Stilstand

If your memory serves you well ...

Schlagwort: Donezk (Seite 1 von 2)

Die Fleischmühle

Beteiligen sich russische Militärs an den Angriffen auf den Donezker Flughafen? – Jein. Ein Sturm oder die Säuberung der Räume ist eine sehr riskante Beschäftigung. Eingeplante Verluste der Angreifenden – bis zu 10 Tote auf einen vernichteten Gegner. Minen, Abspanndrähte, Scharfschützen. „Feuer-auf-sich“, Hinterhalte, Einstürze, Freundschaftsfeuer. Für so eine Arbeit braucht man keine hohe Qualifikation, sondern ein Löwenherz oder Dummheit. Die Sturminfanterie – das ist Verbrauchsmaterial. Darum treibt das russische Kommando die am meisten inadäquaten Söldner der „Volkswehr“ dorthin. … Zur gleichen Zeit braucht man während Artillerieduelle und Scharfschiessen aus Panzern auf die Gebäude militärische Experten der höchsten Qualifikation. Genau hier werden Einheiten und Unterabteilungen der regulären russischen Armee eingesetzt.“

Das spricht eindeutig jemand ‚vom Fach‘, auch darüber, wie jede Seite mit einem gewissen Recht bis heute behaupten kann, sie kontrolliere diese Trümmerlandschaft. Das Lesen lohnt sich …

Noch was? – Ach ja, die Folxrepuppsliken haben ein volkseigenes Klopapier entwickelt …

Nashibots derweil mal wieder viel fuurchebaar pöse mit ‚Lügenpresse‘:

„Quellennachweise bitte! Quellennachweise zur massiven Lieferung von militärischen Material und Menschen durch die USA, Kanada und EU an die ukr. Armee und deren faschistischen Terrororganisationen, gibt es.

Yep – und zwar vor allem in seinem krummen Kopf …

Jetzt wird’s schmutzig

80 cyborgs suffered muscle spasms, vomiting, dif breathing on 19/1 in #Donetsk AP“

Aus einem OSZE-Report. Klingt doch ganz so, als setzten die russischen Truppen dort jetzt chemische Kampfstoffe ein … nun ja, es wurde ja schließlich nur vereinbart, dass die ’schweren Waffen‘ abgezogen werden müssten. Und Erfahrung mit Giftgas haben die Russen seit dem ‚Moscow Theatre Event‘ auch schon.

Wer sich über das Justizsystem in den Folxrepuppsliken Illusionen macht, möge sich das hier anschauen. Der Wagen, in dem der Zusammengeschlagene dann abtransportiert wird, trägt übrigens Nummernschilder des russischen Innenministeriums. Mitten in Donezk … mit anderen Worten: Die Zeit der Tarnung, wer dort Krieg führt, ist vorbei.

Nachtrag – hier jetzt eine ausführlichere Bestätigung:

„Some 80 Ukrainian soldiers who were defending the Donetsk airport have manifested symptoms similar to those resulting from gas attacks, according to a report of the OSCE Special Monitoring Mission.“

Die Hinweise verdichten sich:

„He said the rebels started using grenades with a nerve agent – a prohibited means of warfare – over the last weeks. “If there is vomiting it is definitely a nerve agent. If there is a closed building a person may faint over them,” he said adding that the rebels definitely used such grenades on Jan. 20.“

Aua für Bandidos

In einer Panzerschlacht hat sich die ukrainische Armee den Weg zum bedrohten Flughafen von Donezk freigekämpft. Gut für die ‚Cyborgs‘ dort. Kampfzwerg Motorola soll tot sein, heißt es – und diesmal auch wirklich. Aber wer weiß, der Kerl ist eine Katze. Der Reporter sieht an einigen Stellen übrigens aus, als bräuchte er dringend neue Pampers …

Ich hoffe, die ukrainische Armee nutzt jetzt dieses Momentum. Von einem Waffenstillstand wollten diese Operettenstaatler in ihrem Beutegebiet seit Wochen nichts mehr wissen. Was soll’s, man muss ihnen die Akzeptanz fürs ‚Minsker Abkommen‘ dann eben einbläuen …

http://tsn.ua/bin/player/embed.php/384631886

Nachtrag: Tscha – und nun wird schon mitten in Donezk gekämpft. Hat denen denn niemand gesagt, dass man nach einem gescheiterten Angriff am verwundbarsten ist? Ein treffender Kommentar bei ‚reddit‘:

„Looks like the rebels misunderstood that the ceasefire was supposed to be bilateral and now Ukraine finally answered the ongoing provocations.“

Die Entwicklung kann man bei Twitter unter dem Hashtag #donezk verfolgen. Und wer Bilder der ‚Kulturministerin‘ von Luhansk sucht, der wird hier fündig.

In Kramatorsk (Ostukraine), wo die Separatisten monatelang ein Banditenregime errichten konnten, bevor die ‚Kiewer Junta‘ diese Menschen befreite, scheint die Bevölkerung ganz und gar nicht einverstanden zu sein mit einer Rückkehr in das novorussische Paradies, obwohl dort doch Milch und Honig fließen sollen.

DNR: Gute Bildung ist alles

Compulsory education will be the subject for both boys and girls. It will include a drill and physical training, the basics of civil defense, shooting, assembly and disassembly of small arms. In addition, it is assumed holding elective classes of civil defense in the process which will teach students the basics of first aid, how to behave when artillery fire, the basics of equipment shelters and shelters.“

Erinnert mich doch stark an die HJ und die Jungen Pioniere. Und mit dieser Ausbildung bauen sie dann das Land wieder auf? Non scholae sed mortis discimus? Hier übrigens Bilder von der Moskauer Pegida, der Russian Version:

„Neo-Nazis and Nationalists Rally at the “Russian March”. No unity on National Unity Day.“

Auch ’ne Verschwörungstheorie

Wer sich über das sinnlose Massensterben der Separatisten am Donezker Flughafen im Feuerhagel der ‚Cyborgs‘ wundert – hier wäre eine mögliche Antwort zu finden:

„Weiter. Der Hauptteil der russischen Streitkräfte wird hauptsächlich in den zur Russischen Föderation angrenzenden Städten beobachtet und nicht an der Frontseite: Offensichtlich wird im Kreml wunderbar verstanden, dass im Falle einer weiteren Konfliktverschärfung – wenn man sich nicht mehr durch humanitäre Hilfe freikaufen kann und die Region vollständig geplündert ist – die bösen Kämpfer in das angrenzende Gebiet Rostow eindringen werden. Die Chancen ins Innere des ukrainischen Territoriums vorzudringen sind gering: die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Positionen recht gut gefestigt.“

Der Flughafen wäre somit also eine ‚Knochenmühle‘ für unbotmäßige Elemente; Säuberungen nicht durch Gulags, sondern durch Fronteinsatz. Creating martyrs without a cause … interessant auch die dort genannten Angebote von kosakischen Separatistenführern an ukrainische Streitkräfte, sich jetzt ‚gegen die Russen‘ zu verbünden.

Je länger, je mehr erinnert mich die Situation im Donbas an den russischen Bürgerkrieg, nur dass ich nicht weiß, wer dort jetzt die ‚Roten‘, und wer die ‚Weißen‘ sind. Wer noch Weihnachtsgeld übrig hat, besorge sich die jüngst erschienenen Erzählungen des großen Isaak Babel aus dem schönen Odessa, um zu verstehen, dass damals nicht kommunistische Helden gegen faschistische Söldner kämpften, sondern Dreck gegen Schmutz. Stalin jedenfalls ‚was not amused‘ … und Putin ist es vermutlich heute auch nicht.

Shopping in Donezk

Ein einmaliges Einkaufserlebnis: Wozu braucht man noch Geld, wenn nichts mehr da ist?

Scharia in Donezk

Ach so – seine Untat: Er soll was geklaut haben. Das dürfen dort nur die Anführer …

Living in the DPR

„Let’s go and take some cars …“. Derweil bleibt der Angriff die beste Verteidigung:

„Seit der Abmachung [von Minsk] hätten seine Truppen 38 Ortschaften eingenommen, sagte [Sachartschenko] in einem Interview mit der russischen Zeitschrift „Expert“. „Wir haben nur zurückgeschossen“, sagte er und wischte so den Einwand fort, dass die Rebellen damit den Waffenstillstand gebrochen hätten.“

Genau, wir haben uns bloß verteidigt – und plötzlich war die Ortschaft unser. Dreister geht’s immer … und den Kerl da unten mag ich zwar nicht, aber wo er recht hat, hat er nun mal recht, und auch Großbritannien sollte wieder zu Schleswig-Holstein gehören:

„Alexander Lukashenko has condemned Russia’s annexation of Ukraine’s Crimean Peninsula. The Belarusian President says that if the seizure of Crimea is justified on the grounds that it is an historically Russian territory then, based the same reasoning, most of Russia, Western and Eastern Europe should be returned to Khazakstan and Mongolia.

Lohnende Lektüre

Wer nach ‚Evidence‘ sucht, dass keineswegs nur die paar Hanseln von der DPR den Flughafen angreifen, diese Volksbefreiungsarmee ohne Volk, sondern die russische Armee höchstselbst, gut gedeckt hinter ‚zivilen Zielen‘, der wird in diesem langen Text mit seinen Fotodokumenten fündig, allesamt aus russischen Quellen. Denn bei den Putin-Pudeln sind alle Schamschranken längst gefallen. Warum die ‚westlichen Mainstream-Medien‘ darüber nichts berichten? Ja, bin ich denn Verlagsleiter? Sie sehen dort wohl nur, was sie sehen wollen:

„Yet seeing this warfare through the lens of guerrilla fighting, such as the British Army against the IRA, loses sight of the fact that the “Donetsk and Lugansk People’s Republic” are fully armed, supplied, funded and staffed by the Russian Federation — both the state and ultranationalist groups in un-civil society — and helped immensely with war propaganda and disinformation by the Russian state media. That means they aren’t just a scrappy self-defense militia fighting against a powerful enemy; they are the firing end of a far more powerful state that has invaded its neighbor.“

In den famosen Volksrepubliken stehen ‚auf Homosexualität‘ jetzt drei bis fünf Jahre Gefängnis. Und wer sich dann noch immer nicht zu benehmen weiß, der wird vermutlich von den Gefängniswärtern vergewaltigt, bis er nicht mehr weiß, ob er Männchen oder Weibchen ist …

Warum der Flughafen?

Überall hält der brüchige Waffenstillstand halbwegs, nur am Flughafen in Donezk nicht. Warum eigentlich? Das Argument, dass dann die russische Armee unbehelligt Truppen und Nachschub in die famosen Volxrepupplicken verlegen könne, zählt meines Erachtens nicht. Die russischen Grenzen sind weit offen.

Weshalb also sollen Maschinen dort in Donezk landen können? Die Antwort ist in meinen Augen einfach: Die neuen Mafia-Republiken werden künftig von irgendetwas leben müssen, zumindest die ehrenwerte Gesellschaft dort. Andere lukrative Erwerbszweige gibt es nicht mehr, die Kohle im Donbas ist ein Auslaufmodell, außerdem wäre die Verwaltung einer Mine für einen echten ‚Warrior‘ viel zu mühsam. Für den Drogen-, Frauen-, Waffen- und Menschenhandel wiederum benötigt man eine Einflugschneise, die nicht direkt und zu Lande über russisches Territorium führt, sonst würde man ja gleich dort abkassiert. Also ist für die Fracht aus Turkmenistan und anderen dunkleren Winkeln dieser Welt ein Umschlagpunkt mit Landebahn vonnöten.

Im zweiten Tschetschenien-Krieg war übrigens der Flughafen von Grosny aus solchen Gründen schon mal das vornehmste Ziel. In Transnistrien, noch so einer Schmugglerrepublik, sieht es ähnlich aus.

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