Stilstand

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Thesenschmiede vom Parnass

Büchner und Kleist wären wohl nicht so jung gestorben, wenn es zu ihrer Zeit schon das Urheberrecht gegeben hätte.“

Na gut, der Mann ist kein Journalist, sondern nur Autor – da wollen wir es mit dem Faktencheck nicht allzu genau nehmen. Wie aber das Urheberrecht einem Zürcher Privatdozenten Büchner im Kampf mit dem Typhus hätte helfen können, wie es einem Heinrich von Kleist die preußische Zensur von der Laufbahn geräumt hätte, das würde mich dann doch mal interessieren. Es war schließlich die Zensur (Stichwort ‚Prinz von Homburg‘), nicht das Urheberrecht, wodurch einem Heinrich von Kleist die Fleischtöpfe verwehrt blieben, was ihn letztlich dann in den Selbstmord trieb.

Halten wir daher Folgendes fest: Für den ‚Cicero‘ hat Thomas Brussig reichlich wilde Thesen für dessen eher kulturfernes Publikum einfach mal so hingehudelt, damit das Phantasma ‚des ewigen Kampfs deutscher Autoren für ihr angestammtes Urheberrecht‘ plausibler scheint …

2 Kommentare

  1. Man muss diese Sache konsequent zu Ende denken. Ohne Urheberrecht gäbe es keine Erdbeben in Italien. Wir brauchen schließlich Munition für den nächsten Wahlkampf.

  2. Aber ausgerechnet Brussig als Kutschergaul – der Mann ist schließlich Schriftsteller und gilt als intellektuell!

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