Stilstand

If your memory serves you well ...

Fällt ja gar nicht mehr auf …

Dabei fiel es zunächst weder der jungen Welt, noch dem VVN oder den Veranstaltern auf, dass es sich bei Byshok und Kochetkov um russische Neonazis und Rassisten “im Nadelstreifen” mit zahlreichen Verbindungen zur russischen rechtsextremen Szene handelt. Nachdem die Sache aufflog, distanzierte sich der VVN eilig, kurz darauf wurde die Veranstaltung von den Organisatoren abgesagt. Diese erklärten in einer Entschuldigung, dass der Kontakt zu den russischen Neonazis von Sergej Kiritschuk vermittelt wurde, dem im Berliner Exil lebenden Gründer der pro-russischen stalinistischen Organisation Borot’ba, die für DIE LINKE bei zahlreichen Veranstaltungen als Kronzeugin für eine pro-russische Auslegung des Ukrainekonflikts dient.

Ach ja, der Towaritsch Sergej! Wenn also ein stadtbekannter Stalinist die Veranstaltung vermittelt, dann wäre für die Linke alles in Ordnung? Diese ‚Querfront‘ macht unsere Hardcore-Sozialisten noch ganz wuschig. Vielleicht sollten sie sich mal an die Rosa-Luxemburg-Stiftung wenden:

„Borot’ba“ hat sich als eine Organisation mit undurchsichtiger Finanzierung und Prinzipienlosigkeit in der politischen Zusammenarbeit erwiesen. … Teile von Borot’ba haben an gemeinsamen Aktionen mit der PSPU (Progressiven Sozialistischen Partei der Ukraine– einer antisemitischen, rassistischen, klerikalen Partei, die in keinem Zusammenhang mit der sozialistischen Bewegung steht) teilgenommen sowie an Aktionen der Charkiver „Oplot“. … Daraus schließen wir, dass die Anführer von „Borot’ba“ nicht nur die autoritäre sowjetische Vergangenheit unterstützen sondern auch bewusst die öffentliche Meinung manipulieren und als „Taschenrevolutionäre“ für die herrschende Klasse fungieren. Ihr aktuelles Verhalten hat nichts gemein mit linker Politik und Klassenkampf und ist ausgerichtet auf die Unterstützung von Pro-Putin-Kräften unter dem Deckmantel von „Antifaschismus“ und „Kommunismus“.

3 Kommentare

  1. Nun, Braun ist das neue Rot … oder so … zumindest in Russland. Obwohl, hierzulande gibts ja auch sowas, nennt sich AfD.

  2. Tscha – auch auf den ‚Montagsdemos‘ läuft so einiges quer zu allen Fronten herum, wo ich nicht weiß: Soll ich die nun zu den Fliegen oder zum Fliegenpapier zählen?

    Die AfD hat in Sachsen übrigens gerade ihrer großen Vorsitzenden in die Bottnik geschickt. Der war mit einer Bemerkung über ‚Mongoloide‘ haarscharf am Euthanasiegedanken vorbeigeschrammt …

  3. Daß die Linkspartei in Osteuropa nicht so ganz im Bilde ist, hat wohl auch damit zu tun, daß die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Osteuropa gerade einmal drei Büros hat, wobei die Ukraine von Moskau abgedeckt wird.

    http://www.rosalux.de/weltweit/osteuropa/osteuropa.html

    Die Heinrich-Böll-Stiftung (bei gleicher finanzieller Ausstattung wie die Rosa-Luxemburg-Stiftung) leistet sich dagegen ein eigenes Büro in Kiew.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

© 2017 Stilstand

Theme von Anders NorénHoch ↑