Stilstand

If your memory serves you well ...

Totdeutsch

„Das schlechteste und albernste Deutsch kommt … von oben. Von sprachlich unterentwickelten TV-Moderatoren, die in die Sender geschwemmt werden. Von Wichtigsprechern aus der Wirtschaft. Von Mimen, die nur Vorgekochtes reden können. Von Promis, die vor keine Schulklasse treten dürften. Und von eben jenen, die genau das Deutsch, das sie nicht beherrschen, ins Grundgesetz packen möchten“.

Dieser Text sollte von mir sein – er ist es leider nicht. Reinhard Siemes zog heute in der taz so kongenial vom Leder. Dass der Verfasser beim Wolf Schneider tief im sprachlichen Kaiserreich landen musste, das ist allerdings ein wenig schade. Ansonsten aber hat er in nahezu jedem Punkt völlig recht – vor allem in einem: Das schlechteste Deutsch sprechen selbsternannte Deutschwärter, nämlich Totdeutsch …

4 Kommentare

  1. Danke für den Hinweis auf diesen schönen Text 🙂

  2. So genial finde ich den Herrn Siemes dann auch wieder nicht. Vor allem am Ende verliert er sich in „Jugendsprache“, die höchstwahrscheinlich aus dem frei erfundenen Wörterbuch von Langenscheid (http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2008/09/15/jugendwort/) entstammt. Das ist dann doch peinlich und leider wirkt es vor allem auch disqualifizierend.

  3. Nun ja – er musste in der taz eine komplette Seite auch ganz alleine vollmalen. Die ungewohnte Mittelstrecke halte ich ihm zugute. Anfänglich aber traf hier ein Journalist, indem er auf die Blubb-Blubb-Blase medialer Schwallsabbler einprügelte, endlich mal nicht die Falschen. Während es üblicherweise doch so ist, dass sich sprachlich inkontinente Schwallsabbler auf allen Kanälen über das nationalkulturgefährdende Denglishe aufregen dürfen.

  4. reinhard siemes

    3. Januar 2009 at 0:51

    Lieber Klaus Jarchow,

    „ganz alleine“ stimmt nicht. tazzwei-Redakteurin Cigdem Akyol hat mir geholfen, indem sie den Beitrag straffte. Ich hatte Redundanzen wie „sprachlich inkontinete Schwallsabbler“ eingebaut. Die hat sie rausgenommen. Cigdem ist Türkin.

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