteht sich. Aber von ‚Qualitätsjournalismus‘ daherblubbern …

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