Weil’s ja mein Geschreibsel ist, weil ich allen FDP-Hassern auch mal eine kleine Freude machen möchte, weil morgen Wahltag ist, deshalb habe ich diese Persiflage hier nochmals eingestellt, obwohl sie auch bei mir drüben in der Sargnagelschmiede zu finden ist:

Moritz von Schwind, wikimedia, gemeinfrei

Moritz von Schwind, wikimedia, gemeinfrei

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst, Vater, du den Guido nicht?
Den Guido dort mit Kron und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Schwarzgelbe Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Boni liegen am Strand,
Mein Programm birgt güldnen Tand.“

Mein Vater, mein Vater, hörest du nicht,
Was Guido mir dort an Rendite verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In Zeitungsblättern säuselt der Wind. –

Mein Vater, mein Vater, siehst du nicht dort
Guidos Spekulanten am düsteren Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Sie machen die grünen Weiden so grau. –

„Ich liebe dich, mich reizt dein kleines Gehalt;
Und willst du nicht zahlen, so brauch ich Gewalt.“
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Guido hat bei mir ein Investment getan! –

Dem Vater grausets, er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Aufschwung mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Land war tot.“

Bild: Moritz von Schwind, wikimedia, gemeinfrei