Unter den MMORPGs, den Massively Multiplayer Online Role Playing Games, sind inzwischen viele FTP (‚Free to Play‘). Die asiatischen Hersteller solcher Spiele holen sich ihr Geld dann nicht aus dem Verkauf der Spiele, also gleich anfangs beim analogen Griff des Kunden ins Regal, sondern der Spieler kauft sich in den virtuellen Einkaufsstraßen des Spieles, den sog. ‚Item Malls‘, nach und nach nette Bonus-Artikel für echte Yuan, die ihm im Spiel dann mehr oder minder große Vorteile gegenüber dem ‚Umsonst-Pöbel‘ verschaffen. Virtuell geht’s eben auch oft genauso zu wie im richtigen Leben …

Es gibt einige gute Umsonst-MMORPGs – Aion z.B. oder Perfect World – bei den meisten handelt es sich jedoch um so genannte ‚Asian Grinder‘, um Spiele also, wo der Avatar, nur um leveln zu dürfen, ganz ohne Sinn und Verstand stundenlang immer die gleichen Monster meuchelt, nur um Lücken im Spielfluss und in der Storyline zu überwinden. Trotzdem gibt es auch für diese Spiele ein Publikum, und die Südkoreaner und Chinesen haben für ihre Billigware längst den deutschen Markt entdeckt. Als technikgläubige Nationen vertrauen sie auf ihren hastig zusammengezimmerten Download-Pages natürlich auf ‚Translation Robots‘. Der Sound ist irritierend, es klingt noch immer so wie damals die Gebrauchsanleitungen für die ersten japanischen Videorecorder:

„Innovative neue Konzept, das ist, was gemacht Magic World Online zeichnen sich vor anderen Titeln. Dieses Spiel ist das erste MMORPG zu integrieren In-Game-Video-Chat-System und offiziellen Roboter-System. Sie sind alle für die Ausübung der Gameplay und die Spieler mehr Zeit zu genießen Echtzeit-Gemeinschaft mit ihren Händen befreit von sich wiederholenden Schleifen von Arbeitsplätzen.“

Ah ja – alles klar! Fast schon eine großphilosophisch-sloterdijk’sche Anmut hatte in meinen Augen dann allerdings der folgende Satz:

„Für den Menschen ist’s letztlich das Schicksal, es gibt keine zugrunde liegenden Twists, biegen Sie links ab!“