Unser Rainer Brüderle ist bekanntlich immer dort zu finden, wo die Mikrofonständer sich krümmen und winden. Weshalb auf FDP-Parteiversammlungen angesichts dieses Schlangentanzes der ganze Saal dann tost und johlt. So auch in diesem Fall eines verunglückten Sprachgebrauchs:

„Generalverdacht gegen Vermögende verbietet sich.“

Nanu, wer verbietet uns denn da diesen Generalverdacht? Einzig logische Folgerung, öffnen wir die verstaubte Schublade mit der altehrwürdigen Grammatik: Dieser General Verdacht, den es Brüderle zufolge gar nicht geben soll, der verbietet sich hier selbstherrlich selbst und schafft gedankenflüchtig sich selbst auch gleich ab, nach dem Motto aller Hütchenspieler : ‚Ich bin gar nicht mehr da!‘. Russisch Roulette im Wirtschaftsraum …

Denn so arbeiten nun mal diese reflexiven Verben, die sich ungefragt selbst zu Handelnden aufschwingen können. Subjekt und Objekt schließen da eine Personalunion. Hätte unser hochweiser FDP-Chef hingegen gesagt, einen „Generalverdacht gegen Vermögende verbiete ich,“ dann wäre die subjektive Hybris des Pfälzer Weinkönigs angesichts einer überbordenden Zahl von Selbstanzeigen jedem unmittelbar klar gewesen – und das wäre dem Brüderle wiederum auch nicht recht. Trotzdem möge er sich aus Gründen der Sprachlogik künftig um einen sachgerechten Wortgebrauch bemühen (verdammt, schon wieder so’n reflexives Verb) …