Stilstand

If your memory serves you well ...

Scharlatan

Diejenigen Kriminellen, die giftige Industriefette als Tiernahrung deklarierten, heißen jetzt in nahezu allen Qualitätsmedien und wortschablonistisch bloß noch „Scharlatane“. Womit sie zu den Nachfahren des fahrenden Volks der Gaukler und Bärenführer aus dem italienischen Städtchen Cerretano gehören. Gewissermaßen wären sie damit dem Mittelalter entwachsene Pilotenspieler, PR-Agenten, Börsenexperten oder Staubsaugervertreter der Jetztzeit. Das Wort ‚Scharlatan‘ enthält also bereits eine umfassende Exkulpation, nach dem Motto: „So ist die Wirtschaft nun einmal“. Mir erscheinen Wörter wie „Wirtschaftsverbrecher“ oder „Giftmischer“ sehr viel präziser und angebrachter. Justiziabel wäre das Gemeinte noch dazu, ‚Scharlatanerie‘ hingegen ist kein Straftatbestand …

5 Kommentare

  1. Wobei hier nicht einmal Scharlatanerie betrieben wurde. Früher hieß das mal Brunnenvergiftung und war Auftakt, ganze Volksgruppen umzubringen. Heute bekommen solche [setze Schimpfwort nach Bildungsstand ein] womöglich noch Bundesverdienstkreuze.

  2. (Ignofanten aus Dünkeldeutschland)

  3. Wobei ich statt Scharlatanerie lieber „Fehlleistung“ einsetzen möchte. Denn: Das Treiben betreiben die „Industriellen“ doch schon immer – oder- wenigstens schon sehr lange.

    Dass dabei nun mal wieder was in die Öffentlichkeit gelangte, ist halt die Fehlleistung.

    Alle Welt frisst das Zeug doch ohne nachzudenken. Nach dem Motto: „Das macht doch nichts, das merkt doch keiner.“ (Hüsch)

    Da hat halt wieder mal einer der Fuzzis nicht aufgepasst – und – hat sich erwischen lassen. Aber ändert das was?

  4. Als Lachstädter muss ich kurz korrigieren, Scribine, der Satz stammt nicht vom niederrheinischen Hanns, sondern vom elblichen Hans – Scheibner nämlich.

  5. Stimmt, lieber Dierk!Danke für die Korrektur.

    Aber, da mir beide sehr viel gegeben haben, wird es der Scheibner Hans wohl verzeihen, dass ich diese sehr einprägsame Liedzeile dem Herrn Hüsch zugeschrieben habe.

    Tja, es gibt so Fehler, die man dann kein zweites Mal macht – hoffe ich.

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