Zwar mag die Zahl der Definitionen für Satire so uferlos sein, wie die Zahl der Satiriker. Zugleich aber sollte man schon eine satirische Begabung besitzen, um sich erfolgreich auf dieses Genre hinauszureden. Dieser junge Mann fällt sicherlich nicht unter diese Kategorie. Sich hinterher den Hosenboden mit einer nachgeschobenen satirischen Absicht zu polstern, damit die verdienten Schläge weniger schmerzhaft ausfallen, ist kaum probat. Das Amt ist jedenfalls flöten – und ich frage mich, woher der Parteinachwuchs jeder Couleur immer wieder diese solitären Geistesriesen bezieht.

Kurzum: Ein Bremer (Ex-)JU-Vorsitzender hat schlicht eine ebenso strunzdumme wie missverständliche Parallele ohne Not hergestellt, indem er einen islamophoben Zossen – wiewohl in guter Absicht – solange über die Oxer und Tripel-Barren des guten Geschmacks trieb, bis er plötzlich mitten im tiefsten Braunau auf dem Marktplatz stand. Satirisch daran ist höchstens sein Fall …