Auch hier haben wir es mit einem sachlich falschen Headlining in einem Qualitätsmedium zu tun. Die SZ schreibt über einen hochkorruptiven Ex-Bayern-LB-Vorstand:

„Gribkowsky gibt seine Millionen frei.“

Das klingt schon fast nach einem edlen Spender. Falsch ist erstens das Possessivpronomen, es waren niemals ’seine‘ Millionen, weshalb er die Sore auch schuldbewusst tief in einer Stiftung begrub. Dann wird zweitens eine rechtmäßige und autonome Verfügungsgewalt über einen Besitz suggeriert – ‚gibt frei‘ – die jedem Eigentumsempfinden Hohn spricht. Für mich zeigt sich einmal mehr die generelle Hochachtung des deutschen Journalismus für alle, die zu Geld gekommen sind, egal auf welche Weise, solange sie zu den maßgebenden Parties noch eingeladen werden. Nie kame solchen Schreibern aber ein Konstrukt wie das folgende unter die Tippfinger: „Der Kindesentführer gibt seine Millionen frei„.

Korrekter und faktengerecht wäre daher auch im Fall dieses bayrischen Bankräubers allein diese Headline gewesen:

„Gribkowsky rückt die Beute raus.“