Stilstand

If your memory serves you well ...

Die Sprache wächst

In der englischen Sprache gibt es jetzt ein neues Wort deutschen Ursprungs:

„Nervous Europeans, especially Germany’s Putin Verstehers, grouse that their own economies will be harmed more than Russia’s.“

Tscha, Kindergarten, Blitzkrieg, Putin-Verstehers – passt doch. Weit haben sie’s gebracht …

Der Igor Popolochowitsch hat übrigens eine Rede Chamberlains neben eine Rede Steinmeiers gestellt. Ganz erhellend, wie ich finde …

Das wäre übrigens wirklich fies, wo doch die russischen Oligarchen so gern Geldgeschäfte machen:

„The U.K. will press European Union leaders to consider blocking Russian access to the SWIFT banking transaction system under an expansion of sanctions over the conflict in Ukraine, a British government official said.“

Was brüllt übrigens der wackere Alu-Hütler, wenn er erfährt, dass der Putin in die Ukraine eingefallen ist: „Marleeene – die Amis kommen!“ …

27 Kommentare

  1. Deutschland, das Land der Dichter und Denker…

    (Mir wird übrigens oft vorgeworfen, dass ich „antideutsch“ sei. Muss ich mir nun Sorgen machen?)

  2. Ach kommen Sie: Biwak, Abseiling, Rucksack, Biergar[td]en, Delicatessen, x-Fest (Sausage Fest = Männerparty), Zeitgeist … so schlimm sind wir garnicht. Mehr zum Thema: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_German_expressions_in_English#German_terms_commonly_used_in_English

  3. Tscha – ‚Novorossija‘ ist eine nationalistische‘ Wortschöpfung, wie bei uns die ‚verlorenen Ostgebiete‘.

  4. Neue Wortschöpfung: „Angriffsurlaub“…

  5. Und ich dachte immer an eine Persiflage auf Neu York oder Neu England.

    ‚Angriffsurlaub‘ heißt bei der FAZ ‚Urlaub unter Waffen‘, ein einfühlsamer Artikel von Ann-Dorit Boy über rechte Nationalgardisten beim KDF-Urlaub:

    http://www.faz.net/aktuell/konflikt-in-der-ostukraine-urlaub-unter-waffen-13087943.html

    Leider mußten die braven Jungs überstürzt abreisen.

  6. Sieht mir eher aus wie FDGB-Urlaub auf Usedom zu DDR-Zeiten. Fehlt bloß noch FKK …

  7. FKK ist eine feine Sache..wenn man’s denn tragen kann.

    Schöne Strände sind auf der Krim allerdings Mangelware, vielleicht bei Artek, Sotschi leider auch nicht viel besser.

  8. Putin, 17. April 2014, seine berühmte Call-In-Show, über Neurussland:
    Это всё происходило после соответствующих побед Потёмкина и Екатерины II в известных войнах с центром в Новороссийске. Отсюда и Новороссия.

    Dies alles geschah damals unter Potemkin und Katharina II. in der Mitte der berühmten Kriege in Noworossijsk. Daher ist es das Neue Russland.

    http://kremlin.ru/news/20796

  9. @ nobody: Oha, Potemkin! Und wer waren denn damals die ‚Indianer‘? Die Katharina war doch auch bloß so ’ne Zugezogene aus Anhalt-Zerbst, so russisch wie ein Harzer Roller … ihren Mann, den Peter III., letzter Russe in der Sippe, ließ sie auf fiese Art niedermachen. Und anschließend bumste sie sich durch halbe Zaren-Garde, vornehmlich Balten. Sie sei eben ‚lebensfroh‘ gewesen, schreiben dann die staatsfrommen Historiker …

  10. Ne, Fürst Potemkin war ihr Stecher, also ihr Lieblingsstecker, die Dame hatte ja bekanntlich auch eine große Libido 😛

  11. Dank an Mischa und Klaus:

    Ras Putin auf dem Vor-Marsch zum Putin Maximus:

    Im europäisch-eurorass-, pardon: -eurasischen Tank- und Stahl-Verkehr tun sich alte Gewohnheiten in der Neuabgründen auf: Sprache als Besatzer-, pardon: Kriegsdeutsch: “Angriffsurlaub”. Grenzwanderer: Russen-Verkehr, Denk- und Sprach-Verzehr. Ukrainische Äcker und Leiber udn Literatur im Widerruf.

  12. Das wird mit den Sanktionen nichts, Frankreich hat nein gesagt; die Ukrainer werden aus Mariupol ein Vukovar machen müssen.
    Angeblich ist der Strom auf der Krim abgestellt. Wenn das stimmt, müssen die Russkies kommen.

  13. klaus, ich hoffe du kennst das da

    die sprache müsste dir doch auf der zunge zergehen:

    „Allerdings geht man offensichtlich von Selbstmord aus, auch wenn Mord nicht ausgeschlossen wird. Sie sollte nach Fell auch den Konzern Pivdenmasch privatisieren, das lässt sich allerdings nicht wirklich bestätigen.“

    das nenne ich mal eine präzise info. hätte, könnte, wäre, angeblich … das ist die hohe kunst, das muss man erst mal können 😉

  14. @nobody

    selbst söder hat es gelernt, mit messer und gabel zu essen 😉

    wo lernt man solche sätze wie „Potemkin war ihr Stecher“ und vor allem, wo wird so gesprochen?

  15. @ hardy: ‚Raunen‘ ist der Fachausdruck dafür. Manche nennen es auch ‚Eingeweidebeschau‘, ‚Kassandrisch‘ oder ‚Ökonomensprech‘. Hauptsache, das Wörtchen ‚wirklich‘ kommt darin vor, schon wirkt es ‚glaubhaft‘ … aber wo hast du dich bloß wieder rumgetrieben? 😉

  16. @ hardy – zum zweiten: Der ’nobody‘ hat eine zeitweilig militärische Vergangenheit. Dort in den Kasinos spricht man so derb, das kann ich aus eigener Anschauung bestätigen …

  17. @klaus

    du hattest ja hier die tage den blick geschärft, seitdem lese ich die rötzer’schen produkte mit anderen augen. und nach einer langen hocherfreulichen sitzung hier in der neuen garage, als ich endlich dazu kam, die welt des internet zu checken, bin ich tatsächlich als erstes da gelandet, musste an deine post denkenund habe eine menge gekichert.

    zum zweiten: zivildienstleistenden und (i suppose) der dame im haus gruselt es ein bißchen vor kasernenhofton, der sprung von der „sitzung“ zum kommentar war dann doch a bißerl krass.

    gibt’s eigentlich in den kasinos nicht mittlerweile auch weibliche wesen, die das ein bißchen dämpfen?

  18. @hardy
    Ich bin da unempfindlich, vielleicht liegt’s ja daran, dass ich keinen Zivildienst geleistet habe 😉

    Unangenehm finde ich nur persönliche Beschimpfungen, da bin ich Weichei…

  19. @hardy

    Hamse schon mal Mäuschen gespielt wenn Frauen unter sich sind und sich ungezwungen unterhalten … rhetorische Frage … offensichtlich nicht :mrgreen:

  20. Korrektur: WeicheiIN.

    Bei Katarina würde ich allerdings auch eher von „lebensfroh“ sprechen. Weiß hier doch eh jeder, was gemeint ist, und regt die Phantasie an… „Stecher“ klingt irgendwie banal in dem Zusammenhang.

  21. @nobody

    aber ja doch, in meinem alter weiss man, was für ein undisziplinierter sauhaufen frauen unter sich sein können.

    ich unterscheide bei männern halt zwischen „mein rudel“ und die anderen und, räusper, in meinem rudel würde keiner „stecher“ sagen.

    wahrscheinlich alles heimliche zivis 😉

    @saiz

    es ist halt ein ziemlicher sprung von leise und sanft geführten interkulturellen zweiergesprächen über liebe & beziehungen (ich habe die letzten 6 nächte auschließlich mit so was verbracht) zu einer unvermuteten grobheit in meinem lieblings-englischen-club.

    daß du eher ein wildes anarchistenherz hast, weiss ich doch, und wollte dir bloß mit dem „die dame im haus“ ein klitzekleines bißchen „um den bart gehen“ 😉

    ich hoffe, du bist trotz allem in deinem persönlichen umfeld gerade so frohgemut wie ich. diesen zustand sollten wir keinem putin der welt opfern, weil dieses opfer ja doch zu nichts gut ist.

  22. @ hardy: Weil’s kulturhistorisch ja doch interessant ist: In unserer sexuell gefrusteten Jugendzeit (also bevor wir ein Auto hatten, was uns dann für die disco-begierige Damenwelt erst ‚mannbar‘ machte), da haben wir, wenn eine Deern bereits vergeben war, auf das jeweilige maskuline Anhängsel hingedeutet, oft mit dem blöden Spruch, dass das da ihr „Beschäler“ sei. Meistens folgte bei den anderen aus unserer konspirativen Abiturientenclique dann ein müdes ‚Pffft!‘. Denn eine solche Frau, die in uns nicht die künftigen Einsteins erkannte und einem solchen Vorstadt-Gigolo den Vorzug gab, die hatte eben keinen Stil. Da verlöteten wir doch lieber noch ein Tütchen …

  23. Denn eine solche Frau, die in uns nicht die künftigen Einsteins erkannte und einem solchen Vorstadt-Gigolo den Vorzug gab, die hatte eben keinen Stil.

    Vermutlich sind so auch die meisten Gerüchte über Katharinas Liebensleben entstanden:

    http://www.zdf.de/frauen-die-geschichte-machten/sind-21-liebhaber-genug-30720462.html

    Ob ein Proll wie Putin bei ihr hätte landen können, ist zu bezweifeln.

  24. @ Sol1: Der wäre vermutlich schon beim Test durch die ‚Probiererin‘ gescheitert … außerdem liebte die Kaiserin großgewachsene Männer, und der Putin muss ja bekanntlich hochhackige Schuhe zu tragen, um überhaupt was herzumachen.

    (Die saftigsten Sittenschilderungen historischer Persönlichkeiten finden sich übrigens immer noch bei ‚Johannes Scherr: Menschliche Tragikomödie‘, die zwölf Bändchen reichen leider nur bis zum Ende des 19. Jahrhunderts)

  25. @klaus

    ich ahne ja, wie andere ihre jugend verbracht haben … meine fand in klostermauern statt, mädchen waren wesen vom anderen stern, die man gerade mal auf klassenparties oder im tanzkurs kennen lernte. mir ist ja sozusagen die phase, in der jungs mädchen angesichts deren offnsichtlichen pubertät als kichernde gören erfuhren, komplett abgegangen. später bin ich dann in die disco, habe mir ein mädel abgekrallt und war für jahre gebunden.

    meine „erkenntnisse“ in sachen frauen rühren also eher aus meinen midfourties als ergebnis von 10 bzw. 16 jahren ehe. mein grundsätzliches verhältnis dazu, wie männer so reden, rührt dann auch eher daher, daß ich mit 70 jungs in einer gruppe in einem großen schlafsaal nächtigte und … naja, unter gar keinen umständen so reden wollte wie die anderen.

    ich sage ja nicht umsonst, daß ich „die frau im hause“ bin/war 😉

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