Stilstand

If your memory serves you well ...

Spekulatius gefällig?

Wann der Günter Grass, nach den jüngsten Erfahrungen, sein nächstes Gedicht schreiben wird, das weiß ich nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es dann ‚Journalisten und Medien‘ zum Thema haben wird. Zur Einstimmung empfehle ich dem Danziger hierzu Walter Mehrings ‚Arie der großen Hure Presse‘, damit er zukünftig ein wenig urbaner und schmissiger klingt, und nicht erneut so monoton und überpathetisch mit den Stricknadeln altväterlicher Distichen sich durchs Feuilleton klappern muss:

3 Kommentare

  1. Helene Grass

    31. Mai 2012 at 16:08

    Journalistenrat

    Jarchow, meide den Selbstkult und überhaupt fürchte den Hochmut,
    Der wie berauschender Wein rasch dir die Sinne verwirrt.

    Auch Alexander erlag, der gewaltige Liebling der Götter,
    Eh´sein Ziel er erreicht, weil er sich schwer überhob.

    Inflationär geht verloren des Schreibens hohes Geschenk.
    Ruhet länger dein Stift, läutert vielleicht sich dein Stil.

  2. Der Willi, bienenwämsig,
    schleicht sich hier rücklings ein,
    wo Wortmaß er zu wahren weiß,
    soll dies die Probe sein.

    Nebenbei bemerkt – Alexander, der vorgebliche ‚Götterliebling‘, überhob sich nicht, der starb vielmehr fett und als schwerer Alkoholiker in relativ jungen Jahren. Sein hellenistisches Reich hingegen hatte einige Jahrhunderte Bestand, wenn auch aufgeteilt unter die Diadochen, die meist besser waren als ihr Ruf.

    Ferner lehrt sich auch das Schreiben durchs Schreiben, also durch Praxis – anders ausgedrückt: Je mehr du schreibst, desto flüssiger wird dein Stil. Für Lateiner: Nulla dies sine linea. Einen Stift benutze ich eher selten, das ‚hohe Geschenk‘ fiel auch nicht vom Himmel, das habe ich mir alles selbst beigebimst, und wenn ich mich läutern will, gehe ich eine Kirche … soderle, und nu kommst du.

  3. Helene Grass

    31. Mai 2012 at 17:12

    Drei Räte an künftige Edelfedern

    Fülle die Zeilen mit würdigem Stoff und ohne Verflachung.
    Lass es glühen das Wort! Asche kommt leider von selbst.

    Stets zu Schwärmen geballt fliegt das Volk geschwätziger Stare.
    Einsam flieget der Aar, wahrer Star, droben die Bahn.

    Vielschreiber täuschen sich oft mit lateinischem „Linea nulla“,
    Ach behielten sie doch manches, nein vieles bei sich.

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