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Quiz: Berlin oder München?

Bereiste gestern mal wieder die Stadtmitte. Überall nur noch überbackene Käse-Schwuchtel-Kotze! Doofes Rumhängen an Straßencafes vor Sektkelchen am späten Vormittag (Maximen: Schlafen bis zwölf, draußen sitzen!). Edeltrebe allerorten. Nachkommen verschmähende Edelfuzzis, Handygehabe. Abends wahrscheinlich noch schlimmer. Es ist zum Weglaufen.“
Thomas Kapielski

8 Kommentare

  1. Der erste Satz beantwortet die Frage. Eine „Stadtmitte“ hat Berlin ja nicht.

  2. Ich kenne München ein wenig, Berlin gar nicht. Trotz dem tippe ich auf Berlin, denn in München ist die Stadtmitte Marienplatz bis Stachus. Solch beschriebene Charaktere findet man aber eher in Schwabing, was am westlichen Rand zu finden ist.

  3. Klingt sehr nach Berlin. Das mit dem Sekt jedenfalls…

  4. Als uralter, ja: ur-echter Berliner (Kreuzberger, dann Schöneberger, dann Charlotenburger, nun Lankwitzer) erkenne ich sofort den Teil, der mir von Zugereisten und Touristen weggenommen wurde.
    Für Nichtberliner: Es gibt hier in berlin sogar eine U-Bahnstation „Stadtmitte“.

  5. Ja – es ist Berlin. Kapielski als alter taz-Starschreiber, solange bis ihm der Ausdruck „gaskammervoll“ unterlief, kannte diese Stadt ja genauso gut wie seine Biersorten.

    „Mitte“ ist in Berlin, vereinfacht gesagt, jener Ort, wo bis 1990 gar nichts mehr war, und jetzt nur noch vergänglicher Chichi-Chic, öde Konsumpaläste und genormte Hamstertempel für Büroknechte und hirntote Bizziniss-Piepels. Das heißt nicht, dass diese Zustände nicht auch anderswo möglich wären …

  6. Oh, die Biersorten. Die klassischen beiden Berliner Sorten „Berliner Kindl“ und „Schultheiss“ werden schon seit langem in Westdeutschland (Ruhrgebiet?) hergestellt …und schmecken scheußlich. Aber es gibt ja reichlich andere, auch gute Sorten.

  7. Komisch, hatte sofort „Gosch“ vor Augen. Und diese Szenen sehe ich in Warnemünde, Bremen, ….

  8. Nein, das mit den Biersorten stimmt nicht. Die werden, samt, sonders und neben weiteren wie „Märkischer Landmann“, Potsdamer Drecks-, äh: Rex-Pils, neuerdings auch „Berliner Bürgerbräu“ und etliche weitere, in der ehemaligen (Ost-)Schultheiß-Brauerei in Weißensee hergestellt.

    Gosch gibt es mittlerweile selbst in der Fußgängerzone von Castrop-Rauxel. Und sektschlürfende Wichtelmänner, die meinen, sie verkörperten den Urberliner (-kölner, -düsseldorfer, -münchner) lungern auch überall rum, wo es gasbetriebene Heizpilze gibt.

    Wer wirklich ein realitätsgetreues Abbild jenes (in der Regel aus dem Süden bis Westen zugewanderten) Gelumpes sucht, das die ehedem unschuldigen Berliner Kieze mit seiner zur vermeintlich stylishen Schau gestellten Lächerlichkeit vergewaltigt, der bilde sich an literarisch-zeichnerischen Meisterwerken wie jenen von „Fil“ („Didi & Stulle“). Frei zitiert: „Wirle hättenle gernele nochele nele Sektle, gelle“.

    Guten Abend.

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