Nur damit sind schließlich die märchenhaften Honorare der PR-Profis zu rechtfertigen. Für mich wird aber auch der zunehmende Sagencharakter der Wulff’schen Aufklärung plausibel, wo jede Wahrscheinlichkeit mit der Länge der Geschichten immer mehr dahinzuschwinden droht:

„Wulffs Ehefrau Bettina habe die Kosten für die Urlaube 2007 und 2008 aus Geldgeschenken ihrer Mutter beglichen, nachdem Filmproduzent David Groenewold die Beträge zunächst ausgelegt haben soll. … Der Staatsanwaltschaft erscheine diese lange Aufbewahrung der Geldscheine „zumindest wirtschaftlich als unvernünftig“, da Wulffs Konten im Juli 2008 um mehr als 10 000 Euro überzogen gewesen seien.“

Tscha – das riecht nicht nur in den Nasen von Staatsanwälten komisch. Denn die Wahrheit ist immer einfach und schlicht, jeder Trottel kann sie aussprechen, alle Widersprüche lösen sich in Wohlgefallen auf. Die Lüge dagegen macht alles kompliziert – ihr Erfundenes wächst unter der formenden Hand wie ein Hefekuchen, und jeder Widerspruch klebt am Erzähler wie ein Fliegenfänger. Was wiederum den Ruhm der großen Schriftsteller begründet, die es immer mit bloßen Fiktionen statt mit Fakten zu tun haben. Wenn ihre Lüge gelingt, sprechen wir sogar von ‚höherer Wahrheit‘ …