Stilstand

If your memory serves you well ...

Schlagwort: Schwarzgelb

Zu kurz gedacht …

Ohne die alles übertünchende Euro-Krise könnte die Koalition schon lange nicht mehr verstecken, dass die Regierung längst aufgehört hat, zu regieren.“

Diese Koalition hat nie angefangen zu regieren. Allenfalls trieb der Druck der Ereignisse sie zu unumgänglichen Beschlüssen (Atomausstieg) oder unsere Politikfiguranten arbeiteten – getrieben vom Lobby-Druck – ihre Dienstleistungs-Aufträge ab (Hoteliers-privileg, Leistungsschutzgesetz usw.). Eine Idee aber, wozu sie auf der Welt und an der Macht sind, haben sie nie gehabt …

Mutti ist schlau

Für den Lobgesang auf ihre desolate Regierung braucht Angela Merkel die Unterstützung der Privaten, sonst mag es ja niemand mehr tun – und alle Restjournalisten dort werden brav ‚liefern‘, denn der Arbeitsmarkt macht es leicht, Wahrheitsapostel oder aus anderen Gründen Widerstrebende auszutauschen: „Koalition will Google-Steuer durchs Parlament peitschen.“ Interessen werden also ausgetauscht – so sehe ich das – denn rasch naht der September 2013, da nehmen sie den absehbaren Ärger mit dem Verfassungsgericht gern in Kauf. Dessen Mühlen mahlen langsam und die oberste Rechtsaufsicht entscheidet wohl erst nach dieser 24-stündigen Einführung von direkter Demokratie im Herbst …

Watzlawick widerlegt!

Es gibt doch einen Ort, wo keinerlei Kommunikation stattfindet. Das ist der Koalitionsauschuss unserer schwarzgelben Regierung. Dieser dusslige Watzlawick dagegen hatte behauptet, man könne nicht Nichtkommunizieren. So’n Quatsch!

Aus dem Reich der Tele-Dienste

Da kauft der Finanzminister Borjans in Nordrhein-Westfalen ein paar Steuer-CDs auf, prompt schreien im weit entfernten Berlin reihenweise schwarzgelbe Politiker auf wie angestochen. Da fällt mir doch glatt dieser sinnreiche Titel aus vergangenen Tagen ein:

Alleinstellungsmerkmal

Eine Regierung, die sich selbst die beste Opposition ist, welches andere Land kann seinem Volk schon einen solchen Anblick bieten?

Der Märchenton

Nein, es ist wahrlich kein Sommermärchen, was die schwarzgelbe Koalition derzeit durchleidet. Einigkeit wird zunehmend zu einem knappen Gut – und metaphorisch fallen auch mir nur noch kakelnde Hühnerhaufen statt harmoniebedachter Symphoniker ein. In der Presse klingen derzeit die Berichte aus unserem Heimatland Kakaphonien so:

Bislang hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nur offiziell mitteilen lassen, dass es noch vor der Bundestagswahl 2013 Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen geben werde, allerdings noch nicht im kommenden Jahr. Schäuble machte nach tagelangem Schweigen am Wochenende dagegen deutlich, dass er trotz starker Konjunktur und steigender Steuereinnahmen kaum Spielraum für größere Entlastungen sieht.(kurzum: der eine meint dies, der andere das, jeder Vorschlag wird zu Konfetti)

Wenn aber die Koalition schon kein Sommermärchen erleben darf, dann ließe sich vielleicht stattdessen der Märchenton in die Berichterstattung einführen. Dieses Genre zeichnet sich durch seine betonte Schlichtheit in Satzbau und Wortwahl aus – vor allem aber durch konsequente ‚Entindividualisierung‘: Statt konkreter Personen trifft der Leser auf ‚personifizierte Rollen‘, statt mit ‚Angela Merkel‘ hat er es mit ‚der Kanzlerin‘ zu tun, und wenn dann doch mal ein Name auftaucht – bspw. Rumpelstilzchen, der Däumling, Kalif Storch – dann wurde der Protagonist fern vom Alltag getauft. Prompt umgibt den Text ein magischer Klang:

„Mißmutig saß die Kanzlerin im großen Saal und seufzte. Erneut hatte der Schatzmeister ihr den Tag verdorben. Zu gern wollte sie wohltätig sein, und beliebt im Volk. Dieser finstere Mann mit den zusammengekniffenen Lippen aber zeigte mit dürrem Finger immer nur mahnend auf leere Schatullen. „Die braven Leute draußen im Land haben doch genug zu essen“, greinte die Kanzlerin, „alle Räder drehen sich, die Schiffe fahren – warum nur sind meine Schatzkisten so leer?“

In diesem Moment betrat ihr Chefdiplomat Vitzliputzli den Saal. „Nicht auch das noch!“, stöhnte die Kanzlerin in sich hinein. Nach außen aber tat sie freundlich: „Was bringt ihr mir, guter Mann?“. „Die Lösung der Finanzkrise, Frau Kanzlerin“, strahlte Vitzliputzli gut gelaunt und tänzelte vor ihr auf und ab. „Wie das?“ „Alles ist im Grunde ganz einfach“, antwortete Vitzliputzli, „bei einer meiner Reisen in ferne Länder besuchte ich den großen Magier Sinn Sala’a Bin – und der enthüllte mir das Geheimnis Gold zu machen“.

„Lasst hören, guter Mann“, sagte die Kanzlerin, bei der sich nun doch Interesse regte. „Es ist ganz einfach“, erwiderte Vitzliputzli, „wir müssen nur alles Gold und Geschmeide, alles, was überhaupt noch in den Schatullen zu finden ist, mit beiden Händen zum Fenster hinauswerfen, schon kommt auf magische Weise das Geld vertausendfacht von den dankbaren Bürgern zurück.“ Die Kanzlerin tippte sich an die Stirn: „Wenn der Vitzliputzli doch nur einmal ernsthaft sein könnte“, dachte sie …

Ein Märchen? – Na klar, das ist ein Märchen …

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