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Mittelschicht?

Soeben hörte ich’s in den Nachrichten, in einem Beitrag der ARD über eine drohende Wirtschaftskrise in China: „Während eine kleine, reiche Mittelschicht sich immer mehr Luxus leisten kann, lebt der Großteil der Bevölkerung weiter in Armut.“ Hmmm … es müsste dort in China zugleich eine verdammt große Oberschicht geben, wenn eine derart mit besitzstolzen Adjektiven verzeichnete ‚Mittelschicht‘ statistisch halbwegs in der Mitte der Gesellschaft läge. So wie es der Wortsinn ja verlangt …

2 Kommentare

  1. „….‘Mittelschicht’ statistisch halbwegs in der Mitte der Gesellschaft läge. So wie es der Wortsinn ja verlangt …“
    Ich glaube, es ist viel komplizierter, siehe
    http://deutsche-sprak.blogspot.com/2011/02/umschichtungen_21.html

  2. Hihi, schöner Text! Man könnte auch so argumentieren: Am fortdauernden innerbürgerlichen Gebrauch von Anreden wie ‚Sir‘, ‚Herr‘, ‚Senor‘ oder ‚Monsieur‘, die einst nur dem Adel oder dem Patriziat vorbehalten waren, sieht man, dass vom Selbstbild her der Bürger sich an die Stelle des Adels gerückt sieht. Auch der kleinste Handwerker wird regelhaft heute mit ‚Herr Krawottke‘ angeredet, selbst das Dienstpersonal. So dass alle Mitglieder dieser Gesellschaft heute vom Selbstverständnis her zum ‚aufgestiegenen Mittelstand‘ zu zählen sind. Wir sind jetzt alle Strunz …

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