Stilstand

If your memory serves you well ...

Schlagwort: Putin (Seite 2 von 6)

Info-War wird eklig

Bei den entdeckten ‚Massengräbern‘ mit hunderten von Toten, von denen die gelenkten russischen Medien seit Tagen schwafeln, handelt es sich schlicht um Fotos der Opfer von MH17. Das stellt ein BBC-Bericht jetzt klar:

„TV uses crash pictures in ‚mass grave‘ reports.“

Diese Opfer, die aller Wahrscheinlichkeit nach der eigenen Seite und einer eigenen Buk zuzurechnen sind, dem ideologischen Gegner in die Schuhe zu schieben, das erinnert schon stark an Katyn.

Was übrigens von der Legende von ‚Massengräbern‘ faktisch übrig bleibt, das benennt uns dieser OSZE-Report:

„The SMM [ = Special Monitoring Mission] proceeded to the scene and saw in the coal mine two areas located fifty metres apart, each containing two human bodies. All four corpses were in the process of decomposition. The SMM also saw eight 9mm Makarov pistol cartridges approximately five meters away from the bodies. Near the road on the edge of the village, the SMM observed a pile of earth resembling a grave which had a stick with a plaque, written in Russian and containing the names (or in one case – initials) of five individuals. The plaque indicated that the individuals died on 27.08.2014. On top of the plaque there was another inscription saying: ‘Died for Putin’s lies’.“

Fassen wir zusammen: Vier Leichen unbekannter Herkunft und unbekannter Täterschaft verwesen in einem Bergwerk. Ferner gibt es ein Grab, vermutlich mit den Leichen von fünf russischen Soldaten oder Söldnern, denn ukrainische ‚Faschisten‘ würden ja wohl kaum eine ‚Plaque‘ in russisch verfassen. Über dieses Grabschild hat später jemand ‚Died for Putin’s Lies‘ geschmiert. Klingt für mich kaum nach ‚Massengräbern‘, schon gar nicht von Zivilisten, eher nach einem hundsgewöhnlichen Krieg.

Apropos: Der ‚National Media Group‘, welche den skrupellosen Fake dort oben zurechtgefummelt und verbreitet hat, dieser Gruppe sitzt neuerdings Putins abgelegte Geliebte vor, Alina Kabayeva. Ob sie aus ‚unverbrüchlicher Treue‘ oder ‚verschmähter Liebe‘ handelte, vermag ich nicht zu sagen … ihre journalistischen Qualifikationen aber sind beeindruckend:

„Kabayeva won gold in the 2004 Olympics for rhythmic gymnastics and was also a flag-bearer during the opening ceremony of this year’s Winter Olympics in Sochi.“

Litauens Präsidentin:

We can avoid a war. If both sides are ready to go to war, there will never be a war. If Russia is willing to go to war and the West avoids it, Russia will go as far as it will.“

Ich weiß auch nicht, warum ausgerechnet die kleinen Länder noch sagen, wie die Dinge liegen. Wenn ich andererseits an unseren Schrottplatz namens ‚Bundeswehr‘ denke …

Kleine Preisfrage: An welchen grammatisch-muttersprachlichen Besonderheiten aus Anlass der Causa ‚Rebecca Harms‘ erkennt man hier eigentlich den russischen Nashibot? Und hat der Kreml wirklich nichts Besseres mehr aufzubieten?

„Ist doch die Frau welche ständig gegen Russland hetzt. Die würde ich auch nicht reinlassen. Mit welchem Recht eigentlich diese Person hetzt ständig gegen die deutsch russischen Beziehungen. Sie macht sich mit russischen Nazis gemein nur um Land zu schaden.“

Nein, trotz des wiederholten Gebrauchs des Verbums ‚hetzt‘: Das ist eben nicht die unbeholfene Wut unterm grell geschminkten Alu-Hut …

Antwort: Da ist erstens der Artikelmangel, die russische Sprache kennt keine Artikel. Zweitens dann die russisch geprägte Verb-Stellung.

Die Mutti und der Mullah

The European Union is quietly increasing the urgency of a plan to import natural gas from Iran, as relations with Tehran thaw, while those with top gas supplier Russia grow colder.“

Tscha, Vladimir, wer soll denn dann dein einziges Exportgut noch kaufen? Und dass man dich jetzt schon für unzuverlässiger hält als die religiösen Knallchargen am Persischen Golf, das würde mir ja auch zu denken geben …

Da schäumt’s unterm Alu-Hut

Die Staatsduma tanzt nach Putins Pfeife, und die Justiz produziert dem Kreml genehme Urteile“: Aus einer Analyse des Auswärtigen Amtes ergibt sich … ein düsteres Bild der politischen Lage in Russland. Das Land habe sich „unter Staatspräsident Putin zu einem fast in jeder Hinsicht autoritären Staat entwickelt“, schreiben die Beamten in einer internen Analyse.“

Diplomatisch ist diese Beschreibung der Faktenlage nicht gerade … und auch weit entfernt von jeder ‚Truth‘. Obwohl sie der Wahrheit ziemlich nahe kommt … wie auch diese Lagebeurteilung:

“A war with Ukraine, that’s the most ridiculous, the most idiotic thing that Putin could have come up with. We have put ourselves in such a position that we’re against everybody — against Europe, against ourselves, against the United States, against normal life.”

Tscha – wer Idioten wählt, wird Idiotie bekommen …

Falscher Alarm

Sollte Putin tatsächlich Europa angreifen, dann würden seine Truppen angesichts der realen militärischen Kräfteverhältnisse schon in Lissabon gnadenlos gestoppt werden.

Cameron in der Rolle Churchills – seltsame Vorstellung.

Verbot grüner Männchen

Breedlove added that the issue was discussed this month at Wales at the head of state summit. “We had great acceptance among the NATO allies though that if you attribute this ‘little green men’ issue to an aggressor nation, it is an Article Five action and then all of the assets of NATO come to bear.”

Und womit soll der kleine Vladimir dann noch spielen? Das Folgende übrigens könnte interessant werden. Die meisten der ‚Freiheitskämpfer‘ sind bekanntlich ‚only in it for the money‘:

„Warum stürzte Flug MH17 über der Ukraine ab? Das ist ein Rätsel. Ein Privatermittler setzt nach Informationen des Magazins „Capital“ eine Belohnung von 30 Millionen Dollar auf die Hintermänner aus.“

Hinterher von den KGB-Nachfolgeorganisationen um den gesamten Globus gejagt zu werden, ist aber auch kein Vergnügen … derweil haben in Moskau neue Bandenkriege begonnen:

„Der russische Milliardär Wladimir Jewtuschenkow ist wegen Geldwäsche angeklagt.“

Geldwäsche – pffft! Dann müssten sie ja die gesamte regierende Oligarchie dort vor Gericht stellen. ‚Rosneft‘ hat bekanntlich finanzielle Probleme und soll deshalb ‚Bashneft‘ für lau kassieren dürfen, darum geht’s vermutlich.

Währenddessen jagt der Rubel erfolgreich den argentinischen Peso:

„The national currency fell to a record level of 38.82 rubles per dollar after weakening on Monday to below 38 against the dollar for the first time. And it broke through the symbolic level of 50 rubles per euro for the first time for several months.“

Aber was soll’s? Russische Oligarchen sind ja nicht so blöd, ihr Geld in Rubel anzulegen … und in der Ostukraine sind es jetzt schon drei Folxrepuppslicken:

„A high-ranking Ukrainian official from a law enforcement agency, who talked to the SMM in Starobilsk (96km north of Luhansk), claimed, consistent with information also carried by local media, that an independent ‘Republic of Stakhanov’ (60km west of Luhansk) had been proclaimed on 14 September, thus ‘seceding’ from the area claimed by ‘Lugansk People’s Republic’.

Irgendwann wird es dort aussehen wie ein Flickenteppich der Irrelevanz: Jeder Mafioso dort thront dann auf seinem Maulwurfshaufen … und sonntags führen sie Krieg gegeneinander. Hier eine Vorschau:

Karte_Fruehe_Neuzeit

Der Zündler zündelt weiter

A Russian official has warned that alleged discrimination against Russian-speaking minorities in the Baltic states “may have far-reaching, unfortunate consequences,” fueling jitters that Moscow may seek to stoke tensions there as the Ukrainian crisis continues to fester.“

Das Problem dieser drei Staaten: Nach den massiven Deportationen der ‚indigenen Bevölkerung‘ im Baltikum unter Stalin wurden stattdessen massenhaft ethnische Russen in den freigepressten Räumen an der Ostsee angesiedelt, Menschen, die auch heute noch dort leben, schließlich ist das Leben in der EU angenehmer als in ‚Eurasien‘. Menschen, die allerdings nur die jeweilige Staatsbürgerschaft erwerben können, wenn sie auch die Kenntnis der Landessprache nachweisen. Wer diese Gruppe mit einem neuen Info-War aufguselt, der könnte sich vielleicht geopolitisch einen Weg zur Kaliningrader Enklave öffnen. Tscha, was würde die Nato in einem flugs so getauften ‚innerbaltischen Bürgerkrieg‘ voll grüner Männchen dann denn tun? Und was ist mit der russischsprechenden Minderheit in New York und Berlin?

Im Gegensatz zu den ‚Putin-Verstehern‘ spricht hier übrigens mal jemand, der Putin wirklich versteht:

• Real objectives are never clear. Attempts to glean future policies from his speeches are generally useless. …

• The way policy objectives are undertaken often resembles (and sometimes involves) special-forces operations. …

• The lawyer in Mr. Putin likes to invoke the phrase Po zakonu, “in accordance with the law.” Oftentimes, though, this nod to legality is also a ruse. …

• Whatever Mr. Putin is doing, his ultimate justification is that he is acting on the voice of the people. …

• Mr. Putin has strong distrust of courts, political parties, public and private organizations and other autonomous institutions. The Kremlin has always worked to undermine them. …

• Although he is not an ideologue, Mr. Putin uses different ideologies as it suits him, without regard for evident inconsistencies. … 

•Russia has its own version of “too big to fail.” …

• Hard-boiled political engineering and wily public relations have been considered primary domestic policy tools for years. Increasingly, Russia is employing these techniques in the West. It is working with opinion leaders worldwide, increasing the number of languages on its international broadcasts, and is using its new-media arsenal to spread its influence online.“

Und was machen wir jetzt bloß mit diesem russischen Tank, den die verblödeten Rebellen dort so stolz präsentieren? Vom Typ T-72 B3, wie er in der Ukraine eindeutig nie aufzufinden wäre? Es gibt da genau drei Möglichkeiten:

1. Das ist gar kein Tank, sondern ein Wohnmobil, wie es russische Soldaten in ihrem Urlaub benutzen.
2. Der Panzer erschien bei einem demokratischen Referendum der lokalen Bevölkerung unversehens auf der Bildfläche – eine Art Marienerscheinung also.
3. Das Gefährt wurde vom CIA aus Russland in die Ukraine verschleppt, um die Freiheitskämpfer durch eine False-Flag-Operation zu diskreditieren.

Bürgerkrieg im Bürgerkrieg

Anscheinend ist das Minsker Abkommen, wenn es sonst schon nichts taugt, höchst geeignet, einen Keil in die Schar der Bandidos zu treiben. Das ‚Außenministerium‘ in Donezk jedenfalls rebelliert jetzt ganz offen gegen ‚Minsk‘ und gegen ‚Moscow‘. Was nun, Vladimir? Eine ‚Nacht der langen Messer‘ innerhalb deiner SA-Truppen?

„Rotate the hostility inside: Down with the DNR, long live the New Russia! It makes no sense to defend the land, which is immediately sold behind your back. With full responsibility required to state the following: In the month of August in the DNR held a coup, which was followed by the Minsk treason. Today it is obvious to all. Authorities in Donetsk and Luhansk – in full possession of the traitors direct appointees oligarchy. Today Moscow hosts „DNR figures“ behind the back of the militia, and not paying any attention to her, openly negotiating with Kiev fellow oligarchs – under what conditions New Russia will be sold back to Kiev, and what proportion of the capital will have the main sponsors of the war as a the one and the other side. In this case, from time to time in order to deceive the people, appears on the scene any deceitful „figure DNR“ and assured the militia, that he is for sovereignety.“ (google translated)

Tscha, antikapitalistische ‚Frontschweine‘ fühlen sich und ihre Maximalziele von der russischen Diplomatie verraten … und inzwischen geht’s da wohl hoch her:

„Die russischen Touristen scheinen sich dessen ungeachtet gegenseitig zu bekämpfen: Das Donezker “Außenministerium” hat zum Umsturz der Donezker Volksrepublik aufgerufen; in bester SU-Tradition hat die Stadt Stachanow die Planübererfüllung gemeldet und separiert sich von den Separatisten. Das wurde zumindest auch indirekt von der OSZE bestätigt, die von Kämpfen zwischen vier verschiedenen Fraktionen berichtet und mit einem “Kosakenbefehlshaber” sprach.

Unter den Umständen sollten sich die ATO-Truppen vielleicht erst einmal zurücklehnen und abwarten, wer von den Desperados übrig bleibt:

„In Donetsk, DPR fighters have shelled the Putilovsky Market, there are armed clashes between the terrorists, there is shell fire periodically heard in the city.“ Earlier today, we cited other reports from OSCE indicating that there is in-fighting among separatist battalions.“

Hier noch der Link zum OSZE-Statement:

„This report from the observer mission of the Organization of Security and Cooperation in Europe (OSCE), dated September 12 and distributed September 13, reports that while the POW exchanges are continuing, Russian-backed separatists are warring with each other in Popasnaya and people are hit in the cross-fire. Pervomaisk is under control of a Cossack fighter who is not answerable to the „Lugansk People’s Republic“ — and who has taken responsibility for the shelling.“

Wir war’n das gar nicht!

Leader of the terrorist ‚DNR‘: In Minsk, we have signed, but not promised anything and just ‚watched‘.“

Und daher dürfen wir jetzt wohl auch wie blöd wieder rumballern. Rechtsauffassung al gusto. Was ist schon ’ne Unterschrift? Zwei Zeilen später dann:

„At his press conference, the terrorists have recognized that traveled to Minsk and all signed „only out of respect for Putin.“

Ach so, nur deshalb, weil dort so’n netter Onkel am Tisch saß? Lustig ist das Banditenle-heben, faria, faria ho! Haben sie nun unterschrieben, oder haben sie nicht? Motto: Herr Richter, den Ehevertrag habe ich doch nur aus Respekt vor meiner Frau unterschrieben. Das ich mich dran halten muss, hat mir niemand gesagt … und außerdem haben wir doch längst wieder ‚humanitäre Hilfe‘ bekommen, die so schön Bumm-Bumm macht. Es wäre doch schade, wenn die verkommen müsste.

„The representatives of the self-proclaimed Donetsk and Luhansk ‚people’s republics‘ participated in the negotiations in Minsk as observers, ‚DNR Supreme Council Speaker‘ Boris Litvinov said. … According to Litvinov, the ‚Prime Ministers‘ of DNR and LNR Aleksandr Zakharchenko and Igor Plotnitskiy “were not direct participants in the tripartite meeting.” “They were witnesses of this thing, I construe it this way,” he explained.

Und deswegen wischen wir uns jetzt mit diesem Vertrag den A…h ab … während all unsere ‚Mainstream-Journalisten‘ – um auch einmal dies Wort zu benutzen – mal wieder bäuchlings auf Putins ‚Friedenspläne‘ reingefallen sind. Der hat nämlich gar keine.

Vereinzelt finden sich in dem endlosen Troll-Gemöhre der Medien-Threads auch noch ganz raisonnable Einsichten – quasi in Form eines Fakten-Checks. Allerdings hilft so etwas solchen Hirnen auch nicht zurück ins Gleis:

„Ich gehe davon aus, dass man hier als Glückskind, also als Mensch, der in Europa geboren wurde, einiges an Bildung erhalten hat. Desto verwunderlicher, dass der Bruch von vier Grundlagenverträgen dem Applaus für Russland keinen Abbruch tut:
1.KSZE-Schlussakte 1975
2.Charta von Paris 1990
3. Budapester Memorandum 1994
4. Nato-Russland-Grundakte 1997
Alle vier von Russland gebrochen. Wie, meine Damen und Herren, stellen Sie sich vor, dass Politik funktioniert?
1. Nach dem Recht des Stärkeren?
2. Nach „es war einmal und man muss dahin zurück“?
3. Nach ihrem „Geschmack“?
4. Nach „rassischen“ Gesichtspunkten?
Sie halten Verträge für überholt? Dann schreiben Sie doch, was denn die beste weitschauende Variante wäre.“

Als höflicher Mensch hat er diese Troll-Horde sogar ‚meine Damen und Herren‘ genannt. Man kann’s auch übertreiben … eins scheint inzwischen jedenfalls klar:

„Es ist besser in Lwiw als Kellner zu arbeiten, als in Donezk als Professor“, sagt ein Freund von mir und ich stimme ihm zu.‘

Was für’n Waffenstillstand?

DNR say they are attacking from 2 directions. Grad fire coming from city centre, infantry from North East and South.“

Wenn sogar ‚die DNR‘ das sagt. Kurzum: Wer auf Putin vertraut, hat auf Sand gebaut … und kurz vor dem Angriff kam auch zufälligerweise mal wieder ein ‚russischer Hilfskonvoi‘. Ach so – wer wissen will, mit wem da ‚verhandelt‘ werden soll, der lese sich Olehs Geschichte durch:

„I think, even demons in hell treat people better.”

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