Stilstand

If your memory serves you well ...

No Names (25)

Dedammdededamm Dammdededamm Dededammdededamm – ‚Yoo Doo Right‘ von ‚Can‘ zählt zu meinen frühesten Rockerlebnissen: ‚Once I was blind, now I can see …‚. Da mir die blöde Gema mal wieder das Hören des Originals verweigerte, griff ich eben zu Cover-Stoff – und ich war erstaunt, welchen Impact diese alte Nummer noch immer auf Musiker ausübt. Dass ‚Thin White Rope‘ und die ‚Geraldine Fibbers‘ sich schon an diesem Jaki-Liebezeit-Beat versucht hatten, war mir klar. Inzwischen aber sind jede Menge weiterer Cover-Versionen hinzu gekommen – ‚Musician’s music‘ halt. Hier sind zwei dieser neueren Nummern von der ‚Karmic Society‘ und von ‚Igra Staklenih Perli‘ (Igra who?) – trotzdem, einen Sänger wie den Malcolm Mooney damals, der wegen der vielen willigen Deerns und teuflischen Drogen dann ausgerechnet in die Arme der Psychiatrie entfloh, einen solchen Sänger haben sie beide nicht:

14 Kommentare

  1. wenn du mich glücklich machen wolltest: du hast es geschafft 😉

    nichts geht an „tago mago“ vorbei …

    aber, es ist eigentlich noch nie jemandem gelungen, die angemessen zu covern. halbwegs akzeptabel: der 4LP Mix auf der sacriledge.

    jaki hat übrigens unlängst eine interessante platte mit robert coyne, dem sohn von kevin, gemacht. kann sich aber auch nicht mit dem papa messen.

  2. ps: von stephen malkmus (pavement, silver jews) gab’s letztes jahr übrigens zum record store day ein komplettes cover der „ege bamyasi“. nett.

    aber can ist halt can und „zur not“ würde ich ggfl. dann doch lieber eines der ca. 50 konzerte aus dem archiv ziehen oder was von den 80er sachen von czukay (movies zb.) 😉

    gerade mal nachgeguckt: in der bootleg-sektion des archivs belegt can den dritten platz hinter den dead und david bowie und … aber bei den tributes/cover-versionen gab’s bis auf deine freundlichen tipps tatsächlich nur malkmus.

    zu ausserirdisch und immer noch musik aus einer fernen zukunft. da traut sich verständlicherweise keiner dran.

    sacrilege

  3. ps 2: malcolm mooney …

    heisst auf tago mago jedenfalls schon damo suzuki (der war schon auf „soundtracks“ mit an bord) … ist aber passend zur „rite time“ (1989) wieder an deck.

    leider aber nicht bei den solo projects in köln, die mir 3 knöllchen in 10 minuten einbrachten, da fahr ich nie wieder hin …

    http://1.bp.blogspot.com/-P9UkNtqkr_4/USY3Cd768mI/AAAAAAAAAfo/a-pJWg2tNps/s1600/can.jpg

  4. Wie gesagt, der sensible Künstler MM hielt das wilde Hippie-Punk-Leben nicht lange aus und entschwand in die Obhut eines Psychiaters. An einer Düsseldorfer Haltestelle gabelten sie als Ersatz dann den Straßenmusiker Damo Suzuki auf (keine schlechte Wahl). Auf ‚Soundtracks‘ (ewig unterschätzt, das Teil) ist MM noch auf ‚Soul Desert‘ zu hören, gewissermaßen sein Schwanengesang. Es gibt dann noch eine CD namens ‚Delay 1968‘ mit unveröffentlichten Aufnahmen von MM. Vor allem ‚The Thief‘ ist Ohrengold, und dazu dann noch dieser Jaki Liebezeit mit der Präzision eines Uhrwerks, dieser größte Schlagwerker aller Zeiten …

    http://youtu.be/qcAe0jNiyqE

  5. ich lese gerade, du siehst das alles 1:1 wie ich es sehen würde …

    ja, „soundtracks“ war der beginn einer ganz großen liebe und ich halte die platte auch für eine der besten, die sie gemacht haben und „delay“ ist einfach nur zum niederknieen.

    aufgefrischt & -gewärmt wurde die liebe übrigens vom ersten artikel in der ersten „rocksession“ (ich besitze und liebe alle in der reihe *) aus dem rororo verlag, „rockmusik & magie“ von pierre grannini, der über jaki erzählt, wenn der in einem raum mit einem metronom sitzt, das tickt und er anfängt zu spielen, das metronom sich nach einer gewissen zeit nach _ihm_ ausrichte statt umgekehrt. oder die nette episode, in der jaki drinnen sitzt und klöppelt, während sich draussen die anderen beim holzhacken in seinen rythmus finden.

    can ist, das muss man den deutschen aber permanent erklären, wohl das beste, was je auf diesem boden entstanden ist, die ganze welt, hat sie denn nun geschmack und sinn für neues, liebt can … bei uns waren die vergessen und ich musste über die jahre immer wieder erklären, werben, ans herz legen.

    ich gehe mal davon aus, daß du auch bei durbrige krimis so etwas wie eine erleuchtung hattest, egal ob bei „spoon“ oder bei „hunters & collectors“.

    kennst du denn die sachen von czukay? vor allem „movies“ ist einfach nur wunderbar, sampling ohne sampler mit stimmen aus dem weltradio, alten can loops und dem üblichen czukaywahnsinn, auf röhrengeräten aus den 50ern verstärkt, die er in seinem „laboratorium“ um sich versammelt hatte. es gibt da einen netten film (titel vergessen) in dem man ihn bei der arbeit sieht … und zwei nette (wie sollte es anders sein) hörspiele von christa fast „der drache & die prinzessin“ und „die nixe“ mit czukay.

    ich weiss nicht, klaus, ob bei mir nun the can oder die grateful dead auf platz #1 steht … du hast mich da mit den coverversionen wirklich glücklich gemacht und mich dazu gebracht, mir heute nacht ua. auch die tago mago wieder ganz zu hören, kopfhörer …

    (*) in der ersten gabs auch einen 40seitigen artikel, in dem jede einzelne platte von zappa en detail besprochen wurde. so was wird heute nicht mehr gemacht, die „rocksession“-reihe sollte in keiner bibliothke eines rockliebhabers fehlen …

  6. Yep – verglichen mit Jaki Liebezeit waren sie alle nur unpräzise Klopper, das gilt sogar für John Bonham, Keith Moon, Ginger Baker, Bill Bruford, John Hiseman, Carmine Appice und wie sie alle hießen. Der Liebezeit hatte irgendwie eine Atomuhr im Kopp …

    ‚Movies‘ besaß ich vor langer Zeit mal, aber irgendwie hat mich das Ding nicht sonderlich beeindruckt, oder ich war auf dem falschen Fuß aufgestanden. Vom Damo Suzuki gibt es übrigens ein Doppelalbum namens ‚Seattle‘, wenn du’s irgendwo noch auftust, kauf es dir unbesehen.

    Meine Lieblingszeitschrift bleibt ‚No Depression‘, davon habe ich noch einen ganzen Karton voll mit den gedruckten ersten Jahrgängen im Keller … jetzt ist das Mag nur noch Netz zu finden. Einzelnummern sind im Print-Archiv noch erhältlich.

    Von Zappa besaß ich dreimal so ziemlich alles, und habe es dann auch wieder verkloppt. Ein ewiges Auf und Ab bei dem Kerl, mal sage ich ‚Boah‘, dann denke ich wieder ‚bloßes Kunstgewerbe‘ … kurzum: Da habe ich ’so Phasen‘. Meine Frau ist immer froh, wenn der Stoff aus dem Haus ist. Ein Womanizer war er nie …

  7. [..] Ein Womanizer war er nie

    nein, das kann man nicht sagen 😉

    ich kenne aber auch nur genau eine frau, die can mag, eine baskische malerin, mit der ich mich gelegentlich in einem raum mit vier boxen zum gemeinsamen hören der „tago mago“ verbarrikadierte, während alle anderen in der wg sich in die löcher verkrochen … jazzrocker halt, weicheier …

    ändert aber nichts daran, daß ich manchmal lust habe, einfach zwei wochen nichts anderes als zappa in schön geordneter chronik rauf und runter zu hören. ich denke mal, den werden die kommenden generationen erst wirklich als so etwas wie den mozart unserer tage einschätzen, das hat mit rockmusik manchmal sehr wenig zu tun. aber du hast recht: manchmal leicht over the top.

    sein größter fehler: er hat mal einen gitarristen gefeuert, weil der drogen nahm. sein stück wollte er schon mal gar nicht … und so ist „willin'“ dann ein little feat stück geworden 😉

    [..] no depression

    kannte ich nicht, danke für den tipp.

    die „rocksession“ reihe waren aber taschenbücher und es gibt nur 8 ausgaben … das ist für irgendwie auch angemessener, ohne zeitdruck, ohne den hype, den sich zeitungen immer so abhalten.

    da war rororo damals sehr sehr gut bestückt. auch wenn natürlich das „rocklexikon“ dem „lexikon der rockmusik“ von christian graf keine sekunde standhalten dürfte … die habe ich in jeder auflage – damals im selbstverlag bei taurus heute bei fischer – gekauft …

    ludwig reichert (mitherausgeber der rocksession) habe ich in den frühen tage von c$s mal online getroffen und ihn virtuell _abgeknutscht_ für seine arbeit … man konnte ja mit jedem user direkt chatten … was mir ua. ein paar jahre lang weinachtsgrüße von tony visconti verschaffte, der von mir wegen les rita mitsouko ganz nassgeleckt aus einer diskussion über einen „bad haircut day“ von david bowie gewankt sein dürfte. daß die überhaupt jemand kannte, hat ihn – glaube ich – sehr glücklich gemacht 😉

    damals hat reichert versprochen, alles mal als cdrom rauszuzubringen. wurde leider nie was draus.

    mein damaliges lieblingsblatt gibt’s mittlerweile auch online

    http://sounds-archiv.at/styled-180/page0.html

    [..] damo suzuki

    auch hier danke für den tipp: große lücke im archiv.

  8. Buchtechnisch vertraue ich eher auf amerikanisches Zeug, also auf den ‚All Music Guide‘, ‚The Trouser Press Guide to 90’s Rock‘ oder die Rolling Stone Encyclopedia. Aus dem Rowohlt-Verlag war dieses ‚Rock Lexikon‘ damals eine einzige Katastrophe, die vielen Leuten das Hirn dauerhaft verwirrte. In der Regel entweder abgeschrieben oder falsch. Für Americana empfehle ich ‚Modern Twang‘.

    Von Zappa habe ich mich beim letzten Mal nur von ‚Waka Jawaka‘ (‚Big Swifty‘) schwerer getrennt, vermutlich seine beste, obwohl jazzig bis hinten gegen …

    Eine überragende Rolle – wie bei dir wohl die Dead – spielten bei mir eher Jefferson Airplane. Großartige Ausflüge – vor allem ‚After Landing at Baxter‘, ‚Crown of Creation‘ und das völlig unterschätzte Spätwerk ‚Bark‘. Auch der Vierer-Box-Set ‚Jefferson Airplane Loves You‘ gehört in jede Sammlung. Außerdem hatte ich mich damals unsterblich in Grace Slick verguckt … 😉

  9. wenn ich auf „home“ in meinem browser drücke, kommt, seit es die gibt, allmusic 😉 war früher einfacher, schnell mal den text einer kritik als info.txt in das jeweilige verzeichnis zu legen, man sollte lieber mal javascript abschalten, aber ansonsten: meine seite 😉

    [..] zappa

    es gibt gerade mit „roxy by proxy“ eine schöne erweiterung von „roxy & elsewhere“, von der „T’Mershi Duween“ und „Dog Breath Variations Uncle Meat“ auf meinem (hüstel) „hardy’s hearer’s guide“, einer nach jahren geordneten jukebox (sehr interessant, das mal so zu sehen …) gelandet sind.

    wenn ich ne lieblingsplatte rauskramen müsste, würde wahrscheinlich die „bongo fury“ von selbst aus dem archiv springen. beefhearthat ja interessanterweise bei jüngeren musikern (bis hin zu XTC („ella guru“) oder den kills („Dropout Boogie“) mehr begeisterung als zappa hinterlassen.

    es traut sich offensichtlich kaum einer an zappa und the can.

    [..] jefferson

    klaus, „crown of creation“ steht auch zb. auf meiner „1001 records“. starship wiederum finde ich gruselig, während jorma und hot tuna wiederum hier regelmäßig laufen. und die „loves you“ ist/war, als sie rauskam, grund für wochenlange freude.

    bei uns im hinterwald gibt’s eine starke westcoast gemeinde, ein freund hat cippoline & cravenites nach konz (nähe trier) geholt und es existiert von diesem tag, den ich auf der backstage empore neben einem großen teller mit lustigen drogen für die pause zwischen den beiden sets verbracht habe, eine „binaural“ aufnahme, sprich ein kunstkopf mikro von sennheiser stand ca 2 meter vor der bühne und hat es aufgezeichnet.

    [..] grace slick

    was ich – bis zu starship, nach „we build this city“ eher weniger – verstehen kann 😉

  10. ach ja, für deine no names hätte ich da – damo suzuki assoziation, obwohl wir hier einen mongolen vorfinden – auch noch was lustiges

    https://www.youtube.com/watch?v=MTaOpaBwM0o

    yat-kha. 2005er „re-cover“. so verrückt hast du ia-a-gadda-da-vida noch nie gehört 😉

  11. Ach Gott, sie hatte so ein hübsches Cleopatra-Näschen. Und weil sie mich nicht erhört hat, ist sie dann an den Alkohol geraten – so dumm kann’s kommen. 😉

    ‚Jefferson Starship‘ ist von A bis Z scheiße. Da hatten sie dann ihre Seele an die Produzenten verkauft, und wenn die Plattenfirma erst einmal das Sagen hat, kommt alles Mögliche raus, nur keine Musik. ‚Hot Tuna‘ steht hier so ziemlich komplett …

    Die Grace Slick aus jener Zeit meine ich auch gar nicht. Es gibt aber eine Solo-Platte namens ‚Manhole‘ von ihr, besonders das Titelstück ist Weltklasse … die halben ‚Airplane‘ sind übrigens auch dabei, vor allem die drei großen K: Kantner, (K)Casady, Kaukonen. Da hast du ein wenig Ohrenschmaus: http://youtu.be/N4-xzxS4Onw

    Yat-Kha – naja. Das Beefheart-Stück ist okay, schön ’sharp‘ gespielt. Aber was der mit ‚When the Levee Breaks‘ anstellt, ist ja fast schon ein Sakrileg. Das muss donnern wie einst bei Bonham, sonst glaube ich nicht, dass da ein Damm bricht … apropos, wo wir gerade bei schrägen Cover-Versionen sind: http://youtu.be/YvPc1FCZ1Bw

  12. [..] grace

    war wirklich süß und was du über sie sagst, müsste ich über janis sagen … deren freund übrigens eine zeitlang nick cravenites (s.o.) war …

    [..] manhole

    ich muss jetzt nicht erwähnen, daß ich ein verdammter hamster bin, oder? ich bin früher mit stapeln von lp’s aus den wohnungen meiner freunde herausgewankt und mein kassettenregal kann man ja hier (gegen ende der post) noch mal besichtigen 😉

    http://1.bp.blogspot.com/-sfsnI5uVTx4/URDMcVR0VvI/AAAAAAAAAQY/e0hGhqDM-No/s1600/regal+panorama+3.jpg

    mein absoluter favorit, wenn wir schon über airplane & anhang reden, ein auch von allmusic mehr oder weniger missachtes album Kantner, Slick & Freiberg: Baron Von Tollbooth and the Chrome Nun mit allem, was das herz begehrt, von robert hunter über garcia bis zu CSN. auch sehr schön „Blows Against The Empire“. die frühen 70er halt.

    und, wenn ich schon robert hunter sage: ein freund mit absolut professionellem equipment hat „Jack O’Roses“ in einer 24/96 flac auflösung (also fast ponyo geeignet), die gibt’s es nicht als cd, weil die bänder verloren gegangen sind und neben „box of rain“ etc vor allem die wunderbarste „reuben & cherise“ version überhaupt anbietet.

    ich hab‘ fast geheult, als ich die kopie bekam, mein tape war komplett niedergenudelt. und, nachdem ich mir die erste von der food band (wolf maahns erste band) plus usb-schallplatten-player gekauft hatte, um sie abspielen und aufnehmen zu können, war die flac-kopie von diesem freund auch glückhochzwei.

    davon habe ich ein stück auf youtube gelegt, das, das meine allgemeinverfassung eigentlich immer am besten repräsentiert. die gibt es auch nicht auf cd, warum auch immer, es scheint ein fehler zu sein, wenn man sich als deutsche band von „den amis“ prodizieren läßt.

    [..] yat-kha

    ich liebe die „re-covers“, weil die cover so unerwartet kommen. klar ist es ein sakrileg, sich an „when the levee breaks“ zu vergreifen, aber da solltest du mal die john paul young („love is in the air“) version auf „The Money Or The Gun-Stairways To Heaven“ hören.
    das versöhnt dich dnn mit yat-kha 😉

    [..] buckethead

    eine tolle band, die ich am anfang leider ignoriert habe, weil ich zu sehr auf phish fokussiert war. bin ich immer noch, aber die machen ja kaum noch was. leider …

    ach ja, meine email adresse hast du ja, falls du dann doch mal in’s archiv gucken willst, in dem sich viele dinge befinden, die man auch beim besten willen nicht kaufen kann. die privatkopie ist ja noch nicht verboten 😉

  13. Klaus Jarchow

    21. Mai 2014 at 9:21

    Und wenn dich mal einige Konzerte aus den geheimen Schatzkammern eines hiesigen regionalen Radiosenders interessieren … 😉

    Apropos, der Mann heißt Nick Gravenites …

  14. [..] Gravenites

    stimmt. übersprungshandlung (Cippolina->Cravenites)

    [..] geheime archive

    NDR nachtkonzert, montag oder dienstag nacht?

    ich liebe geheime archive. schick mir einfach ne email, so ein usb-stick verschickt sich ja schnell

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