Stilstand

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Die Nuland-Sch…ße

Manchen Blödsinn mag man einfach nicht mehr hören: Unsere Alu-Hüte, aus Mangel an sonstigen Argumenten, holen immer wieder die Frau Victoria Nuland aus der Rappelkiste, ihres Zeichens stellvertretende Staatssekretärin im US-Außenministerium. Um damit dann zu belegen, dass in der Ukraine mit amerikanischem Geld ein CIA-Putsch stattgefunden habe. Fünf Milliarden Dollar hätten die USA innerhalb von zwanzig Jahren in die Ukraine fließen lassen, und zwar an Timochenko wie auch an Janukowitsch – das sei doch unerhört, und Frau Nuland hätte das sogar zugegeben:

„Die 5 Mrd. US-Dollar, die durch unterschiedliche Organisationen für die „Demokratisierung“ von den USA in die Ukraine geflossen sind, sind Tatsache.“

Tatsache, beste Monosynapse, ist es aber auch, dass dies nur ein Bruchteil dessen ist, was die USA als größter Zahler von Entwicklungshilfe weltweit in jedem Jahr leisten:

„Auffallend ist der relativ große Anteil der USA in Höhe von fast einem Viertel der weltweiten Entwicklungshilfe, die sich im Jahr 2013 insgesamt auf etwa 135 Milliarden US-Dollar summierte.“

135 Mrd. mal 20 Jahre gleich 2,7 Billionen an US-Zahlungen an andere Länder. Und davon hätte die Ukraine doch tatsächlich ein Fünfhundertsiebzigstel bekommen. Dolle Wurst! Wenn die fünf Milliarden irgendetwas belegen, dann die Tatsache, dass die Ukraine in den USA immer unter ‚ferner liefen‘ rangierte …

9 Kommentare

  1. Immerhin scheinen die Verdenkseiten ihren Helden innerlich schon aufgegeben zu haben …

  2. Oh ja, Nulands 5 Milliarden, eines meiner Lieblingsargumente… Klingt natürlich viel, aber man sollte den Betrag schon in Relation setzen. So wie du getan hast, im Vergleich zu den gesamten Zahlungen der USA, und, wie @Norbert1980, der beim SF die Frage stellt:
    „Preisfrage: Hat Russland die Ukraine nach der Unabhängigkeit mit mehr oder weniger als 5 Mrd. unterstützt?“
    Die Antwort des ironieresistenten Oberputinisten folgt sofort:

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/129848/ukraine-merkel-rudert-zurueck-und-die-medien-schweigen#comment-302753

    Zusammengefasst von mir dort weiter unten, die USA finanzieren mit 5 Mrd. einen Coup, während Russland im gleichen Zeitraum 230 Mrd. an Wirtschaftshilfe geleistet hat. Großzügige Russen und undankbare Ukrainer…

    Das zweite Nuland-Argument möchte ich auch noch gleich entkräften: den Vorschlag, Jazenjuk als Regierungschef einzusetzen und nicht etwa Klitschko, hatte ich schon einige Tage vor ihr geäußert; hatte allerdings nicht erwartet, dass sie meiner Empfehlung folgen würde 😉

  3. Fundstück – es geht um Putin:

    „Volksverhetzung im Öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“ (Albrecht Müller)
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=24135#h17

    Ich wusste gar nicht, dass Albrecht Müller auch Strafrechtler ist…

  4. @ Saiz : ist in 230 Mrd. russischer Wirtschaftshilfe schon der Gasrabatt eingerechnet? Ich denke nöö 😆 Wer hat hier wen gekauft?

  5. Yes, the U.S. State Department spent about $5 billion in Ukraine, but this money — which was spread out over 20 years, long before Maidan — was spent on programs promoting civil society and on charitable programs. U.S. law prohibits the funding of opposition leaders and movements, and there have been no violations of this law in Ukraine.

    The objective of these U.S. government programs is as simple as it is self-serving: to spread U.S. “soft power” to other countries so that millions of grant recipients will think positively about the U.S.

    The reason for the civil society development programs is also simple: The more democracies there are in the world with strong civil societies and institutional checks and balances, the more stable the world becomes. After all, as the old argument goes, democracies rarely fight each other.

    The only problem with these State Department programs is that they are rarely successful in autocracies, where civil society, by definition, poses an existential threat to their “vertical power structures.” Notably, in the 1990s, when the Kremlin was committed to building a civil society, the government welcomed these State Department programs with open arms. Yet under Putin, in 2012, USAID was expelled from the country.

    http://www.themoscowtimes.com/opinion/article/top-5-myths-about-u-s-meddling-in-ukraine/500208.html

  6. Hier der Beitrag, den Albrecht Müller für „Volksverhetzung“ hält:

    http://www.swr.de/report/lisas-welt-der-putin-erklaerer/-/id=233454/nid=233454/did=14366710/10xd54p/index.html

    Da kann man nur hoffen, daß er ebenso wie die Veralberung von RT Deutsch durch die heute show mit russischen Untertiteln in YouTube eingestellt wird.

  7. @nobody
    Ich denke, wir alle haben inzwischen so etwas wie unsere Lieblingsputinisten. Mein Favorit ist der von mir verlinkte. Der ist so dumm, dass er noch nicht einmal merkt, wie lächerlich er sich mit seinen 230 Mrd. russischer „Wirtschaftshilfe“ macht. (Dass seine ultranationalistische Putin-Verehrung, sein Antisemitismus und seine Homophobie vom dortigen Kommentariat fast widerspruchslos hingenommen wird, finde ich aber überhaupt nicht mehr lustig…)

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