Stilstand

If your memory serves you well ...

Geiler wirkt ein Gegenteiler

Schröders Buch ist mutig und revolutionär.“ – – – Wie bitte? – – – Bitte nochmal, sonst glaub‘ ich’s nicht: „Schröders Buch ist mutig und revolutionär.“

Jawollja – auf seiner derzeitigen Schwundstufe nennt der deutsche Qualitätsjournalismus aus provokativen Gründen jeden gedruckten Limburger Käse eine duftende Jasmin-Revolution – auch wenn weit und breit keine Argumente existieren und dem armen Leser am Ende nur abgestanden Reaktionäres quer vorm Riechkolben sitzt. Großes Motto: Hauptsache anders!

Sobald unsere Schreibkanone glücklich alle gegen sich hat, bölkt sie von einer mutigen Tat, fordert den Orden für Zivilcourage – und bezeichnet sich selbst als „modernen Mann„, deshalb, weil er den längst verblichenen „feministischen Zeitgeist“ aus der Krypta zerren und – Arm in Arm mit der schnuckeligen Ministerin – diese Chimäre dank eines steinzeitlichen Frauenbildes über geheiligtem Familienaltar sofort wieder zurück ins Grab jagen durfte. Störung der Totenruhe in Tateinheit mit Hexenglaube also – während der gleiche Mann privat wahrscheinlich über die Missionarsstellung als Beweis „moderner Liebe bloggt. Ich hab’s mir vorsichtshalber gar nicht erst durchgelesen, sonst artet das hier noch aus.

Auf solche Weise jedenfalls haben unsere journalistischen Aufklärwerke auch schon mal den Sarrazin ins Schwindelnde emporgehudelt …

7 Kommentare

  1. Tatsächlich, ich wollte es nicht glauben, da steht wirklich die ironiefreie Überschrift so bei Cicero: „Schröders Buch ist mutig und revolutionär“.
    .
    Sachen gibt’s… die glaubt man erst, wenn man’s vor Augen hat.

  2. „Ich bin nicht die Gouvernante der Nation“.
    1. Fortsetzunug: „Ich bin nicht die Omma von uns Deutschtum“.
    2. Fortsetzung: „Ich in nicht der Paselack vonne Oppas in Balin.“
    Letzter Hilferuf auf Facebook: „Wenne ma en Krösken hass, dann bring mich aber keine Paselacken inne Hucke.“

  3. Wenn der Gegenwind zu heftig wird, kommt er uns mit der guten alten Journalistenausrede, sein Text sei doch ironisch gemeint gewesen – und wir Trottel hätten das nur nicht verstanden. 😉

  4. Eso-Vergelter

    2. Mai 2012 at 0:05

    Die Frauen sollen ihre Weiblichkeit bewahren; und die Männer ihre Männlichkeit. Es ist in Ordnung, wenn eine Frau sich 20 Jahre lang hauptsächlich um ihre Kinder kümmert. Danach hat sie immer noch genug Zeit, um sich beruflich weiterzuentwickeln. Es ist besser, heterosexuell oder antisexuell zu sein, als homosexuell. Es darf keine Sonderrechte für Homosexuelle geben; z. B. kein Adoptionsrecht. U. a. aus dem Grund darf es kein Adoptionsrecht geben, weil ein Kind Vater UND Mutter braucht.

  5. Klaus Jarchow

    2. Mai 2012 at 10:56

    Definiere ‚Männlichkeit‘, definiere ‚Weiblichkeit‘, definiere ‚brauchen‘. Und warum wäre ein Adoptionsrecht für schwule Paare ein ‚Sonderrecht‘, wo es doch allen anderen Paaren auch zusteht? Oder war dein Beitrag nur ‚ironisch‘ gemeint?

  6. Eso-Vergelter

    2. Mai 2012 at 11:38

    Weiblich sein kann z. B. bedeuten, gelegentlich einen Rock zu tragen. Aber Alice Schwarzer sieht es wohl nicht gerne, wenn eine Frau einen Rock trägt.
    Homosexualität ist etwas Widernatürliches. Dies geht u. a. daraus hervor, dass die Aidskrankheit unter Homosexuellen besonders verbreitet ist. Homosexuelle, die Kinder adoptieren, erziehen die Kinder in ihrem (der Homosexuellen) Sinne. Dann werden die Kinder möglicherweise auch homosexuell. Dies führt u. a. zu einem Rückgang der Geburtenrate. Außerdem braucht ein Kind Vater UND Mutter.

  7. Klaus Jarchow

    2. Mai 2012 at 19:36

    Ich weiß ja nicht, ob du schon mal an einer Weide mit Jungbullen gestanden hast? Dann wärst du nicht so leicht der Ansicht, dass Homosexualität etwas Widernatürliches sei. Im Bremerhavener Zoo lebte ein höchst beliebtes schwules Pinguinpaar zum Gaudium der Besucher.

    Aids-Raten hängen übrigens schlicht mit der Zahl unterschiedlicher Geschlechtspartner zusammen – in Afrika, wo die ‚eheliche Treue‘ keinen solch hohen Rang hat, und betrogene Ehemänner nicht gleich zur Pumpgun greifen wie bei uns, ist die Krankheit deshalb ausgerechnet unter Heterosexuellen besonders verbreitet. In Russland wiederum unter Knastinsassen, aber nicht weil die nun schwul wären, sondern weil die Insassen temporär auf Homosexualität ‚ausweichen‘.

    Was heißt übrigens ‚erziehen die Kinder in ihrem Sinne‘? Suche dir am besten später den Sexualpartner, der dir gefällt? Was wäre denn daran so schlimm?

    Nach deiner Definition wären übrigens alle Schotten ‚weibisch‘. Während viele Schwule wiederum – zum Beispiel die sog. ‚Leder-Uschis‘ – sich betont ‚männlich‘ kleiden. Auch die SS mit dem bekannt überproportionalen Anteil von Homosexuellen in ihren Reihen trug ja nicht gerade klassische ‚Transvestiten-Fummel‘. Es ist alles eben nicht so einfach wie es in unseren Moralfibeln steht …

    😉

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