Stilstand

If your memory serves you well ...

Vergangenheitsbewältigung

Das hier klingt, als wäre die ukrainische Regierung mit den Rebellen nicht ganz und gar unglücklich. Zumindest hat das gezielte und finale Absäufen der Kohleminen durch unwillige oder unfähige Desperados auch positive Folgen für die ukrainische Volkswirtschaft. Das endlose Verteilen von Subsidien an ostukrainische Oligarchen für unproduktive Minen – etwa 1.000 Hriwna je Tonne – findet damit sein logisches Ende, da längst die Importkohle aus Südafrika oder Australien erstens höherwertig, und zweitens auch wesentlich preiswerter ist:

„In the short-term perspective, the subsidy decrease will save additional money for the state budget. The volume of coal extracted from state mines on the territories controlled by the ‘DNR’/‘LNR’ constitutes 8 million UAH. If we do not pay subsidies, 1 thousand UAH per ton, we can save 8 billion UAH in 2013 prices. Obviously, this ‘creative destruction’ will not solve all the problems. For example, someone has to control the ecological safety of the closed mines. The government will have to help the people who will have lost their jobs through re-qualification programs and monetary assistance. These programs can be costly, but they will be cheaper than subsidizing the coal industry. Most importantly, they will invest money in the region’s future success, and not the wasteful support of a dying industry.“

Wir wollen dabei nicht vergessen, dass Russland ähnliche Minen in der Rostov-Region aus den gleichen Gründen schon wesentlich früher vom Weltmarkt nahm. Der gesamte Donbas, ob rechts oder links des Don, ist also keineswegs reich, er ist eine wirtschaftliche Notstandsregion. Aber Onkel Vladi macht das schon …

Wer’s übrigens noch immer nicht glaubt, dass das russische Militär direkt in der Ostukraine involviert ist, der möge sich den neuesten Ares-Report zu Gemüte führen:

„In sifting through the detail of information, perhaps the most interesting part of the report is the recording of the range of weaponry in use that is not available to the Ukrainian military. This weaponry is almost exclusively found in the stockpiles of the Russian army. This data would therefore add to the body of evidence that the Russian military is supplying weapons to the battlegrounds of Eastern Ukraine.“

8 Kommentare

  1. Letzte Woche gab es im Spiegel (Nr. 47, S. 103) einen Artikel über ein vertrauliches Papier des Kreml, in dem die katastrophale wirtschaftliche Lage im Donbass ähnlich eingeschätzt und die notwendigen Kosten für den Wiederaufbau mit einem elfstelligen Euro-Betrag beziffert wurden.

    Derweil eröffnen sich für die Ukraine andere wirtschaftliche Perspektiven:

    IT is the fastest-growing industry in Ukraine, expanding about 30 percent annually, according to market researcher Roman Sudolsky in Kiev. The industry accounts for $1.5 billion to $2 billion in export revenue a year, mostly from global companies, including General Electric (GE), IBM (IBM), and Cisco Systems (CSCO), that have outsourced programming tasks to Ukraine.

    http://www.businessweek.com/articles/2014-11-20/ukraines-diy-drones-go-to-war

    Das hat auch Auswirkungen auf den Krieg mit Rußland, in dem nun selbstgebaute Drohnen, die ein Drittel von westlichen Geräten kosten, eingesetzt werden. Zwei IT-Unternehmer, die an der Entwicklung von solchem High-Tech-Gerät für die Armee beteiligt sind, wurden auf der Liste von Samopomitsch ins neue Parlament gewählt.

  2. Fundstück bei den NachDenkSeiten:

    „Igor Girkin ist zentraler Teil eines ultranationalistischen Netzwerkes, das ganz sicher nicht „im Auftrag Moskaus“ handelt. Dass dieses Netzwerk keinesfalls einverstanden mit der zurückhaltenden Vorgehensweise Moskaus ist, versteht sich von selbst. Dennoch ist das Interview in „Zavtra“ – einer Art Leitmedium für die ultranationalistsche Rechte in Russland – sehr bedenklich, zeigt es doch auf, dass der russische Regierungskurs mittlerweile von der Rechten offen ins Kreuzfeuer genommen wird. Und daran ist die unnachgiebige Politik des Westens mit Schuld.“
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=24075#h01

  3. Tschaja, der linke und friedliebende Herr Putin gegen die pösen rechten Ultranationalisten.

    Hauptsache, man muss nicht von seinem hohen Ross herunter … 😉

  4. [..] Und daran ist die unnachgiebige Politik
    [..] des Westens mit Schuld.

    wenn also mal wieder ein paar durchgeknallte in einer ubahn einen rentner totprügeln, dann ist daran auf jeden fall deutschland schuld und nicht etwa die schläger …

    oder habe ich da was falsch verstanden?

    @klus

    [..] hohes ross

    äh, ich denke, die sitzen gerade argumentativ so in der grütze, daß ihnen schon nichts mehr anderes übrig bleibt als „sagt der florian drüben bei tepplobiss doch auch“. demnächst schreibt florian dann „hat auch schon der jens so gesagt“.

    der kreis derer, auf den sie veweisen können, wird halt immer enger …

  5. und ich hoffe, ihr verpasst nicht den spaß: dr holzbein macht seinen dj und erklärt dem nach erleuchtung hungernden völkchen, warum selbst der artikel von florian rötzer noch nicht die ganze wahrheit ist

    soweit kommt’s noch: jetzt erklärt schon das kommentariat wo rötzer zu weit geht, wenn er gürkchen „religiöse“ motive unterstellt. wo man doch weiss, daß es nicht um religion, sondern um „teufelsaustreibung“ geht 😉

    ich könnt mich beömmeln …

  6. @ hardy: Oha, der Mann stellt ja den Strelkov in die übergroßen Fußstapfen Turgenjews. Allerdings gibt es schon bei Turgenjew den Zivilationskonflikt zwischen dem Osten und dem Westen. Aber jetzt rate doch mal, auf welcher Seite es bei Turgenjew zappenduster ist?

  7. ja, ja, der doktor hat ein proseminar besucht und den namen mal aufgeschnappt und weil die dösis eben dösie sind, lutschen sie den sch#### von seine…. och nö. wollen wir uns gar nicht vorstellen, von was.

    wir bemerken: jetzt ist schon der florian zu „faschistisch“ und will die gemeinde verwirren. wahrscheinlich ist der auch nur „false flag“, wird von der NSA bezahlt und all das …

    ach ja, finstere zeiten (usw usf)

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