Ich träumte letzte Nacht, dass plötzlich ausnahmslos alle Menschen etwas Nützliches tun wollten: Die Berater schlossen ihre Consulting-Unternehmen; Öchsperten hängten Jobs und Titel an den Nagel; die Banker wollten keine Junk-Bonds mehr entwickeln; die Physiker jagten nicht länger dem Urknall hinterher; in den Kirchen standen alle Kanzeln verwaist; Ökonomen sattelten auf Hufschmied um; die Talkshows fanden weder für Geld, noch für Ruhm, noch für gute Worte prominenzwillige Gäste; niemand suchte mehr den Superstar, niemand wollte einer werden; die Boulevard-Presse lutschte mangels Schreibern an den Tatzen; die Wellness-Studios staubten menschenleer vor sich hin – und selbst in den Parteien, diesen Talentschmieden der Nation, brach das virulente Nachwuchsproblem jetzt in nie gekannter Schärfe aus. Die ganze Welt war öde, unmenschlich und überaus erholsam geworden. Am unerträglichsten aber war die Ruhe. Angesichts dieses Fortschritts wachte ich schweißgebadet auf. Im Fernsehen lief irgendeine Late-Night-Show. Gott sei Dank!