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Nationaljournalismus

Die neue französische Regierung will mit einem Bonus-Malus-System den Schadstoffausstoß bei Autos begrenzen. Die Abgabe zielt vor allem auf PS-starke deutsche Fahrzeuge.“

Mit Verlaub, bester Nikolaus Doll, Ihr Text widerspricht Ihrem Namen. Denn die Verordnung zielt weiterhin ganz generell auf ‚Schadstoffschleudern‘ jeder Nationalität. Alles andere wäre auch nicht erlaubt. Gäbe es einen Mercedes mit grüner Weste – dann wäre das alles also gar kein Problem. Oder sind Oberklasse-Citroens etwa von dieser Verordnung betroffen? Süsswoll – die Ingenieure dort sind einfach weiter fortgeschritten. Last not least wollen wir nicht vergessen, dass es diese Malus-Regelung für ‚Klimakiller im Straßenverkehr‘ schon seit Anno Toback gibt, nur die Grenzwerte sollen ein wenig verschärft werden. Deshalb heulen die deutschen Hersteller jetzt wie die Schlosshunde, weil sie nämlich die Entwicklung verpennt haben, sich lieber breit und bräsig gaben, und ihr Geld vermutlich lieber in klimaskeptische Postillen investierten statt in technische Vernunft …

Und wenn deutsche Hersteller noch nicht so avanciert sind, soll dann neuerdings der Kunde daran schuld sein, dass aus deutschen Werken noch immer die größten Kohlendioxidschleudern weit und breit kommen? Sehen Sie’s doch positiv – als Entwicklungsschritt innerhalb der wachsenden Abstinenzler-Bewegung ‚Weg-vom-SUV‘. Wenn irgendwann der urbane Frankfurter Großstadt-Landwirt mit seinem Stinke-Panzer nicht mehr zum Essen ins Elsass einreisen darf, dann wird’s auch ihm zu dumm …

7 Kommentare

  1. Kann ich so nicht ganz stehen lassen. Schaut man sich den Schadstoffausstoß ab der Mittelklasse an, ist dort kein Citroen mehr zu finden: http://www.auto-motor-und-sport.de/eco/co2-emission-nach-fahrzeugklassen-808911.html

  2. 2013 ist es soweit: „Chinesischer Nobel-Franzose mit 1,9 Liter Verbrauch.“ Auf die Headline „Brasilianische Mercedes S-Klasse mit 1,7 Liter Verbrauch“ können wir dagegen noch lange warten. Jedenfalls passt der DS 9 genau in jene Lücke, welche die Franzosen mit der neuen Schadstoffverordnung jetzt schaffen …

  3. „Jedenfalls passt der DS 9 genau in jene Lücke, welche die Franzosen mit der neuen Schadstoffverordnung jetzt schaffen …“ Nur, dass der Schadstoffausstoß nicht benannt wird. Zwischen Verbrauch und Schadstoffausstoß gibt es noch einen Unterschied. Zudem vermauschelt man Elektro- mit Benzinantrieb. In Frankreich wird – meines Wissens – immer noch hauptsächlich Strom mittels Atomkraft produziert. Was ist da nun umweltfreundlicher?
    Mein Dacia (Renault-Motor) benötigt für seine 75 PS ca acht Liter Super auf 100 km. Der 350 CLS mit 306 PS genau so viel. Bei fast gleichem CO2-Ausstoß. Wenn ich wirklich die Wahl hätte …

  4. Ich muss Mike wirklich beipflichten. Die Effizienz der großen und teuren Motoren ist oft deutlich besser als die bei Kleinwagen oft verbauten Aggregate zu stande bringen. Ganz davon abgesehen ist die Energiebilanz eines größeren Akkus im Auto unheimlich schlecht, da dessen Herstellung bereits sehr energieaufwendig ist. Ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug benötigt einen Akku dessen Herstellung nocheinmal fast genausoviel Energie benötigt, wie die Herstellung des restlichen Autos. Zudem ist die Ökobilanz eines Autos auch sehr stark von der Nutzungsgewohnheit des Besitzers abhängig. Meine Kiste beispielsweise hat etwas mehr Leistung, verbraucht auch nicht wenig, aber ist umweltfreundlicher als die meisten Kleinwagen da draussen. Wenn man die ganze Woche mit Bus und Fahrrad unterwegs ist und nur selten das Auto nimmt, ist das trotz des etwas höheren Verbrauch umweltfreundlicher als ein Kleinwagen, der jeden Morgen als teures Notstromaggregat für Radio und Sitzheizung dient. Allerdings muss ich der französischen Regierung auch zustimmen. Eine derartige Besteuerung ist eine Förderung der heimischen Autoindustrie, die ich gut nachvollziehen kann. Unsere Regierung macht das ja auch nicht anders. Zuden würde ein Abbau der Aussenhandelsungleichgewichte, auch über solche Wege, ganz Europa gut tun.

  5. Physikalische Chemie: Wenn ein Liter Benzin verbrennt, entstehen so und so viele Gramm Kohlendioxid (resultierendes Gewicht = Gewicht Carbon aus dem Benzin + Gewicht Sauerstoff aus der Luft). 1,9 Liter Benzin ergeben also eine ziemlich exakte Menge an Kohlendioxid, die in jedem Fall niedriger liegt als bei deinem Dacia mit seinen acht Litern …

  6. Die 1,9 Liter glaube ich, wenn es den ersten Test gegeben hat, der das bestätigt. Ein Benzinmotor mit 1,6 Litern Hubraum und 225 PS Leistung, der bei normaler Fahrweise im Mix zwischen Kurz- und Langstrecke, sowie im Stadtverkehr diesen Verbrauch erzielen soll?
    Der 70 PS-Elektromotor hilft bei dem Schiff nur im Stadtverkehr oder beim Spurt, und wie lange der Akku reicht, steht da leider nicht. Bei sportlicher Fahrweise wird der wohl nicht viel weniger brauchen als meiner.
    Der hier (http://www.teslamotors.com/de_DE/roadster) hat übrigens 0 g/km CO2-Ausstoß. Mit dem nötigen Kleingeld kann man also schon heute umweltbewusst und sportlich fahren.

  7. Naja – man kann heute auch mit einem beliebigen E-Motor schon umweltbewusst fahren, sofern man nur keinen Atomstrom oder Kohlestrom ‚tankt‘. Wer also ‚Naturstrom‘ im Haus hat, fährt mit einem E-Mobil völlig unbeschwert. Denn das Schöne an den alternativen Energien ist ja, dass man mit ihnen beliebig herumaasen kann, weil sie – wie Wind, Sonne, Wasser – in jedem Fall nachhaltig erzeugt worden sind, ohne endliche Ressourcen zu verbrauchen. Die verbrauchte Menge wäre dann nur noch eine Frage des Portemonnaies …

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