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Öchsperten

Einen Neologismus wie ‚Öchsperten‘ habe ich in meinen Sprachgebrauch aufgenommen, um ernsthafte Wissenschaftler von jenen Figuren unterscheiden zu können, die in meinen Augen ihre akademischen Titel nur möglichst rasch versilbern möchten, um sie einer Public-Private-Partnership ganz ‚engagiert‘, ‚parteiisch‘ und ‚induktiv‘ zur Verfügung zu stellen, nach dem Motto ‚Erst kommt das Ergebnis und dann die Forschung‚:

„Schwartmann war Autor eines Gutachtens für 2-Strikes-Warnmodelle, dass das Bundeswirtschaftsministerium vergeben hatte. … Hentsch ist … einerseits “unabhängiger Wissenschaftler” … im Nebenberuf ist er noch Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Günter Krings, dem Urheberrechtshardliner der CDU-CSU-Fraktion.

Objektivität – ick hör‘ dir trappsen …

2 Kommentare

  1. Es stand vor mehr als einem Jahrhundert geschrieben, in „Die Fackel“. 2. Jg. 1900; vom 25.02.1900:

    Es ist zu erwarten, dass das Öchspertengeschäft in Zukunft kräftig aufblühen wird. Besonders, wenn die Öchsperten billig werden. Ich habe hier keine Öchspertennamen genannt.

    (Vorbedacht und rätselhaft ohne Zitatzeichen geschrieben. Fußnote eines Öchsperten.)

  2. Na, na, na – da hast du aber doch ein bisschen dran gefingert. Ich bin dem Sachverhalt nämlich gleich mal hinterhergestiegen und wurde auf der Seite 18 fündig. 😉

    Lustig, dass es in dem betreffenden Artikel um die expertengestützte institutionalisierte ‚Pressecorruption‘ in Wien geht, es scheint dort zeitunabhängige Unterströmungen ins Hier und Heute zu geben: „Die Bekämpfung der finanziellen Corruption ist nicht leicht“, schreibt der ‚Fackelkraus‘ ahnungsvoll: „Sie ist unmöglich so lange die Presscorruption blüht.“ Solange es also Öchsperten gibt …

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