Stilstand

If your memory serves you well ...

Negative Utopien, die keine sind

Das, was der Herr Professor Volker Lilienthal dort in eine imaginierte Zukunft hinein projiziert, klingt für mich eher wie ein Beschreibung des Ist-Zustandes unseres real existierenden Journalismus. Eine positive Utopie, wie sie in Festreden auf Verlegertagungen gelegentlich vorkommen mag, die beschreibt er also als faktisch existent, seine negative Utopie aber ist längst schon eine Zustandsbeschreibung des ‚real life‘ im Journalismus:

„Lassen wir uns für einen Moment auf den Gedanken ein, es gäbe keinen Journalismus mehr. … Das Radio bestünde aus nichts mehr als endlosen Musikteppichen, hin und wieder unterbrochen von Titelansagen, Verkehrsberichten oder Plaudereien, die unterhaltsam sein sollen, aber bestimmt nicht journalistisch sind. Verlässliche Nachrichten zur vollen Stunde? Vorbei und vergessen. Das Fernsehen füllte seine Sendestrecken rund um die Uhr mit Fiction und Shows – Drama hoch drei also und das beständige Allotria des Amüsements.“

Ich könnte natürlich auch sagen: Er malt uns die Gegenwart als Teufel an die Wand …

1 Kommentar

  1. … Dystopie …

    Die aktuelle Simpsons Folge [also, aktüll in USA] startete und endete mit einer sehr gelungenen Parodie auf Werbefilme der späten 1950er/frühen 1960er im Hanna/Barbera-Stil. Vorne ging es um die Fortbewegung der Zukunft [= heute], hinten:

    ‚… want yesterday’s news from China? Sit down to your newspaper – printed six times a day! …‘

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