Vor einigen Wochen noch höögten sich hierzulande alle Orakelmännchen des rechten Geistes, wie ‚die Linke‘ – whatever that is – sich wohl umgucken würde, wäre der Gauck erst vereidigt. Woraufhin diesem kernschwarzen Mann ja unweigerlich das Schafsfell von den Schultern gleiten würde, um einen konservativen Hardliner zu enthüllen, der für Recht, Disziplin und Portfolio stünde.

Heute aber stehen eher unsere Auguren neben sich, vor sich einen aufgenötigten Wunschpräsidenten, der selber seinen Kurs absteckt. Sie reiben sich verdutzt die Augen – und beginnen prompt zu mäkeln:

„Dem Pastor und Bürger Gauck, selbstbewusst beide, gehen zuweilen noch die alten Gäule durch. So …, als er den Eindruck nicht verhinderte, er sei in der Frage des Existenzrechts Israels und der deutschen Verantwortlichkeit uneins mit … der von der Bundeskanzlerin angeführten Bundesregierung. … Ein bisschen mehr Notar, bitte.“

Was wohl heißen soll, der Herr Gauck möge gefälligst jene Noten vom schwarzgelb umrandeten Blatt singen, die ihm die Frau Bundeskanzlerin aufgemalt hat. Das aber wird nicht klappen: Wer einen Koch wählt, darf nun mal keinen Kellner erwarten …