Es gibt einen unglaublichen Berg von Interviews, Artikeln und Traktaten, in denen pseudo-mutige A-, B- und C-Promis in der Nachfolge Bertrand Russells und in Maximaldistanz zu jeder publizistischen Sensation bekennen, dass sie nicht mehr an Gott glauben würden oder aber aus der Kirche ausgetreten seien: „Zum Atheisten bin ich aber erst auf der Uni geworden. Jaja, diese Aufklärung, diese zersetzende akademische Kritik in Verbindung mit dem sexualisierten 68er-Zeitgeist, stöhnen da verzweifelt, weihrauchumdampft und weibisch gekleidet der Großphysiker Mixa und sein treuestes Schäfchen, die Meta, da könne man’s mal wieder sehen …

Müssten wir – angesichts der unentwegt fortlaufenden Ereignisse – nicht im Gegenteil all die Vernunftfaulen, Konsequenzarmen und Denkparalytiker in ihrem Käfig, einem vor den Augen der Öffentlichkeit dahinbröckelnden System unbewiesener metaphysischer Annahmen, endlich mal fragen, warum denn sie noch immer in einer offenbar höchst mittelalterlich-kränklich sexualisierten Kirche verblieben seien? Um dann ihren schicksalsträchtigen Wirrsalen und Auserwähltheits-Rodomontaden über imaginierte Gott-Erlebnisse und mögliche Reformen von innen anschließend sprachkritisch den Prozess und aus ihren Argumenten göttliches Konfetti zu machen? Ein buchhändlerischer Erfolg wäre ein solches Vorhaben überdies …