Es handelt sich hierbei um eine der leichtesten Übungen im Old-School-Journalismus, das quillt ihnen so mühelos aus der Tastatur wie eingeseifter Aal – nach dem Motto: Und fällt mir nicht die rechte ein, dann hau‘ ich eben alle rein (via Jakblog):

Seit Donnerstagabend gab es in ganz Niederbayern zum Teil heftige und ausdauernde Schneefälle, die zu Neuschneemengen bis zu über 30 Zentimeter führten. Für Niederbayern lag am Donnerstagabend, 9. Dezember, vom Deutschen Wetterdienst eine Unwetterwarnung über starkem Schneefall für Teile Niederbayerns vor.

Tscha – Präpositionen pflastern ihren Weg, und in all dem Hier- und Dann- und Dort-Gesumm steht das werte Publikum verwirrt und dumm im Text herum. In dieser kurzen Meldung ist übrigens nicht nur das sinnfreie Herumtapsen im Meer der Orts-, Zeit-, Richtungs- und Mengenbestimmungen zu bewundern, viele weitere Stilblüten verströmen dort ihren verlockenden Duft. In ‚Normalsprache‘ klänge es übrigens ungefähr so: „Seit dem Donnerstagabend schneit es ausdauernd und heftig in Teilen Niederbayerns. Ganz so, wie es die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes prophezeit hat. Stellenweise liegt der Neuschnee schon mehr als 30 Zentimeter hoch …“ usw. Aber einen echten Journalisten holt niemand vom Bürokratiehengst seiner Verlautbarungssprache, auch wenn der arme Zossen schon auf allen Beinen lahmt.