Angesichts der Mordserie der rechtsextremen Zwickauer Zelle hat der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl (CSU) die Bedeutung der Ausländerpolitik betont. «Eine gute und vernünftige Einwanderungspolitik muss zum Ziel haben, dass keine Kampfgruppen am rechten Rand entstehen», sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion in der Münchner Jesuiten-Hochschule. Der soziale Frieden dürfe nicht gefährdet werden, warnte Uhl. Es nütze nichts, wenn man die ganze Welt umarme, dabei aber die eigenen Bürger aus den Augen verliere.

Jaja – die Jesuitenhochschule, da gehören solche Auslassungen natürlicherweise hin! Man muss die Logik dieses Uhl, aus dem sicherlich keine politische Nachtigall und kein Einstein mehr wird, nur mal anders wenden: Würden wir gar keine Ausländer und kein Asylantengesocks mehr in unsere schöne und saubere Republik hineinlassen, dann hätten wir auch kein Problem mit den metzelnden Neonazis, die bekanntlich als ‚überforderte Bürger‘ direktemang aus dieser Ausländerschwemme heraus ihre Schusswaffen zu erheben pflegen.

Wo die Frau Merkel immer wieder diese schlicht gestrickten Geistesriesen hernimmt, bleibt mir ein Rätsel … auch, wie es uns ein Uhl beispielsweise erklären wollte, dass es nachweislich immer dort die meisten Neonazis gibt, wo die Migranten am dünnsten gesät sind. Dass er also mit einer ‚Begrenzung der Ausländerzahlen‘ am effektivsten den ’sozialen Frieden‘ stört, um so besonders viele meuchelnde Neonazis zu zeugen. Was wiederum, das kann auch ein Jesuit nicht bestreiten, fundamental gegen das fünfte Gebot verstoßen würde … es sei denn, man wollte augenzwinkernd folgendermaßen argumentieren: „Wären die von den Neonazi-Terroristen ermordeten Opfer nicht nach Deutschland gekommen, wären sie heute am Leben.“ Dann wären sie nämlich selber schuld … das gliche einer erfolgreichen Schuldumkehr auf katholischem Terrain. Oder blankem Jesuitismus: „Uhl dreht die Kausalität herum und signalisiert so indirekt Verständnis für rechtsradikale Straftäter, die sich nicht anders zu helfen wissen, als Menschen, die nicht ihrem Bild vom guten Deutschen entsprechen, einfach totzuschlagen.

Anmerkung: Fefe äußert noch gewisse Zweifel an der Seriosität der Quelle, wobei mir nicht recht klar wird, ob er damit eines der genannten Blogs oder die Katholische Nachrichtenagentur meint. Bei dem Basso ostinato von Uhls kommunikativer Vorgeschichte – (u.a. „Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl hatte sich bis zuletzt gegen einen Bundestagsausschuss zur Aufklärung der Morde gestellt“) – bin ich jedoch geneigt, diese Zitate als ‚authentisch‘ einzuordnen, selbst dann, wenn sie natürlich ‚unmöglich‘ sind. Warten wir’s ab, der innenpolitische Sprecher einer Regierungsfraktion kommt mit so etwas nicht klammheimlich davon …

Nachtrag: Mit seinem Dementi bestätigt Dr. Uhl jetzt die gefallenen Äußerungen. Er bestreitet nur, dass man aus ihnen ein Schlimmdösbaddeltum herauslesen könne. Andererseits – das sei ihm gesagt – ist der Teufel nun mal ein Logiker, „mutwillige Fehlinterpretationen“ unterlaufen ihm nur selten. Auch das sollte er als Jesuit doch wissen …