Stilstand

If your memory serves you well ...

Schlagwort: Hayek

Roland Tichy sagt ‚Tschulligung!‘

Da lässt also der Roland Tichy – aus welchen pathologischen Gründen auch immer – einen Beitrag schreiben, wo allen, die diesem knallrechten Hayekisten-Zirkus dort nicht zustimmend zunicken, eine Einweisung in die Psychiatrie empfohlen wird. Und zwei Tage später, nachdem der Shitstorm allen gehörig die Unnerbüx flattern ließ, will unser Hayekist von dem Erguss nichts mehr wissen. Der hochweise Beitrag ist perdü …

„Unterstellung von Pathologie ist für Tichys Einblick keine politische Diskussionsbasis. Davon distanzieren wir uns ausdrücklich. Roland Tichy und Redaktion bedauern das und bitten um Entschuldigung.“

Wohlgemerkt – der Beitrag erschien auf ‚Tichys Einblick‘, dem Tagebuch unseres abgehalfterten Wirtschaftswoche-Chefs, der wohl froh sein darf, dass er keine Karriere mehr vor sich hat.

Mit anderen Worten: Rin inne Brennnesselns, rut ausse Brennnesselns … da hat ihn wohl was gejuckt.

Hier noch ein guter Kommentar zu diesem Text.

Wo Müll als News-Produktion gilt … / GNU-License

Adieu, Homo Oeconomicus!

Zum Teil ist das Scheitern des Westens in der Ukrainefrage auf falsche Grundannahmen zurückzuführen, die der Theorie zufolge eben nicht nur Unternehmer, sondern auch Politiker beachten sollten: Jeder Mensch sei im Kern ein ‚Homo Oeconomicus‘, ein ‚rationales Wesen‘, das ganz egoistisch seinen Nutzen zu maximieren trachte. Die diversen Spieltheorien – wie auch ‚Hayek und Co.‘ – haben sich längst tief in westlichen Gehirnen eingenistet.

Jetzt aber treffen sie auf einen Politiker wie Putin, der ökonomisch nicht sonderlich rational handelt – und schon klappert ihr schönes theoretisches Modell an jeder Schweißnaht wie ein altersschwacher Fiat Panda. Denn sie haben es plötzlich mit einem ‚Homo Politicus‘ zu tun, mit einem Menschen, der eben nicht ‚ökonomisch rational‘ handelt, sondern schlicht aus machtpolitischen Erwägungen heraus. Was auch immer dann die wirtschaftlichen Folgen sein mögen. Aus Sicht der westlichen Entscheidungsträger ist Putin damit ‚gaga‘, ein Irrer am Schachbrett, der sich noch nicht einmal an die Spielregeln hält. Ein Mensch, mit dem kein vernünftiges Spiel möglich ist. Und die Börsenindizes – also die Schiedsrichter – sagen das auch …

Denn aus Putins Sicht hat ein Satellitenstaat wie die Ukraine nicht die oktroyierte Perspektive einer ‚eurasischen Wirtschaftsunion‘ verfolgt und Dero Majestät damit zutiefst beleidigt und hochweise Pläne konterkariert. Dafür wird dieses Land jetzt büßen. Eine möglichst weitgehende Destabilisierung des Landes scheint mir sein ausschließliches Ziel zu sein, ohne jede Rücksicht auf den ökonomischen und humanitären ‚Preis‘ dafür.

Verabschiedet sich ‚der Westen‘ daher nicht von spieltheoretisch motivierten Fragen – ‚Welchen Nutzen erwartet sich Russland von einer völlig entfesselten Politik ohne ökonomische Rücksichten?‘ – dann werden sie auch nie die richtige Antwort finden. Der Nutzen besteht hier in der Befriedigung, das Spielbrett einfach umzuwerfen. Und kein Mensch weiß, an wessen Grenzen Putins Machtwille dann einst verebbt. Ich tippe ja auf einen Zarenmord, der hat in Russland Tradition …

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