Dass der angebliche ‚Volksaufstand‘ in der Ostukraine – mangels Beteiligung – zu einem Söldnerkrieg mutiert ist, bestreiten noch nicht einmal die Söldner selbst:

“Our president [Ramzan Kadyrov] gave the order. They called us and we came,” one of the fighters, a 33-year-old named Zelimkhan, said. He added that the unit was called the “dikaya diviziya”, or savage division. The men said one of their group had been killed and four seriously injured in the Ukrainian military’s air strike on the Donetsk airport on Monday as government forces sought to recapture the facility from separatists “They’ve killed one of our guys and we will not forget this,” said Magomed, a 30 year-old Chechen fighter with a wolf tattooed across his chest. “We will take one hundred of their lives for the life of our brother.”

Tscha, Magomed, ein muslimischer Angeber mit orientalisch angehauchter Phantasie – und wer wären diese ‚they‘, von denen dieser ‚call‘ kam? Interessante Frage – was mich gleich auf eine zweite Frage bringt, weshalb es ausgerechnet Muslime aus dem schönen Tschetschenien sind, die hier diesen russisch-orthodoxen Christen zu Hilfe eilen? Die Antwort: Vermutlich Geld, Weiber und Beute …

Dazu muss man ein wenig weiter ausholen: Nachdem Russland unter Jelzin und Putin zwei Nahezu-Ausrottungskriege gegen Tschetschenien geführt hat, installierte es in Grosny einen gehorsamen Satrapen, den Ramsan Kadyrow, der – glaubt man amnesty international – dort auf russischem Boden eines der blutigsten und sadistischsten Regimes dieser Welt ungestört aufbauen konnte – in Erbpacht. Unter der Parole ‚Kampf dem Islamismus‘ hat er jetzt geostrategisch den ‚Bauch des russischen Bären‘ am Kaukasus vor den ‚Djihadisten‘ zu schützen. Dafür darf er ungestört und nach Gusto die Restbevölkerung kujonieren – unter einer Bedingung: dreimal in der Woche muss er der russischen Regierung die Kimme schlecken. So ungefähr jedenfalls … und täte Kadyrow das nicht, wäre er schneller weg vom Fenster, als er ‚Piep‘ sagen kann. Diplomatischer ausgedrückt: Russland sichert seine muslimische Südgrenze mit Hilfe eines Schreckensregimes.

Die Instrumente dieses Regimes sind – ähnlich den ‚Chaptern‘ einer Rockerbande – jene Milizen, von denen sich eine dort oben als ‚Savage Division‘ vorstellte. Es sind also keine russischen Truppen, sondern Kadyrows ‚Privatarmee‘. Bezahlt wird die Vostok-Truppe wohl entweder weiterhin von Kadyrow oder vielleicht auch von Viktor ‚Ohneland‘ Janukowitsch. Dass Russland die Knall-Chargen direkt bezahlt, kann ich mir hingegen kaum vorstellen, die sind derzeit doch eher auf Diskretion bedacht. Außerdem wären da ja noch Technik, Weiber und Wodka – wie es sich beim militärisch völlig sinnlosen Abfackeln des Eishockeystadions in Donezk zeigte. Erst wurden die Plasma-Bildschirme, die Computer und alles, was das kleine Söldnerherz begehrt, herausgetragen, dann erst brannte die Hütte …

Kurzum: Wir haben es wohl mit einem klassischen ‚Stellvertreterkrieg‘ zu tun. Weil Kräfte in Russland es nicht als opportun erachten, direkt militärisch einzugreifen, werden kaukasische Söldnertruppen vorgeschickt, deshalb, weil diese feigen ‚Ostukrainer‘ sich nicht für ein niegelnagelneues ‚Novorossija der alteingesessenen Mafia‘ schlagen mögen. Prompt geraten die Zugewanderten sich mit den örtlichen ‚Chaptern‘ in die Haare. Neue Sympathien in der Ostukraine wird den Veranstaltern dies sicherlich nicht eintragen, denn die ‚Schwarzen‘, also die Kaukasusbewohner, sind im slawischen Raum ähnlich beliebt wie bei uns Sinti und Roma. Immerhin haben sie Geschmack, sie residieren gern im besten Haus am Platz:

„A group of Chechen terrorists set their positions in “Ramada” hotel in Donetsk. Witnesses claim that there are lots of Chechen gunmen inside the hotel and a coupe of snipers on the roof of the building.“

Hier noch ein sehr abgeklärtes Interview mit einem ‚Eingeborenen‘:

„Ich bin sicher, dass mindestens die Hälfte von denen nach wie vor Unterstützung von Russland bekommt. Die anderen sind Kriminelle, die die Gelegenheit genutzt haben, um an Waffen ranzukommen. Jetzt plündern sie die Städte und setzen Gebäude unter Feuer wie den Sportpalast am Dienstag in Donezk. Aber natürlich behaupten sie immer noch, sie wären Separatisten, die edle Ziele haben, es gehe ihnen um Freiheit und so weiter.“

Ach so – wer sich jetzt fragt, wo die angedrohten weiteren Sanktionen bleiben, angesichts all der bezahlten Söldner, die ohne Kontrolle die russische Grenze überqueren, der frage getrost beim BDI nach. Ich habe gehört, dieses Instrument würde dort ‚gewartet‘ …

Nachtrag: Onkel Vladi ist übrigens gerade anderweitig beschäftigt: Er muss Abchasien heim ins Reich holen, wo’s mit dem Donbas schon nicht so recht klappt.