Stilstand

If your memory serves you well ...

No Names (36)

Pegida, Putin oder gar Pazifisten mit weichgespülten Nazi-Sprüchen … manchmal wächst mir all der aktuelle Wahnsinn über den Kopf. Dann ist es Zeit für den Sitzgeiger Andrew Bird, um meine Seele wieder zu erden:

17 Kommentare

  1. Gräm dich nicht! Die Besuche von Luka und Nursultan waren sehr nett: Luka erzählte einen Schwank aus seiner Jugend als er Grenzschützer in der Ukraine war; Nursultan hat den Bürgerkrieg als fabriziert bezeichnet und versprach Kohlelieferungen.
    Die Truther werden zunehmend einsam.

  2. Yep, und auch der Onkel Vladi hat immer weniger Pferdchen unter der Haube … ’nobody loves you when you’re down and out‘. 😉

  3. andrew bird hmmmmmmm ….

    der war schon bei bowl of fire toll und … hat in luxembourg vor 200 leuten solo ein konzert hingelegt, von dem ich heute noch schwärme. war zwar nicht im „den atelier“, dem gemütlichsten aller konzertorte, sondern „nur“ in der rockhal, aber wunderbar, wie er auf der bühne peu a peu ein einziges instrument zu einer band „aufbläst“.

    yep, ich teile deine begeisterung vollumfänglich …

  4. Und ein drittes Mal: „Fröhliche Weihnachten“!

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    während wir gespannt auf das Ergebnis des Gewinnspiels vom Judge und die Verteilung der Hauptgewinne (Waschmaschine, Heizdecke) warten, erlaube ich mir, als quasi anti-Disco, eine Top 10-Liste der mich am nachhaltigsten berührenden / beschäftigenden Neuerwerbungen 2014 zu basteln. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit locker aus dem Ärmel geschüttelt:

    1. Ganz klar: Andrew Bird, „Things Are Really Great Here, Sort of…“. Harmony vocals von Tift (Merritt) zum Niederknien, cover Songs der „Handsome Family“, die ich bis dahin nicht kannte, die großartig ist und Andreas, Dirk und mich zu einer spontan-Buchung für Flüge zum Konzert nach Dublin Ende März animierte. „My Sister’s Tiny Hands“ – als wär’s ein Stück von Townes van Zandt. „Far From Any Road“, Titelsong der – wunderbaren – TV-Serie „True Detective“ (Soundtrack T-Bone Burnett, gewohnt brillant)…

    2. Mary Gauthier, „Live at Blue Rock“. Signierte Erinnerung an mein Konzert des Jahres. Auf sie gestoßen durch das „The Spark“-Interview mit, na klar, Tift. Todtraurig, aber auch sehr lustig. Songwriting at it’s best, auf ihrer Website erzählt sie die Stories „hinter den Songs“. Am Schluss des Konzerts spielte sie einen Song, der in eine „Rolling Stone“-Liste der „40 traurigsten Country-Songs aller Zeiten „aufgenommen wurde. Er sei zwar „neither sad nor Country“, aber in einer Liste zu stehen mit „Teaones wähn Sähnd eand Luucinda Wuielloäms“ (breiter Südstaaten-Akzent) – „oai keen liff with theet“. YEAH!!! Und prima Überleitung:

    3. Lucinda Williams, „Down Where the Spirit Meets the Bone“. Aufgrund der beschriebenen persönlichen Verstrickungen „nur“ auf 3, normalerweise auf 1, ganz klar. Neues Album von Lu ist immer wie nach Hause kommen, und dann so ein Granaten-Doppelalbum mit Bill Frisell, Greg Leisz (beide heuer live erlebt), Doug Pettibone, David Sutton (beide letztes Jahr live erlebt) und und und… Kinners, die Welt ist nicht ganz schlecht, we are blessed, somehow!

    4. Lynne Hanson, „River of Sand“. Nach ihrem Auftritt (Support für Gauthier) konnte ich mir meine „Blaue Mauritius“ signieren lassen: „Eleven Months“, Fehldruck einer Auflage, bei der die tracklist auf dem Cover falsch ist. „Yeah, you got one!!!“ – sie hat mir später per Mail erzählt, dass das Konzert in Nijmegen für sie ein Highlight ihrer Europa-Tour war.
    Reinhold kann bestätigen, dass der Ausflug großartig war.

    5. Lucinda Williams, „Lucinda Williams“ – De Luxe-Neuauflage des ’88er „Rough Trade“-Albums mit live-Konzert Eindhoven ’89. Der perfekte Begleiter für liebeskranke junge Kunststudenten, die sich in einer Übergangsphase von Jazz- (zwecks Distinktionsgewinn) zu (Alternative) Country- (Real life) Leidenschaft befinden. Mann, wat hab ich Tränen vergossen, „Side of the Road“ ist mein Song für die Insel. Immer noch, und das Album entdeckte ich (fand mich?) noch vor „Car Wheels…“!

    6. Emmylou Harris, „Wrecking Ball“. Jahrelang konnte ich diesen Americana-Meilenstein nur als Cassette hören, jetzt hab ich dat Dingen de Luxe, mit Outtakes und Entstehungs-DVD. Gänsehaut!

    7. Charlie Haden Family & Friends, „Rambling Boy“. Ein todkranker Jazz-Bassist reflektiert seine Geschichte, mit Family und Friends wie Elvis Costello, Roseanne Cash, Pat Metheny, Jerry Douglas, Bruce Hornsby, Dan Tyminski, Sam Bush… Ohne Worte. Schön. Einfach schön.

    8. Caitlin Canty, „Reckless Skyline“.
    Finanziert mit „Kickstarter“, eine Songwriterin macht ihr Ding, nett ist sie auch noch, signiertes Exemplar der CD, die offiziell erst 2015 erscheint, spitzen Konzert, like her!

    9. Jeffrey Foucault, pars pro toto „Shoot the Moon Right Between the Eyes (Songs of John Prine)“. Der Haupt-Act nach Caitlin, der ihr Album produziert hat. Herrlich! Von Prine hab ich immer noch nix (kommt noch), außer „Speed of the Sound of Loneliness“ in der wunderbaren Version von Nanci Griffith.

    10. Blaze Foley, „Oval Room“. Das einzige nicht selbst erworbene Top 10-Album 2014. Danke, Feldmann! Endlich was von dem, für den Lu „Drunken Angel“ geschrieben hat. Großartig!

    Andrew Bird-Download today (like promised at Instagram). Yeah! I never ever bought a record that started with „The Cathedral of Cologne“ – a friend of mine uses to name it „the big church at the river Rhine“, like many people in Düsseldorf use to name it 🙂 – unfortunately I didn’t find any lyrics so far, but I’ll keep on trying.
    Wonderfully beautiful!

    Glad you like it! If you are looking for lyrics, all songs are by the Handsome Family, that may help… oxxo…

  5. Schöne Musik.

    Und wenn du dich mal wieder über Vladi (=Vova) ärgerst, dann schau hier mal rein:

    https://www.youtube.com/watch?v=FcOH-934DSM

    (musikalisch nicht wirklich mein Ding, aber…)

    @alle
    Falls wir uns in den nächsten Tagen nicht mehr lesen sollten: ich wünsche euch allen entspannte Feiertage!

  6. ach ja, ich hätte da noch einen, dessen neue platte mich gerade extrem glücklich macht: Hanni El Khatib

    https://www.youtube.com/watch?v=_DSrdG7v1d4&list=RD_DSrdG7v1d4#t=112

    erwarte besser mal kein arabisch angehauchten stoff 😉

  7. Da lach ich mich jetzt schlapp, weil sie permanent mit Emmylou verglichen wird (und – by the way – mit Joni Mitchell). Zurecht!

  8. Schöne Feiertage!

  9. sei froh, daß ich nicht mark knopfler im duett mit emmylou („this is us“, what else in der liveversion in milano incl. sehnsüchtigem blickwechsel zwischen den beiden) gewählt habe.

    joni ist auch süß, aber ich mag mehr den schmachtenden bick von emmilou, obwohl … wait a minute … rickie lee jones ist bei licht betrachtet immer noch – wenn wir schon assoziativ von joni’s version von „comes love“ zu der von willie nelson mit rickie lee zusammen springen – die königin meines herzens.

    https://www.youtube.com/watch?v=kURIG0U9gFw

    rickie lee kann so eine süße kleine trompete sein (schmacht … daran ändert auch nix, daß sie bei „one shot not“ schon ein bißchen „gereifter“ wirkte)

  10. ps, worauf ich unbedingt noch mit dem finger mit einem triumphierenden „hab ich’s nicht schon immer gesagt?“ deuten muss: „deutschland hat sich erst mit krautrock vom nazitum emanzipiert“ lautet gerade die these eines engländers, der eine tolle doku gedreht hat.

    https://www.youtube.com/watch?v=lnMhkkgWpG4

    „krautrock“ ist wohl gerade das meist geflüsterte wort der welt, selbst die kritik zu hanni el khatib’s scheibe kommt nicht ohne den dezenten hinweis auf „the can lps“ aus …

    das mit den feiertagen hat noch ein bißchen zeit, oder? wenn dicht: dito 😉

  11. @saiz

    über den vlad ärgere ich mich nicht, der ist ein würsstchen und hat’s vergeigt. der kann nur noch in den bunker mit ner blondine und einem schäferhund …

    und um die pegidavolloschis zu provozieren, religionsneutrale „season greetings“ 🙂

  12. Hihi – dann will ich hier mal am Neidfaktor klingeln: Ich bin stolzer Besitzer der frühen EP ‚The Two Dollar Pistols with Tift Merritt‘. Bätsch! 😉

    Die Joni war mir übrigens immer einen Hauch zu ’schrill‘. Ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein. Aber die Stimme machte mich nervös – kann aber an mir liegen …

    @ hardy: Es war weniger der Krautrock als das hanfgeschwängerte Drumrum, glaube ich. Lysergsäure-Nazis wären ja ein absolutes Unding, eine Contradictio in adiecto, so etwas wie ein fliegender Ozean oder ein dichtender Fahrkartenautomat …

  13. Pfff, habbich doch auch. Zwar nur über iTunes, aber dafür das de Luxe-Büchlein von „Traveling Alone“ mit der Bonus-CD „Traveling Companion“ mit persönlicher Widmung von ihr. Selber Bätsch, haha!!!

  14. ad Tift Merrit: Ihre interviews mit Künstlern gibts hier:
    http://www.marfaspark.com/note4.htm

    „I make this collection of conversations with these incredibly creative characters – pioneers of sorts – because I have such a wonderful time stumbling upon them, losing myself in their work, and then asking them for tea. Like proof of life off the map, they comfort me, inspire me, make me brave and send me back to the world with a little wisdom garnered for making my own handmade string of paper days.“

    Falls Ihr in den nächsten Tagen Langeweile habt…

    Gute Feiertage!

  15. @klaus

    ich hoffe, du nimmst dir die stunde – es lohnt sich wirklich. es gab so momente, da hätte ich beinahe geheult vor glück, daß jetzt (endlich endlich endlich) der krautrock eine wirklich adäquate würdigung und vor allem die richtige historische einordnung bekommt. die these kommt überraschend aber sie trifft die dinge in den kern.

    und hey, das mit dem acid, das waren ja nicht nur die musiker, das war ja auch, da hast du recht, das fußvolk, sprich wir … und die musik hat uns dafür den teppich ausgerollt. die war so undeutsch FREI! und schafft es auch nach jahrzehnten immer noch, dieses gefühl in meinem kopf auszulösen.

    am schönsten in der doku btw. ist iggy pop, wenn er von neu! und cluster schwärmt. so ist das: das setzt einen prozess im kopf frei, in dem die gedanken frei zu fliessen beginnen.

    wenn du mal bei gelegenheit eine stunde zeit für den haben solltest, lege ich dir das album „avenue b“ mit medeski, martin & wood, vor allem aber das erste stück (no sh#t!) an herz. genau so fühle ich mich.

    den rest sollte man ja eh aus dem ff kennen.

    liebe grüße rundum, sprich in die familie, ich hoffe ihr habt ein paar gemütliche tage.

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