Von ‚einem Oligarchen‘ zu sprechen, so wie es jetzt viele angesichts des ukrainischen ‚Schoko-Königs‘ tun, macht logisch keinen Sinn: Ein Einzelner kann nicht zugleich Wenige sein. Der Begriff kennt gar keinen Singular, man sagt auch nicht ‚ein Leut‘ oder ‚ein Elter‘, weil’s auch Bullshit wäre. Im Wortsinn meint Oligarchie schlicht eine ‚Herrschaft der Wenigen‘, ein Begriff, der annähernd dann doch eher auf das Janukowitsch-Regime zutraf, wo sich einige wenige ‚Familien‘ die ganze Macht und den ganzen Reichtum eines Landes unter den Nagel gerissen hatten.

Auch ist der Begriff ‚Oligarchie‘ nicht notwendigerweise mit Reichtum verbunden. Ein ‚Triumvirat‘ wäre bspw. die kleinste Organisationform einer ‚Oligarchie‘, geschichtlich aber war bspw. das Triumvirat nach dem Sturz der Jakobiner keine Veranstaltung von Reichen, und selbst Napoleon, Teil dieser ‚Minimal-Oligarchie‘, hat sich zu der Zeit noch vorwiegend am Ruhm ‚bereichert‘.

Wer also eine ‚Herrschaft der Reichen‘ meint, der möge bitte den korrekten Begriff einer ‚Plutokratie‘ wählen. Das Wort ist nazistisch kontaminiert – ich weiß. Wer es benutzt, ist deshalb immer gleich in schlechter Gesellschaft. Wie wär’s mit den ‚Happy Few‘?