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Indikatoren des Unwissens

Es gibt in Texten unauffällige ‚Indikatorwörtchen‘, die darauf hindeuten, dass hier auf dem kargen Boden dürftiger Fakten die üppigen Blüten des Qualitätsjournalismus aufblühen konnten. Ein schönes Beispiel findet sich derzeit bei Spiegel-Online, wo die Schreiberin wohl ein wenig zu oft Dr. House guckte, ihr dazu dann noch ein US-Artikel über eine amerikanische Umfrage in die Hände fiel, woraus sie uns dann prompt eine fünfteilige Klickstrecke zusammenstrickt. Hier ein Ausschnitt aus dem dazugehörigen Nix-Genaues-weiß-man-nicht-Text mit seiner typischen Kombination aus exakten Zahlen (‚110 US-Ärzte, 17 Prozent‘), verbal verpackt in dicke Lagen relativierender Vagheit:

„Eine Mini-Umfrage unter 110 US-Ärzten etwa hat ergeben, dass sich angeblich bereits 17 Prozent über ihre Patienten lustig gemacht haben – vornehmlich, wenn jene in Narkose ahnungslos dahindämmerten. Im Angesicht von Krankheit und Tod, nach 24-Stunden-Schichten und mit Bergen von Arbeit auf dem Schreibtisch neigen offenbar nicht wenige Ärzte dazu, ihren Frust mit Spott loszuwerden. Deutsche Chirurgen sind da vermutlich nicht unschuldiger, wie hoch die tatsächliche Lästerquote hierzulande allerdings liegt, weiß niemand genau.“

1 Kommentar

  1. I love Dr. House and i always watch this TV series after my day job..;.

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