Stilstand

If your memory serves you well ...

Muhme Höhler

Motive altern nie. In jedem Action-Film finden wir bspw. das gute alte Siegfried-Motiv: Der Held erschlägt den Drachen (Schurken, Drogenboss) und steigt zur Belohnung mit einer sexy Prinzessin (Polizeipsychologin, Millionenerbin) ins Bett. Eine solche Märchenstunde gibt es jetzt auch bei der Frau, die uns kleinen Kinderlein schon die Sage von der bösen männermordenden Hexe Angela so kongenial erzählte. Jetzt ist Gertrud Höhler glücklich beim Märlein vom ‚Hemd des Glücklichen‘ angelangt, wobei Leo Tolstoi, der Erfinder des starken Stoffes, uns damals allerdings ganz zu erzählen vergaß, dass die Gesandten des Zaren dem Armen daraufhin die Haut abschälten:

„Arme sind häufig glücklicher als gierige Reiche“

Man beachte in dieser Conclusio übrigens das Adjektiv, welches diese steile These vor Angreifbarkeit zu schützen hat, deren Botschaft im Kern ja lautet: „Arme froh, Reiche traurig“, eine Variation der biblischen Weisheit vom Kamel und dem Nadelöhr. Anders ausgedrückt – welcher gut gepolsterte Reiche fühlt sich schon durch das Wort ‚gierig‘ porträtiert? Er heißt doch nicht Gecko …

1 Kommentar

  1. Es streiten die Gelehrten ja schon, wann jemand als arm oder reich gilt. Dabei lässt sich Geld immerhin zählen. Dass Glück kommensurabel wäre, habe ich allerdings noch nicht gehört.

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