Man könnte jetzt meinen“, „Es scheint so“, „Das wirkt wie“, „Auf den ersten Blick“ … im journalistischen Sprachgebrauch gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, Sachverhalte, die einem nicht in den Kram passen, durch einen kleinen ‚Vorreiter‘ unterschwellig zu bestreiten, ohne sie ausdrücklich und argumentativ demontieren zu müssen. Der Schreiber stellt den Leser gleich anfangs in die erwünschte Positur zum Sachverhalt.

Dass bspw. die USA ein Gerechtigkeitsproblem haben, wäre faktisch kaum zu bestreiten, ziehen wir uns die harten volkswirtschaftlichen Daten über Einkommensentwicklung, Steuerlast etc. aus der Schublade. Allerdings passt solche Faktizität manchmal nicht zum politischen Programm, wie in diesem Fall beim ‚Cicero‘. „Was tun?“, sprach schon Lenin, ein Autor, der in diesem Fall Christoph von Marschall heißt. Unser Schreiber greift zum kurrenten Kleingeld jedes Stilisten, und zieht sich eine altbewährte Denunze aus der Tasche:

„Mitt Romneys Steuererklärung wirkt wie der Beweis, dass Amerika ein Gerechtigkeitsproblem hat.“

Was hat er gesagt? Es ‚wirke‘ nur so, hat er gesagt. In Wahrheit zwinkert er dem ideologisch gleich gepolten Leser aus besseren Kreisen Anderes, ja Gegenteiliges behauptend zu. Dabei lautet doch der Satz, formuliere ich ihn objektiv auch nur halbwegs tragfähig: „Mitt Romneys Steuererklärung liefert den Beweis, dass Amerika ein Gerechtigkeitsproblem hat.