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Über Wissenschaftsjournalismus

Im besten Fall begnügen sich die Journalist/innen und Redakteur/innen damit, minimal umgeschriebene Presseerklärungen von Universitäten oder Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Die Originalstudie(n), über die dort berichtet wird, lesen sie selten bis nie, und sie sprechen im Normalfall weder persönlich mit den Wissenschaftler/innen, über deren Ergebnisse sie berichten, noch fragen sie bei unabhängigen Expert/innen nach. Im schlimmsten Fall versuchen sie, eigenständig Vereinfachungen vorzunehmen (was schnell zu Verzerrungen und inhaltlichen Fehlern führt), Hintergrundinformationen hinzuzufügen (die häufig falsch oder irrelevant sind), oder sie sprechen mit zufällig ausgewählten Forscher/innen, die von der Materie keine Ahnung haben (was dazu führen kann, dass unstrittige Ergebnisse als umstritten präsentiert werden). Und im allerschlimmsten Fall schreiben sie einfach eine Pressemeldung ab, die ihrerseits nicht etwa auf einer wissenschaftlichen Studie beruht, sondern auf einem Artikel in der Boulevardpresse.

So viel für heute zur Auffassung der Wissenschaft vom Wissenschaftsjournalismus. Schon seltsam, dass wir darüber nichts in den Zeitungen lesen …

2 Kommentare

  1. Im besten Fall begnügen sich die Journalist/innen und Redakteur/innen damit, minimal umgeschriebene Presseerklärung/innen von Universität/innen oder Fachzeitschrift/innen zu veröffentlichen.

    Wenn schon, denn schon, Herr Stefanowitsch

  2. Tscha – an einer ‚fortschrittlichen Uni‘ wie Bremen wird dieser textpulverisierende Sprachgebrauch wohl habituell. Am Inhalt ändert es jedoch nichts …

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