Persönlichkeit beschreibt – philosophisch gesehen – die einzigartige Individualität eines Menschen in seiner Zeit. Zu einer Streicheleinheit wird der Begriff aber regelhaft, wenn er Journalisten in die Hände fällt.

Auf jedem besseren Schützenfest bspw. bevölkern viele ‚Menschen‘ die Festwiese, zumeist sind sie auch noch ‚frohgestimmt‘, sobald aber jemand das Podium erklimmt und zum Mikrofon greift, mutiert er zu einer ‚Persönlichkeit des öffentlichen Lebens‘. Obwohl er so einzigartig doch gar nicht ist.

Der Begriff gehört also zu den Stanzen oder zur ‚journalistischen Grabbelware‘, mit denen man sprachlich sein berichterstatterisches Wohlverhalten etwas aufhübschen kann. Kuschelrhetorik halt – sie schmeichelt dem Umworbenen und nutzt dem Journalisten. Google liefert derzeit fast dreihunderttausend Treffer …