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Leistungsschutzgesetz

Den besten Kommentar zum geplanten Leistungsschutzgesetz der Vereinigten Verlegerschaft gab gestern ein Freund am Telefon. Er sagte schlicht: „Scapa Flow“:

„Dort gab Konteradmiral Ludwig von Reuter am 21. Juni 1919 den Befehl zur Selbstversenkung der Flotte. … Die deutsche Flotte sollte den Briten nicht in die Hände fallen. Mit wenigen Ausnahmen versanken alle deutschen Schiffe.“

Was es sonst dazu noch zu sagen gibt? Hier der ‚Sinn vons Janze‘ – kurz zusammengefasst. Und die Lüge bestünde darin, dass ein Etwas etwas ’nicht sein soll‘, was aber genau dieses Etwas dann schließlich doch ist. Hier der dazugehörige Radebrech, formuliert in typischem FDP-Sprech:

Das Justizministerium stellte in seiner Begründung denn auch klar, dass das neue Gesetz „nicht als ein gesetzgeberischer Schutz von alten, überholten Geschäftsmodellen missverstanden“ werden soll. Das Gesetz „soll kein Korrektiv für Strukturveränderungen des Marktes sein, auf den die Presseverleger vor allem mit neuen Angeboten reagieren müssen“.

Anders ausgedrückt: Ich habe – justizministeriell bescheinigt – keinen Verstand, sondern nur einen Missverstand.

1 Kommentar

  1. Ein schöner Vergleich. Allerdings sangen und tanzten Konteradmiral Reuter und seine Mannschaften dabei nicht.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/leistungsschutzrecht-guter-tag-fuer-die-freiheit-11872495.html

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