Wer ein Eigenschaftswort, das allenfalls adjektivisch Sinn ergäbe, adverbial gebraucht, der strapaziert oft unsere Vorstellungskraft übermäßig – wie auch in diesem Fall aus der sprachlich stets höchst weitherzigen ‚Welt‘:

„US-Wirtschaft nähert sich dramatisch der Todeslinie.“

Schon das metaphorische Gesabbel von der ‚Todeslinie‘ gleicht einem mentalen Wahnbild, wo das Hirn-Navi aufs Sensationelle so gepolt ist, wie der Kompass auf den (magnetischen) Nordpol. Denn im Falle eines Falles würden in den USA nur Investitionen gekürzt – vor allem im aktionärsrelevanten Rüstungsbereich – und parallel würden flächendeckend die Steuern erhöht. Weshalb alle Liberalen, allein schon aus ideologischen Gründen, das höchst ‚Ähbäh‘ und ‚Igittegitt‘ finden.

Wie man sich dann aber „dramatisch“ einer solchen wahnhaften Todeslinie „nähern“ soll, das übersteigt vollends die Möglichkeiten meiner Imaginationskraft: Ringt die US-Wirtschaft vielleicht krampfhaft die Hände, während sie in Tippelschritten diese ‚Deadline‘ umtanzt; singt sie dabei ‚I die! Not yet! But now!‚; robbt sie in ihrem edlen Abendkleid auf dem Linoleum herum; streckt sie flehend die Arme zum sturmzerzausten Himmel? Sprachgott, hilf!