Es macht sich einfach besser, zumindest in der Headline, wenn ein Opfer ’schwer verletzt‘ worden ist, auch wenn eine so genannte Qualitätszeitung dafür den Polizeibericht arg strapazieren muss:

„Erneut Mann in Berlin Mitte angegriffen und schwer verletzt.“

Mit der Wahrheit rückt man beim Kisch-Gedächtnis-Schlendern auf dem Boulevard erst dann heraus, wenn die Sensationsgier des Publikums ausreichend gekitzelt und gekobert wurde, so wie die Geschäftsleitung dies neuerdings wünscht. Schließlich lebt man in einer Hauptstadt, da muss doch einfach mehr los sein als in die Fakten passt:

„Der leicht verletzte 18-Jährige war den Angaben nach beim Eintreffen der Polizisten nicht ansprechbar.“

Ja, wat denn nu? – fragt sich da doch das verdutzte Publikum. Immerhin – bei der Sache bleibt der Kollege vom ‚Tagesspiegel‘ …