Stilstand

If your memory serves you well ...

Journalistisches Ansehen

All dies ha[t] dazu geführt, dass der Zeitungsreporter den undankbaren letzten Platz im Jobs Rated Report 2013 einnimmt – noch hinter Holzfäller (199), Soldaten ohne Offiziersrang (198), Schauspieler (197) und Bohrinselarbeiter (196).

12 Kommentare

  1. zweieindreiviertel OT:
    Danke noch mal für den Tip mit Constantin Seibt. Gerade wieder gelesen und es ist das erste Mal, daß ich das Gefühl habe, in einer Schreibschule (und zwar einer wirklich guten) gelandet zu sein.
    Um einen kleinen Bezug zu Deinem Statement herzustellen: Es gibt auch Gute.
    wie gesagt: Vielen Dank
    das Pantoufle

  2. es gibt _massenhaft_ gute:

    martin durm zb. seine berichte aus ägypten für den swr sind zum niederknieen. oder marc thörner: es gibt niemandem, dessen berichte über afghanistan ich auch nur ansatzweise so trauen würde, wie den seinen (kleines beispiel: das letzte ard radio feature). gaby weber, deren hartnäckiges nachbohren ins sachen eichmann entführung einen haufen lügen aufgedeckte …

    ich könnte diese liste endlos weiterführen … sie haben alle eines gemeinsam: diese leute arbeiten für das ÖR radio …

    hört also bitte einfach auf, die deutsche schrottpresse (ggg) zu lesen und hört lieber radio. ich habe zu werbezwecken noch mal meine „seriöse url“ hinter meinem namen verlinkt, da gibt es meine „tägliche dosis“ als playlist.

  3. verdammt, den mir gerade wichtigsten habe ich in der eile vergessen: Stefan Oszvath, dessen berichte aus ungarn ich für unsere zukunft für unverzichtbar halte.

    und, speziell für klaus weil ein „bruder im geiste“, peter zudeick, ohne dessen „wochenrückblick“ mir die portion humor fehlen würde, ohne die so eine woche einfach nicht zu ertragen wäre.

    http://www.wdr.de/radio/home/podcasts/channelausspielung.phtml?channel=wochenrueck

  4. @ hardy: Ich könnte dir einige weitere ‚journalistische Leuchttürme‘ (neben dem Constantin Seibt) nennen, die ich sprachlich und inhaltlich sehr schätze (was macht eigentlich der Oliver Gehrs?). Jüngst erst schrieb der Albert Schäffer in der FAZ eine sehr lange und drastische Glosse über das Lebensgefühl in der Bussi-Bussi-Stadt. Andere Gute, wie der Friedrich Küppersbusch, haben dagegen als Frontsau dem Medienzirkus schon halbwegs Valet gesagt.

    Selbst, wenn wir die alle hinzurechnen, wie viele von allen sind dies denn? Und welche Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung spielen sie? Das Bild im Publikum ist geprägt von der Masse jener Fliegenschwärme, die mit blöden Kommentaren und Dampf-Statements jedes Großereignis umschwärmen; ferner von den Köppels und den anderen Talkshow-Möbeln, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, uns zu erzählen, wie toll doch unsere ‚Eliten‘ seien, auch da, wo sie versagen. Neben zahllosen anderen, nach deren Lektüre man nicht weiß, war dieser Artikel eben PR, oder war diese PR doch eher ein Artikel?

    Und so landet das journalistische Ansehen dort, wo es heute steht. Dass Irrwitzige dabei ist, dass deren Selbstbild nahezu konträr zum Fremdbild steht. Ihren Selbstwert nämlich beziehen sie aus den Hochglanzbroschüren des DJV. Da denken sie alle, sie stünden in der Tucholsky-Nachfolge – mindestens …

    Apropos: Die Radio-Szene überblicke ich nicht. Ich lebe hier in der Tundra der Südheide, da gibt es im Autoradio nur diese pseudo-jugendlichen Plapperlapapp-Sender, also füttere ich lieber den CD-Wechsler. Im TV, wo die anderen Radiosender via Satellit zu empfangen wären, bleibe ich dann meist bei etwas ‚mit Bild‘ hängen.

  5. Gabriele Goettle !

  6. @Hardy
    Ich hab ja gesagt, daß es gute gibt – wenn ich das auch eher am geschriebenen Wort festmachen würde. Radio ist nicht meines. Aber deswegen gleich davon abzuraten, die Schrottpresse zu lesen – also sowas!

  7. klaus,

    deshalb habe ich ja mal kurz – was ich sonst seit 7 jahren nicht so tue – ein klitzekleines bißchen reklame für meinen blog/service gemacht.

    wenn deine internetverbindung halbwegs okay ist (ich fahre halbes dsl aus einem eifeldörfchen mit 5 häusern), dann hast du zugang zu dem im radio, was ich nach ca 25 jahren harter schulung als hörenswert erachte. einfach beim datum rechts oben auf die playlist klicken, der rest macht sich von alleine.

    ich versuche halbwegs fair zu sein und auch mal sachen in die liste aufzunehmen, die nicht meine meinung repräsentieren.

    zeitung lesen oder fernsehen gucken sind nicht mehr so mein ding, man hat die zeit ab einem bestimmtenzeitpunkt nur noch einmal. ein feature, ein hörspiel oder ein hörbuch (im moment „die wohlmeinenden“ von litell) hingegen – das ist meine welt.

    hören kann man ja auch beim kochen.

    küppersbuch ist seit seiner sex sendung auf pro 7 natürlich kult und wie peter zudeick mit seinem „wie geht es uns“ unverzichtbar.

  8. @pantouffle

    radio hören ist nichts, was man sofort kann, weil der eigene kopf immer arbeitet, eine eigene meinung dagegenstellt usw …

    man muss lernen, sich dem hinzugeben und das andere im anderen zuzulassen und es als solches überhaupt zu erkennen. wenn man das dann irgendwann kann, ist es eine unglaubliche bereicherung. ich lerne jedenfalls jeden tag etwas neues dazu, ein bißchen wie ein täglicher besuch in der uni. stimmen sind zudem „veräterischer“ als geschriebene worte. oder – schlimmer – das bild das gesagte überlagert.

    ich will gar nicht wissen, wie gaby weber oder bettina rühl (bitte nicht mit der terroristentocher, die heißt rÖhl, verwechseln) aussieht. wobei letztere letztens einen preis bekommen hat und ich es nach jahren endlich weiss.

    aber – es ist einfach eine andere sache, wenn meine helden sich über eine dreiviertelstunde ausbreiten, als einen artikel zu lesen und nach 5 minuten doch nicht schlauer zu sein. dann schon lieber ein feature.

    den unterschied bemerkst du, wenn du meinem tipp folgst und marc thörner’s panzer für das kalifat hörst – so hast du das nie gelesen oder gesehen.

    und … natürlich würde ich nie davon abraten, _dich_ zu lesen und hoffe du verzeihst meinen semiotischen scherz 😉

  9. Ich höre den ganzen Tag Radio (und meist nachts auch noch: Klassik), eigentlichj nur Deutschlandfunk, Deutschlandradio und „RadioKultur“ des RBB.
    Sicher ist da manch Gutes (sogar SEHR Gutes, wenn man’s mit dem Plapperlapapp anderer Sender vergleicht), aber auch bei diesen Qualitätssendern ärger‘ ich mich viuel zu oft über falsche Information, ahnungslose Sprecher (oder Manuskriptschreiber?), schlechtes Deutsch, Anglizismen, Binsen & Banalitäten (jeder Pups ist momentan immer und ausschließlich „spannend“)… Aber zumindest ist die Musik bei diesen Sendern besser.
    .
    Im Urlaub im Harz: man kann in keinem Restaurant essen, ohne von immer dem gleichen Dudelsender belästigt zu werden; irgendeiner dieser NDR-Sender für Debile: aufgeregt schreiende Ansager, reichlich Reklame, und deutsche Schlagermusik der siebziger bis neunziger Jahre. Es ist schrecklich. Offenbar kann man im Harz keinen anderen Sender empfangen? Oder sind die Leute dort derart – na sagen wir mal: – gepolt, dass sie das GUT finden?

  10. jeeves,

    musikradio geht ja schon mal gar nicht und nachdem der dlf gerade meine lieblingssendung, den soundcheck, den ich seit 20 jahren hörte, auf eine stunde herunterkastriert hat, bleibt nichts mehr übrig für mich.

    die art „los leute! toller tag! geht auf arbeit! kauft unsere produkte!“ kram kann ich mir unter gar keinen umständen geben.

    [..] aber auch bei diesen Qualitätssendern ärger’
    [..] ich mich viel zu oft über falsche Information

    schon okay, rolf clement und seine krieg-ist-doch-toll lyrik macht mich auch immer ganz kirre. aber wie gesagt, ich habe das lesen zugunsten des hören fast vollständig aufgegeben und lese eigentlich (fast) nur noch blogs, in den zeitungen steht eh nur der selbe verkürzte mist. dafür ist mir meine zeit zu schade und wie gesagt lebe ich gerade in dem gefühl, daß man die eh nur noch einmal hat, sie also richtig genutzt werden sollte.

    ausserdem ärgert man sich auch nicht so, wenn man ständig diesen selbstgefälligen kram vo die füsse gerollt bekommt, da hat klaus mit seinen bemerkungen da oben vollumfänglich recht.

    [..] schlager

    ich höre grateful dead konzerte …

  11. *hier folgt jetzt eine Gedenkminute für den großen Jerry Garcia*

  12. den großen – und vor allem unsterblichen! – jerry garcia: uns bleiben ja endlose aufnahmen und wir können ihm jeden tag zuhören 😉

    ich hoffe, du hast peter zudeick eine chance gegeben. auch so einer, dem kein wort entgeht.

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