Stilstand

If your memory serves you well ...

Putin am Ziel

Die EU und die Ukraine haben soeben das Assoziierungsabkommen unterzeichnet … ohne die hilfreiche Initiative des russischen Präsidenten wäre das wohl nicht so schnell erfolgt. Aus dem Kreml ertönt Gebell:

„Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Abkommens drohte der stellvertretende russische Außenminister Grigori Karasin nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax der Ukraine mit „schwerwiegenden Konsequenzen.“

Auch das organisierte Kommentariat zeigt sich empört … aber ich weiß einfach nicht, warum die sich wundern: Da überschwemmt man ein Land mit russischen Söldnertruppen, mit Krieg, Waffen und Munition, und dann staunt man, dass dies Land in die andere Richtung abdriftet?

42 Kommentare

  1. Die EU hat beim Gipfel in Brüssel Partnerschaftsabkommen mit der Ukraine, Georgien und der Republik Moldau (Moldawien) unterschrieben. Die Assoziierungsvereinbarungen dieser drei Staaten stärken die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den 28 EU-Ländern. Sie sehen unter anderem eine Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel und Energie vor, verstärken die Kooperation in der Außenpolitik und sollen eine unabhängige Justiz sowie den Kampf gegen Korruption fördern.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gipfel-in-bruessel-eu-setzt-russland-ein-ultimatum-1.2019617

    Und gleich der erste Leser landet einen Volltreffer:

    „Russland droht mit ernsthaften Konsequenzen“
    Hat Putin Angst vor einer unabhängige Justiz und dem Kampf gegen Korruption?

    Übrigens gibt es heute in der Printausgabe der Süddeutsche eine Reportage von Cathrin Kahlweit aus der Ostukraine. Mittlerweile fliehen dort vor der Schreckensherrschaft der Milizen selbst die Menschen, die bei den „Referenden“ für die Ausrufung der „Volksrepubliken“ gestimmt haben.

  2. Ich glaube, der Putin hat inzwischen auch Angst vor ‚Separatisten‘ im eigenen Land. Selbst seine ‚Sibirer‘ rufen jetzt nach einem eigenen Staat. Das ist wohl die ‚ostukrainische Schule‘, die dort Schule macht …

  3. sibirien wäre aber blöd, oder. wohin macht man dann „landverschickung“ mit rotzigen punkgören oder missliebigen oligarchen.

    apropos oligarchen:

    „Ich schlage der EU vor, die Auslandskonten der wichtigsten russischen Oligarchen, allen voran Chodorkowski, zu enteignen und das Geld den rechtmäßigen Eigentümern, dem russischen Volk, zu übergeben.“

    oligarchen sind immer die anderen 😉

  4. @sol1

    es ist ja immer ein bißchen schwerer, um die ecke zu denken, das kann nicht jeder. ich habe zb. gerade die ganzen kommentare zu diesem denkmal für gavrilo princip gelesen.

    auf die idee, daß ja nicht er den krieg angefangen hat, sondern die generalstäbler in wien und berlin, kommen die wenigsten. auf die erkenntnis, daß er nur ein schwert hingestellt hat, in das die herrschaften freudigst sich und _vor allem_ ihre reiche gestürzt haben, kommt keiner.

    geschweige denn auf die (um die ecke denken), daß er mit seiner tat eigentlich verantwortlich ist für das ende des kaiser-, zaren- & königtums in ganz europa und es nur noch diesen irren aus braunau brauchte, um auch den restbeständen der alten welt den rest zu geben, auch keiner.

    ich finde so ein denkmal ist doch das mindeste 😉

  5. ach ja, nur damit das nicht untergeht: das hat natürlich auch in der gegenwart seine paralelle – obwohl es die sowjetunion nicht mehr gibt, ist ja noch was übrig zum zerlegen 😉

  6. OT: ++breaking news++
    Dugin wurde seine Stelle als Leiter der Fakultät für internationale Beziehungen an der staatlichen Moskauer Universität gekündigt, angeblich „wegen seiner harten Haltung bzgl. der Ukraine und seiner Unterstützung der DNR/LNR“ -also der Separatisten, so Dugin. Als Nachfolger wurde Schirinowski vorgeschlagen.
    Was hat das jetzt zu bedeuten??

    Leider nur auf russisch:
    http://www.colta.ru/news/3692

  7. Von Dugin zu Schirinowski – das ist nur schwer als Fortschritt zu interpretieren. Klingt für mich eher wie: Von der Gülle in die Jauche … dieser Schittinowski tollte ja auch schon mal auf der Krim herum und intonierte dort die Neonationale. 😉

    Hat der Schirinowski denn überhaupt mal die Volksschule erfolgreich abgeschlossen? Wer eine Fakultät leitet, sollte ja wohl zumindest Professor sein.

  8. Wladimir „The Brain“ Schirinowski 😉
    Ein richtiger Mann, der sein Vaterland liebt, braucht doch keine intellektuellen Fähigkeiten!
    Aber im Ernst, seltsam finde ich die Geschichte schon.

  9. Nachtrag: Studium der Turkologie und Internationale Beziehungen und ein Fernstudium in Jura, sagt wikipedia. Na dann..

  10. Interessanter Karrieresprung für jemanden, der gerade auf einer Pressekonferenz seine Bodyguards dazu aufforderte, eine schwangere Journalistin zu vergewaltigen:

    http://www.stern.de/politik/ausland/ausraster-von-russischem-politiker-notgeile-frauen-sind-schuld-am-maidan-2104902.html

  11. @sol1
    Ja, der war gut. Leider wird in dem Artikel nicht auf das Video mit seinem Auftritt verlinkt… Das verlinkte ist aber auch ziemlich aussagekräftig 😉

    Der Film „Furien des Maidan – Sex, Psychose und Politik“ sollte auch recht interessant sein – und wissenschaftlich fundiert…

    http://www.focus.de/politik/ausland/faschistische-saujuden-junta-das-sind-die-zehn-verruecktesten-propaganda-luegen-im-ukraine-konflikt_id_3821824.html

  12. dugin? spontan? ultimatum am montag …

    komplett verkalkuliert, als tiger gesprungen, als bettvorleger gelandet … hätte besser mal nicht auf die pausetaste gedrückt ,,,

    oder … er wird für „wichtigeres“ bereitgestellt und ich liege komplett falsch … time will tell.

  13. @hardy
    Das ist die Frage.
    Seine Statusmeldung auf facebook (übersetzt von bing):

    „Alles fängt gerade an. Schlacht um Moskau ist Teil unseres gemeinsamen Kampfes für die russische Welt über Eurasien, für Novorossiju. Ich will be back, hoffe ich…“

    Wie viele Folgen Terminator gab es nochmal?

  14. saiz,

    wir stecken ja nicht drin, wir machen uns ja nur ein bild und irgendwie ist es immer noch ein puzzle, von dem wir keine ahnung haben, wo es endet oder was es darstellt.

    dieses kryptische „ich komme zurück, hoffe ich …“ klingt ja nicht gerade nach „jetzt werdet ihr mal sehen, wozu ich fähig bin“ eher nach „ooops, keine ahnung, ob mein bild oder ich an die wand kommt …“

    es gab übrigens afaik vier teile, der erste ist immer noch der beste 😉

  15. Hmmm – ‚Schlacht um Moskau‘, das klingt doch eher gefährlich für Putin. Die ukrainische Armee wird ja wohl kaum in Russland einmarschieren, und schon gar nicht die berüchtigten Phantomarmeen der EUSA.

    Na, schauen wir mal, wer von den beiden Verbalprotzen eher in den Gulag muss …

  16. klaus, ahem …

    irgendwann musst du dich ja mal entscheiden. in der variante, die ich bisher bei dir erkennen kann, sieht es so aus, daß dugin sozusagen der ideengeber von putin ist und ihn überhaupt erst in diesen schlammassel reingelockt hat.

    in meiner variante sieht so aus, daß ihm seine generalstäbler freundlich erklärt haben, daß er zu früh gekommen ist und es nicht durchhalten wird … pausetaste … der rest war purer bluff und der gegner nur so groß wie wir ihn gemacht haben, „scheinriese“ wäre das richtige stichwort.

    eine entscheidungschlacht um moskau, was ich so ein bißchen weniger martialisch als eher „ideologisch“ sehe, sähe dann im grunde so aus, daß dugin sich jetzt geezwungen sieht, um diesen einfluss zu kämpfen, weil er ihn gerade zu verlieren droht.

    ich interpretiere das so, daß putin bemerkt hat, daß seine gesprächspartner im westen ihn mit dem duginschen schwachsinn und seinen eigenen reden in sachen „neues russland“ konfrontieren und ihm gesagt haben, daß das ja wohl keine basis für eine zukünftige zusammenarbeit sein kann – wenn man sich ständig von so einer chauvinistischen perspektive bedroht sieht – und er sozusagen ein signal setzt.

    also den ernsthaften ideengeber durch einen pausenclown ersetzt, um zu sagen: „seht ihr, alles nur halb so schlimm“.

    in meiner variante ist der westen ja „gefestigter“ als in deiner und seine zögerlichenr reaktionen sind nicht ein zeichen von schwäche sondern kalkül – und eher die reaktionen, die das als schwäche missinterpretieren nur der ungeduld geschuldet.

    just my 2 cent. spekulativ wie alles andere auch.

  17. oooookay, also …

    wir nehmen mal folgendes zur kenntnis: die vorstellung einer uniformen russischen gesellschaft, die es einem wie putin erlauben würde, sein „neues russland“ auf biegn und brechen zu realisieren, können wir uns ja wohl abschminken, wenn eine petition von russen & ukrainern den rektor der fakultät zwingt, ihn zu feuern.

    das ist halt – so schön einfach das wäre – nicht mehr die sowjetunion, da gibt es eine zivilgesellschaft, die noch sowas zustande bringen kann … und, ich denke, ich habe das hier mal gesagt, das sind „unsere leute“, denen wir nicht in den rücken fallen sollten mit feindbildern.

    putin ist ein würstchen, freunde, und bis jetzt hat er in dieser sache nur mist gebaut, sein komplettes kapital versaubeutelt und die russiche wirtschaft für lange zeit ruiniert.

    ach ja, in sachen zivilgesellschaft: das eigentliche ärgernis vorgeblich deutscher „Linker“ ist ja eigentlich das, daß sie statt in dieser ZG den verbündeten zu sehen, sich lieber einem minimi a la putin an den hals wirft.

    dumm gelaufen

    „wenn du diesen fluss überschreitst, wirst du ein großes reich zerstören“.

    und, „wer das schwert nimmt, geht durch es zu grunde“.

  18. Naja, mal halblang – in ein Medienprojekt wie ‚Russia Today‘, das im buntesten Blinky-Blinky-Gewand täglich den eurasischen Gedanken zu fördern hat und auch sonst als Staat der Zukunft uns das 19. Jahrhundert anpreist, in dieses Projekt versenkt der russische Staat jährlich mindestens 300 Mio. Euro, um das ‚westliche Denken‘ zu bekämpfen – und um stattdessen Homophobie, Kriegertum, Untertanenmentalität, Führerdenken, Tschingderassabumm und Obrigkeitsgehorsam anzupreisen. Diese gewaltigen Summen kommen ja wohl kaum von diesem Clown namens Alexander Dugin. Der ist daher keineswegs allein – und auch kein ganz kleines Licht. Ich vermute eher, da lief was Konspiratives ab. In der Form der alten Hintertreppenwirtschaft des Zarismus, wo man als mächtiger Mann einschlief, und am nächsten Morgen als tote Leiche aufwachte. Das sind ‚Palastintrigen‘. Dass nicht Putin persönlich ihm plötzlich den Stinkefinger zeigte, sondern dass der Rektor und eine bestellte ‚Petition‘ vorgeschickt werden, ist doch klar. Putin legt großen Wert auf Formalien … dolles Deutsch übrigens, das diese Übersetzungsprogramme von sich geben.

  19. Wenn ich die aktuellen Suchergebnisse zu „МГУ Александр Дугин“ richtig deute, dann wurde Dugin doch nicht entlassen, und der Dekan der soziologischen Fakultät, der ihn berief, schied „aus eigenem Wunsch“ aus seinem Amt aus.

    Wie es um das akademische Niveau dieses Teils der Lomonossow-Universität schon vor der Berufung von Dugin bestellt war, kann man hier erfahren:

    http://barthsnotes.com/2007/03/25/students-battle-nationalist-dean-at-moscow-state-university/

  20. Nee, hardy, ich sehe das auch eher wie Klaus. Dugin ist mit seinen öffentlichen Statements zu weit gegangen, und da er inzwischen auch im Westen bekannt ist, gibt man sich nun den Anschein von Rechtsstaatlichkeit. Dabei entfernt man ihn jedoch nur aus der Schusslinie, distanziert sich aber nicht von seiner Ideologie. Eine Verurteilung wegen Volksverhetzung und Aufruf zum Mord, das wäre ein Zeichen für eine Kehrtwende.
    Und solange Putin seine Propagandamaschine nicht drosselt und die Separatisten öffentlich verurteilt, sind das mMn nur Nebelkerzen.

    Das interpretermag hatte die Geschichte übrigens schon am Donnerstag, und in gutem Englisch…

    http://www.interpretermag.com/russia-this-week-what-will-be-twitters-fate-in-russia/

  21. Im Kreml und den angeschlossenen Fakultäten geht es derzeit wohl etwas wirr zu – was gleichfalls für eine ‚Palastrevolte‘ spricht.

    Worauf aber der Fall Dugin noch hindeutet, das ist die Renaissance der Geisteswissenschaften. Der Neoliberalismus – was immer das für ein Gebilde sein soll – der schleift seit Jahrzehnten die Fächer unserer ‚Ideologieklempner‘ finanziell, ob nun Philosophie, Geschichte, Soziologie usw. Die einzig wahre Religion und Ideologie – diejenige Hayeks und seiner ‚freien Märkte‘ also – die sei ja bereits verwirklicht. Aufgabe der Universitäten müsse daher allein die renditeträchtige naturwissenschaftliche Forschung im Dienste der Industrie sein (etwas verkürzt dargestellt, ich weiß).

    Die Russen zeigen ‚dem Westen‘ nun, wohin das führen kann, wenn man die ‚unnützen Geisteswissenschaften‘ so dummbeutelhaft vernachlässigt, indem sie unter großem finanziellen Aufwand an einer ’nagelneuen Ideologie‘ basteln, die zugegebenermaßen schon aus den Windeln heraus ziemlich altbaksch duftet. Diesem Angriff stehen wir ‚Atlantiker‘ (Dugins Sprachgebrauch) ziemlich hilflos gegenüber, weil auf geisteswissenschaftlicher Seite im Westen eine akademische Brache liegt, wo nur noch kleine Lichter funzeln, die ‚Über den Einfluss der migrantischen Küche auf das kulturelle Leben deutscher Mittelstädte‘ forschen, ‚unter besonderer Berücksichtung Detmolds‘.

  22. @klaus

    [..] Ich vermute eher, da lief was Konspiratives ab.

    das ist jetzt natürlich geschickt, statt der gegebenen fakten, weiter zu spekulieren, aber … wir spekulieren ja alle und ich wollte nur ein bißchen den guten alten ockham bemühen: warum sich dinge komplizierter machen als sie sind.

    [..] eine bestellte ‘Petition’

    ich weiss es nicht, du weisst es nicht. ich tendiere dazu, es so einfach wie möglich zu sehen und damit mir rußland weiter ein bißchen komplexer zu machen, als es mir so lange zurechtzubiegen, bis es mir ins bild passt 😉

    @saiz

    [..] Eine Verurteilung wegen Volksverhetzung
    [..] und Aufruf zum Mord, das wäre ein Zeichen
    [..] für eine Kehrtwende.

    ist für mich wiederum ein argument und ein richtiges zudem.

    @allgemein

    ihr müsst mich nicht davon überzeugen, was dugin will, daß er „von bedeutung“ ist und daß es da ein gut finanziertes und mit wucht betriebenes projekt gibt.

    ich gehöre aber nun mal zu den leuten, die sich den anderen immer beim hinternabwischen auf dem klo vorstellen, sprich, ich bin nicht so leicht einzuschüchtern von scheinriesen.

    wenn ich zb. cameron (OT as it can) dabei beobachte wie er eine klatsche von epochalen ausmaßen in einen triumph zu verwandeln sucht, bin ich nicht so blöde, dem gejohle seiner hofschranzen auf den leim zu gehen. ein schulfhofschläger, mehr nicht. voll in die hose gegangen, das.

    ich dachte ja auch, daß meine „princip“ anmerkungen da oben beim denken weiterhelfen würden: man kann immer was mit aller verve starten, sich einbilden, man ist „an weihnachten wieder zuhause“ ist …

    aber … die realität, die geschichte lehren uns anderes: meistens geht’s in die hose, und leider gibt’s leichen in rauen mengen, bis alle das eingesehen haben. am ende wird dann einer ausgemacht, der an allem „schuld“ ist, bei uns hat das die „dolchstoßlegende“ begründet (ich hoffe, klaus, du hast ein auge auf die sachen von fischerau geworfen …)

    ihr habt also – imho – absolut recht mit euer „description“ dessen, was beabsichtigt ist, 100% d’accord, aber ihr irrt in der vorstellung einer uniformen gesellschaft von sowjetischer prägung, die das auch zulassen würde. so weit sind wir (noch?) nicht.

    ihr habt auch recht, wenn ihr sagt: „die arbeiten aber dran“, weil das bei euch immer so klingt, als ob ihr meint „die haben schon längst …“ und genau darin liegt der unterschied zwischen dem, wie du klaus und du saiz das seht und dem, wie ich es einschätze.

    aber, wer weiss, wer von uns recht behält, ich bin ja nur da, um daran zu erinnern, daß noch alles im ungefähren ist und nicht im stadium der fakten: wenn putin in der ostukraine eingegriffen hätte, hätte ihr recht behalten.

    statt dessen dieses feige wischiwaschi eines würstchens.

    ich glaube, wenn ich „recht behalte“, werden wir alle fröhlicher sein 😉

  23. Der Neoliberalismus – was immer das für ein Gebilde sein soll – der schleift seit Jahrzehnten die Fächer unserer ‘Ideologieklempner’ finanziell, ob nun Philosophie, Geschichte, Soziologie usw.

    Und deswegen ist Dugin durchaus zufrieden mit dem Wirken des MSU-Rektors:

    The pluses of Sadovnichy are that he did not allow the liberals to seize power. This is purely reactionary and conservative, but better than the liberals. He fought against the Unified State Exam. He supported the natural faculties. He considered the humanitarian sciences purely institutional nonsense, and paid no attention at all to them. But what is important: it is MGU that can and should become the center for patriotic conservative paradigms in Russian education. It is the best platform for the renewal of full-fledged Russian education with a bulwark for traditions. Sadovnichy is a good guy in that he did not allow MGU to be torn apart. He preserved everything in a conserved state. There is not the slightest sign of spiritual or intellectual life there, but there isn’t death and corruption, which the liberals inevitably bring in along with them (the Higher Economics School is a malicious Russophobic terrarium, like a branch of Ekho Moskvy). Like almost everywhere in the zones of reactionary conservatism.

  24. @hardy
    „wenn putin in der ostukraine eingegriffen hätte, hättet ihr recht behalten.“

    Er hat eingegriffen, er ist lediglich nicht offen einmarschiert.
    Mein Eindruck ist, dass du zu sehr vom „Endziel“, dem Anschluss der Ukraine, ausgehst und dabei die kleinen Etappensiege vernachlässigst, wie z. B.
    – die Annektion der Krim
    – Gehirnwäsche der russischen Bevölkerung (bis hin in die intellektuellen Kreise, s.o.), weitestgehende Zustimmung zu seiner Außenpolitik, Ablenkung von innenpolitischen Problemen, die fast komplette Dezimierung der innenpolitischen Opposition
    – die teilweise Verhinderung wichtiger politischer und wirtschaftlicher Reformen in der Ukraine, da er das Land in einem permanenten Zustand der militärischen Bedrohung hält; der psychische Druck und die steigende Zahl der Opfer
    – die Unterstützung der Rechten (und Linken) in Europa und die Montagsdemos
    – eine herbeigeredete ethnische Spaltung/Konfrontation von und Misstrauen zwischen Russen und Ukrainern auch im Ausland (wenn man da nicht drinsteckt, bekommt man davon wahrscheinlich nicht so viel mit)
    undsoweiterundsofort

    Und, last but not least, hat einer meiner besten und ältesten Freunde (Gewerkschaftsfunktionär) mir gegenüber vor ein paar Tagen einen Auftritt à la Dagdelen hingelegt, wobei ich wahrscheinlich noch froh sein kann, von ihm nur als Naivling und nicht als Faschist bezeichnet worden zu sein. Was mich echt fertig macht.
    Das werde ich Putin nie verzeihen. (Ich weiß, das war nicht seine Absicht noch sein Ziel, aber trotzdem 😉

    Und was seine Pläne mit der Ukraine angeht, so denke ich „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. An den offenen Einmarsch glaube ich ja schon länger nicht wirklich, er hat da ganz andere Möglichkeiten. Aber zugegeben, das sind Spekulationen.

    Um deine Vorstellungskraft bzgl. des stillen Örtchens beneide ich dich allerdings wirklich 😉

  25. @ hardy: Du vergisst die Macht eines ‚unimedialen Propagandaapparates‘: In Russland gibt es heute quasi nur noch ‚lifenews‘ und ‚Russia Today‘ – und die Journalisten blöken alle dasselbe. Das ist dann Gehirnwäsche, und ich denke tatsächlich, die russische Bevölkerung ist heute weitgehend gleichgeschaltet und vom internationalen Informationsfluss abgeschaltet – bis auf kleine intellektuelle Zirkel in Petersburg oder Moskau vielleicht, die noch Kontakte im oder ins Ausland haben. Dahinter steht aber keine Masse, die eigentlich viel lieber eine Demokratie möchte.

    Teilweise hat das m.E. sogar kulturgeschichtliche Gründe: In der russischen Literatur bspw. wimmelt es nur so von Sektierern, Idioten oder Sonstwie-Schmuddels als ‚Helden‘. Lies mal Dostojevski, Tschechow (der beschrieb all das Elend allerdings nur), Turgenjew, Gorki, Lesskow, Bulgakow, auch Solschenizyn usw. Ein wahre Ikonographie alles Debilen und Schrägen – auch deswegen wohl verehren sie dort heruntergekommene Figuren wie z.B. den Schirinowski, die hierzulande niemand auch nur mit der Kneifzange anfassen würde, aber die haben eben eine ‚russische Seele‘ …

    @ Saiz: Die Ignoranz unserer ‚Eliten‘ in Bezug auf die Geisteswissenschaften und deren Funktion geht mir schon länger auf den Senkel. Es ist, als hätte denen jemand einen kleinen Ökonomisten-Chip ins Ohr gepflanzt: Es gilt nur die unmittelbare Rendite – und wie diese die Welt sah. Andererseits ist auch nirgends eine intellektuelle Größe auf den genannten Gebieten in Sicht, also ein Max Weber z. B. oder von mir aus auch ein Nietzsche. Alles nur Zwergwuchs mit Pensionsberechtigung oder aber modische Denk-Designer und Wortornamentalisten wie der Herr mit der Tolle, dieser Sloterdijk, die es eigentlich besser wüssten, aber dann doch lieber besser leben möchten …

  26. [..] Mein Eindruck ist, dass du zu sehr vom “Endziel”,
    [..] dem Anschluss der Ukraine, ausgehst

    nein, saiz, mein „endziel“ ist krieg.

    und zwar einer, in dem wir hier verwickelt sein werden mit russland als gegner. das ist natürlich nicht mein „ziel“, es ist meine befürchtung, und ich bin hier bei klaus, weil er neben lübberding schon früh die dinge beim namen genannt hat – und naja, weil klaus hier einen kleinen englischen club betreibt, in dem niemand ausflippt, wenn ich princip mal um die ecke denke 😉

    für mich ist das ja alles „abstrakt“. ich bin programmierer, ich hab’s nicht so mit dem bewerten, mich interessiert mehr, wie’s „funktioniert“ oder das „strategische“, „wer macht was und welche konsequenzen hat das?“. weniger das „oh!der!böse!“.

    [..] die Annektion der Krim

    ist der knackpunkt. damit hat putin eine grenze überschritten und wir (als „westen“) können ihm das nicht „durchgehen“ lassen, aus ganz grundsätzlichen erwägungen. wenn wir es täten, zöge das 19. jahrhundert wieder ein in die weltpolitik, unsere gesamte sicherheitsarchitektur wäre futsch.

    ich sehe noch nicht, wie das zu lösen ist, ohne daß vladi sein gesicht verliert. aber das ist der punkt, hinter den wir wieder zurück müssen.

    [..] Gehirnwäsche der russischen Bevölkerung

    ach, saiz, jetzt mal ehrlich: dieser art gehirnwäsche sind wir genau so unterzogen wie die russen, nur weil wir es sind, wollen wir das nicht sehen. wir haben uns zwei jahrzehnte lang neoliberal das gehirn waschen lassen, die gesellschaft entsolidarisiert, den wert einer person von seiner wirtschaftlichen nutzbarkeit zu begreifen gelernt.

    der punkt an der stelle ist doch nicht, daß eine regierung das tut, der punkt sind die medienfiguren, die so was tragen. ich erinnere mich nur zu gut, wie sich amerika von einem moment in einen hysterisch patriotischen sicherheitsneurotiker verwandelte. das muss man den leuten nicht befehlen, die machen das freiwillig, weil sie arschkriecher sind.

    [..] Reformen in der Ukraine

    jetzt mal ehrlich: du hoffst doch nicht im ernst, daß die ukraine sich, nur weil sie sich dem westen zuwendet, von einem moment zum anderen „zivilisiert“ oder refomiert?

    ich befürchte eher, daß das ein fass ohne boden ist und das geld, das wir dort investieren genau so in dunkle kanäle versickert wie in – sagen wir mal – ex jugoslawien. das ist ein prozess, der lange dauert und der voraussetzt, daß leute von ihren gehältern leben können und kein bakschisch nehmen müssen. ich bin da bei weitem nicht so optimistisch wie du, aber … ich bin ja auch nicht emotionell verstrickt.

    für mich ist das alles nur funktion, ich will „nur“ verstehen.

    [..] Montagsdemos

    ach ja, da ist das pulver längst verschossen. typischer fall von präkox, einfach zu früh gekommen, zu konstruiert, zu wenig in der bevölkerung verankert, zu abstrakt, das spiel von ein paar sich selbst überschätzenden möchtegerns, die denken, wenn sie twitter und f#c#kbook dominieren, beherrschen sie die welt.

    ach was, die welt beherrrschen immer noch die hinterzimmer der macht, die mittlerweile einen sch### auf diese netzgemeinde geben und einfach ihr ding durchziehen.

    [..] eine herbeigeredete ethnische Spaltung/Konfrontation

    das ist das, was ich mit 19. jahrhundert meinte. die nummer hatten wir in serbien in den 90ern. und? hat sie sich durchgesetzt? nope. die jungen leute sind doch nicht doof. das kann man mit denen machen, wenn sie es nicht besser wissen.

    [..] Auftritt à la Dagdelen

    das ist das ergebnis davon, daß leute immer alles bewerten müssen, statt zu versuchen, es einfach nur zu verstehen. das kann einen, zugegeben, tatsächlich fertig machen, wenn man bemerkt, wie dämlich die leute sind. wenn’s dich tröstet: damit lebe ich, seit ich selbst denken kann.

    die dagdelen habe ich übrigens vollkommen auf ihre brüste reduziert (auch so eine hinternabwisch-nummer), so jemanden kann ich echt nicht ernst nehmen und wer das tut, dem ist nicht zu helfen.

    [..] er hat da ganz andere Möglichkeiten.

    saiz, ich hoffe ja noch immer, daß ich am ende in aller interesse „recht behalte“ (als ob mir was dran läge) mit meiner these, daß putin ein würstchen ist, sein pulver verschossen und wir nun eigentlich nur noch seiner leiche zugucken müssen, wie sie an uns vorübertreibt.

    das ist so meine elende, die gegenwart immer historisierende, art und weise, die dinge zu sehen, immer auf das, wie sich das morgen darstellen könnte, fokussiert und weniger auf das, was gerade passiert.

    [..] Um deine Vorstellungskraft bzgl. des stillen
    [..] Örtchens beneide ich dich allerdings wirklich

    du ahnst nicht, was für eine befreiende wirkung so eine haltung hat. man ist einfach nicht mehr so leicht zu beeindrucken, wenn man sich vorstellt, daß jemand zu spät feststellt, daß das gewählte papier nicht hält, was es verspricht 😉

    ich bin vollkommen respektlos, wenn’s sein muss. das ist so was wie autosuggestion. andere steigern sich in ihre ängste rein, ich mich in brüllendes gelächter …

  27. @Klaus und hardy
    Ökonomie-Chip und wirtschaftliche Nutzbarkeit… Wo kann ich unterschreiben?
    Aber, hardy, ich gebe dir zwar recht, dass auch wir im Westen einer Gehirnwäsche unterzogen werden, die Dimensionen der russischen aber hätte ich heutzutage nicht mehr für möglich gehalten. Neben der von Klaus erwähnten Gleichschaltung (wir haben zumindest Bild, junge Welt und FAZ) möchte ich dich erinnern: Kannibalismus (2x), Die Menschen auf dem Maidan alle auf Drogen oder aber Furien, syrische Kinder und mexikanische Leichenschauhäuser… Und viele Menschen glauben das tatsächlich, wie gesagt, ich bekomme ja mit, was bei Freunden und Familie in der Ukraine und in Russland so abgeht.
    Und nein, ich glaube nicht, dass die Situation in der Ukraine sich von jetzt auf gleich verbessern wird. Ich sehe nur einen bedeutenden zivilgesellschaftlichen Wandel, eine Stimmung, die geprägt ist, nicht von Euphorie, sondern von Entschlossenheit, nicht wieder die gleichen Fehler zu machen wie bei der orangenen Revolution.
    Nur ist die Bedrohung durch Russland nicht gerade förderlich für dieses Vorhaben. (Noch für das Eindämmen von Ultranationalisten auf beiden Seiten.)
    Ich finde einfach, die Ukrainer haben eine Chance verdient. Was sie daraus machen, sollten sie selbst entscheiden.

  28. saiz

    [..] Kannibalismus etc

    versteh‘ mich richtig: das ist vollkommen abstrus und so wenig ich das verharmlosen will: „Und viele Menschen glauben das tatsächlich“ schließt ja mit ein, daß es auch welche gibt, die das für genau so abstrus halten wie ich.

    worüber wir ja reden, ds ist eine „uniforme“, eine „gleichgeschaltete“ gesellschaft, die sich _führen_ läßt, wobei wir selbst hier ja eine unterscheidung treffen müssten, _wohin_.

    wir haben da ein historisches „vorbild“, an dem wir uns orientieren können, das zuerst einmal über den verlauf einer gewissen zeit (6 jahre) diese gleichschaltung betrieb: ausschaltung der politischen organisationen, plattmachen der presse, aufbau eines klar zu definierenden feindbildes, übernahme aller funktionen auf allen ebenen, die ein „durchgreifen“ erst erlaubte (mir würde, wenn ich jetzt länger drüber nachdenken würde, sicher noch mehr einfallen …)

    ich sehe konkret, was putin bis jetzt hinbekommen hat. die übernahme von vKontakte durch einen seiner buddies, eine gewisse mediale normierung … schon okay …

    aber und das ist ja der kern meiner idee vom präkox: das alles ist doch auf sand gebaut. der kann seine leute in einen patriotismus steigern, den wir erbärmlich finden, der kann auch gerne versuchen, das land medial in den griff zu bekommen, aber für das, was er da gerade versucht, ist das doch keine solide basis, eher unausgegorenes flickwerk.

    er hätte mal besser gewartet, bis er die sache wirklich „im griff“ hat.

    ich kann ja zb. nicht beurteilen, in wie weit er zb. das militär wirklich unter kontrolle hat. aber, was ich zb. nicht sehe, sind maßnahmen, die, die ihm in den arm fallen könnten, in lager zu stecken – da hat „unser adolf“ doch nun wirklich systematischer und effektiver gearbeitet, oder?

    ich sage das nicht, weil ich abwiegeln will, versteh‘ mich recht. ich sage das, weil ich die historischen vorbilder kenne – und gegen die, den adolf und josef, ist er wirklich nur ein hanswurst, der kein gespür für timing hat.

    [..] Ich finde einfach, die Ukrainer haben eine
    [..] Chance verdient. Was sie daraus machen,
    [..] sollten sie selbst entscheiden

    sehe ich ganz genau so.

    nicht, weil mich irgendwas mit der ukraine verbinden würde, das gilt für mich ganz allgemein, auch wenn ich am ende gerne dieses ganze nationalstaatengedöns komplett von der karte haben möchte.

    die vorstellung, daß man „was“ ist, nur weil man „wo“ geboren ist, ist mir komplett zuwider. für mich gilt zudem die annäherung an so was wie die EU wenigr als eine frage von wirtschaftlichen vorteilen, als eher der sicherstellung von rechten, die ein individuum gegenüber seinem ihn gefangen haltenden staat in so einem gebilde einfordern kann – und das ist es ja auch wohl, was immer noch neue staaten dazu treibt, da mitglied werden zu wollen.

    es schreien ja immer alle auf, wenn sie an dei normen der EU denken, für mich sind sie einfach was, auf was man sich als individuum verlassen kann, daß nicht jeder in seiner klitsche zusammenbasteln kann, was er für „okay“ hält.

    deshalb ist für mich ja auch diese auseinandersetzung eher eine zwischen individueller sicherheit und dem recht des stärkeren. ich mag das, was putin tut, deshalb nicht, weil es für mich eben das ist, was diese art machistischer schulfhofschläger für recht hält …

    meine sympathie in solchen situationen gilt nie dem, der andere ungehemmt verprügelt. das ist was, was den SED sozialisierten linken offensichtlich nicht als widerspruch zu ihrer nur vermeintlich humanistischen gesinnung ankommt – daß sie haargenau das tun: den schläger anhimmeln.

    versteh‘ mich also recht: ich will das alles nicht herunterreden, ich habe halt meinen blick immer auf das „morgen“ gerichtet, weil das „jetzt“ immer nur ein punkt auf einer linie ist, auf der, meine prognose, sich „morgen“ putin nicht hat durchsetzen können, weil er es „gestern“ schon vermasselt hat.

  29. ach ja, da du j aoffen bist für so was

    Quo Vadis Ukraine?“, ein halbstündiges gespräch mit juri andruchowytsch über die zukunft seines landes

  30. @hardy
    Danke, das Interview mit Andruchowitsch hat mir sehr gut gefallen.
    Sein „realistischer Idealismus“ ist auch meine Grundhaltung.
    Wenn ich nicht gerade in meiner zynisch-nihilistischen und düsteren Weltuntergangsstimmung bin 😉

  31. Ach, und noch eins, natürlich ist Wladimir nicht Adolf. Aber Vergleiche – nicht Gleichsetzung – halte ich dennoch für legitim.

    Hierzu der criticus:
    http://criticusnixalsverdruss.wordpress.com/2014/06/26/putin-hitler-vergleich/#comments

  32. @ Saiz: Zu ‚Ökonomie-Chip und wirtschaftliche Nutzbarkeit‘, das führt dann zu altbekannten Folgen: Wer als Werkzeug nur einen Hammer (im Kopp) hat, sieht in jedem Problem einen Nagel …

    Apropos, der Criticus führt eine ganz scharfe Klinge … 😉

  33. saiz,

    wusste ich doch, ich fand’s halt auch hochspannend, weil mal wieder sachen erzählt werden, die unseren auf die dunkle seite der sache fokussierten medien sonst so entgehen, wie den wachsenden einfluss der vielen kleinen maidans auf die politik – obwohl das natürlich auch der begeisterung geschuldet sein kann.

    und – die welt geht nicht unter, nur das, was uns vertraut und lieb war wie sicherheit zb.

    @klaus

    milosevic ist angebrachter.

    ach ja, lange nacht mit den bad livers nachdem ich „heimatfront“ hinter mich gebracht habe. blood & mood ist ne ziemliche überraschung aber nicht „verkehrt“ 😉

  34. „heimatschutz“ natürlich, 36 stunden NSU …

  35. @ hardy: Yep – bei ‚Blood & Mood‘ haben sie mit Sequenzern experimentiert, ich find’s nicht so doll, aber ich dachte, ich pack’s dir mal dazu.

    Zu Milosevic: Der verfügte nicht über das größte Nukleararsenal dieses Planeten …

  36. [..] milosevic

    ich weiss, das ist ein argument, aber … hihi … der adolf hatte auch keine 😉

    es ist ehr die art, wie er denkt, er könnte spielen und dabei nicht zu verstehen scheint, daß hinter der _contenance_ sich in wirklichkeit zur not auch wilde entschlossenheit verbergen könnte. ich glaube, wie milosevic gibt er sich da seinen projektionen hin.

    beim adolf – und das macht den unterschied – steckte dann doch ein unkontrollierbar hysterischer wahnsinn dahinter, der eher ein fall für die psychiatrie gewesen wäre, in der zeit aber gerne als männliche entschlossenheit durchging.

    ich weiss nicht, ob du diese doku „der general, der japan in den 2. weltkreg führte“ kennst. da wird der wahnsinn ja auch von einer kleinen, im verborgen agierende sekte (geheimbund) gespeist wie bei adolf durch das thule-weltbild. das ist alles weit jenseits von gut und böse.

    putin und milosevic sind nur zyniker der macht. die denken „geht so“ und machen es dann, weil sie die anderen für schwächlinge halten. klar haben die ein – für unsere verhältnisse – verqueres weltbild, aber … naja, selbst teile der ungarn mit ihrer bizarren vorstellung die jungfrau maria sei eine ungarin gewesen (no!joke!) sind durchgeknallter als putin.

    der ist „bloß“ ein macho, zynisch, abgefeimt, hinterhältig. am ende ein gefangener seiner eigenen projektionen, der sich knietief ins elend manövriert hat … und wenn wir klug wären,w as wir nun leider nicht sind … fäände sich einer, der ihm halbwegs aus dem schlammassel raushelfen würde.

    [..] „nicht so doll“ …

    och nöööö, die ist nicht soo „verkehrt“ und sicher das letzte, was ich erwartet hätte, aber … bei sagen wir mal „Doin‘ My Time“ ahnt man ja schon, daß die nicht nur bluegrassen wollen, und „fist magnet“ ist umgehend in meine „pick4brad“-playlist gewandert 😉

    schön, daß du es mir nicht vorenthalten hast, ich habe spaß dran und wollte dich wissen lassen, daß ich mich fleissig durchöre.

  37. ach ja, wir behalten bei der gelenheit mal einen kleinen nebenkriegsschauplatz im auge: bulgarien

    kriminelle haben tausende von sms verschickt. wie nett …

  38. Yep – was der Putin brabbelt oder nicht brabbelt, das ist völlig irrelevant geworden. Da muss man auch keine Textexegese mehr betreiben. Was die Russen faktisch tun, das ist einzig und allein noch interessant.

    @hardy: DWN? Wo treibst du dich wieder rum?

  39. klaus,

    was man halt so treibt, wenn man sourcecode knüppelt, zwischendrin mal dampf ablassen 😉

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