Stilstand

If your memory serves you well ...

Die große Gehirnwäsche

Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden. Dann wird sie geglaubt“, soll schon Joseph Goebbels gesagt haben. Auf diesen Mechanismus scheinen derzeit auch russische Medien blindlings zu vertrauen. Mit altbekannten Auswirkungen:

„In Kiew regieren“, so gibt der kommandierende Offizier in Konstantinowka die Kremlpropaganda wieder, „Faschisten, die Menschen lebendig verbrannt oder enthauptet haben“.

Wo bleiben die Säurebäder und die Giftcocktails? Müssen wir im Westen blöd sein, dass wir von solchen Ereignissen so rein gar nichts mitgekriegt haben sollen. Aber keine Angst, diese Behauptung wird uns schon bald, verkleidet als unwiderlegbares Faktum, in den Foren deutscher Presseerzeugnisse wieder vor die Füße laufen … und das hier ist für mich der Desinformations-Witz des Tages:

„Zugleich habe der [russische] Minister eine „anti-russische Hysterie“ in westlichen Medien beklagt.“

12 Kommentare

  1. Heute vergleicht Ken Jebsen seine Gegenspielerin Jutta Ditfurth mit Goebbels:
    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/kenfm-eine-klarstellung

  2. Holzschnittlinge wie Jutta Dittfurth gehören zwar nicht zu meinen Lieblingen – aber wo sie die Richtigen trifft, steigt auch die Jutta wieder in meiner Achtung. Und zum ‚Gegenspieler‘ fehlt dem guten ‚Ken‘ – wieso muss ich gerade an Barbie denken? – doch noch einiges.

    Dieser Jebsen wäre so gern ein Mann ohne Vergangenheit – klappt bloß nicht, seine Biographie ist ’sticky‘.

  3. Hier regt sich jemand mächtig auf über Putin, Elsässer und Dugin:
    https://criticusnixalsverdruss.wordpress.com/

  4. Dafür wird Jebsen im russischen Staatsfernsehen hoch gelobt (mit dt. UT):
    http://www.youtube.com/watch?v=QyjspILNMQ0

  5. Schon recht – aber woher nimmt der Criticus nun wieder seine Tartarenmeldungen? Von dem Abschuss eines zweiten Hubschraubers und dem Kappen der Telefonverbindung des Kremls nach Washington ist noch nicht einmal in der Kyiv Post etwas zu finden, obwohl die stets ziemlich auf dem Quivive sind. Das Einzige, was amtlich ist, ist der bisherige Nichtrückzug russischer Truppen trotz hochheiliger Ankündigung. Nett ist aber dieser aufgeflogene Stunt hier: „Eines der Fahrzeuge der angeblichen Mitglieder des Rechten Sektors stammt von einem Gebrauchtwageninserat aus der Ostukraine.“

    Den Jebsen tue ich mir nicht an. Eher gucke ich die Teletubbies …

  6. Ich meinte nicht so sehr den aktuellen Artikel auf dem Blog, sondern frühere, z.B. über den „neuen Menschen“ oder die nicht mehr linke Linke. Da geht es um die Querfront.

  7. Yep, blendend informiert über diesen Club – scheint’s – in Rubel bezahlter Desinformatoren ist er ja. Wie ich generell glaube, dass all diese vernunftbeleidigenden Figuren ihren Krakeel nicht aus felsenfester Überzeugung betreiben, sondern als lukratives ‚Bizziniss‘. Wie man charakterlich dazu veranlagt sein muss, will ich gar nicht genauer wissen …

    Ich lese übrigens zur Zeit Autoren der älteren ‚Querfront‘: Bodo Uhse, Ernst Niekisch, Ernst von Salomon, Ludwig Renn usw. Die Übergänge von Rechtsnationalismus zu Linksradikalismus sind dort auch überaus fließend, geradezu nur ‚eine Tür weiter‘, und rechtsnationale Kapitän-Ehrhard- und Strasser-Männer verbrachten ihren Lebenabend mehr oder minder hochgelobt und -dekoriert im sicheren Schoß der DDR.

    Der Ludwig Renn z.B. unternahm auf den Spuren Seumes auch mal einen ‚Spaziergang nach Syrakus‘, und wie dort dieser KPD-Autor und der Jung-Nazi im Buch ihre Gemeinsamkeiten entdecken und sich am am Ende Schmolles trinkend in den Armen liegen, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. In die gleiche Reihe gehören sicherlich auch all die üblen Spanienkampf-Memoiren-Schreiber, die Stalins Verrat an der Republik als hochweise Tat eines großen Führers beschreiben (Regler, Orwell, Hemingway und Kantorowicz gehören allerdings nicht in diese Reihe von dienstfertigen Lakaien).

    Vielleicht schreibe ich noch mal was dazu …

  8. @herr karl

    goebbels vergleiche waren schon immer en vogue, hinterher heisst es dann „das habe ich nie gesagt“.

    hat er doch!

    @klaus

    [..] Wie ich generell glaube, dass all diese
    [..] vernunftbeleidigenden Figuren ihren Krakeel
    [..] nicht aus felsenfester Überzeugung betreiben,
    [..] sondern als lukratives ‘Bizziniss’.

    ich gehe noch einen schritt weiter und denke, daß das schon seit jahren gezielt gemacht wird und vieles von dem, was wir heute als astroturfing erleben, wohlüberlegt ist.

    [..] Vielleicht schreibe ich noch mal was dazu

    bitte, bitte, bitte 😉

  9. apropos „gehirnwäsche“

    „eppler rechtfertigt die putinversteher“ titelt der spiegel einen artikel.

    davon fühle ich mich ja kein bißchen gehirngewaschen …

  10. Ach ja, der Herr Eppler, wenn der vom IM Dieter Dehm dies ‚Das weiche Wasser bricht den Stein‘ mitsang … nee, nee, nee, Kinners, wat woar dat scheun! Worüber wundert sich der ‚Spiegel‘ eigentlich, und wo ist am Knochen des Erwartungsgemäßen die News zu finden? Ich fühle mich durch solche Headlines, wie auch durch Epplers, gelinde gesagt, blauäugige Positionen eher ‚bekindergärtnert‘ …

    Wichtiger ist das: Erst sagt Putin, dass Russland ja gar keinen Einfluss auf die Bandidos habe. Dann sagt dieser ungewählte ‚Bürgermeister‘ von Slowjansk, dass die OSZE-Geiseln nur gegen die Rücknahme der Sanktionen freikämen. Plötzlich aber sagt Putin gestern abend, dass die Geiseln vielleicht doch bedingungslos frei kämen. Heute morgen sagt prompt der großmächtige Popoblablanow, dass seine Geiseln jetzt doch ohne Bedingungen freikämen. Und morgen verkündet Russland wieder, dass sie gar keinen Einfluss auf ihre Speznas-Truppen hätten … ich glaube, ich mach mir da mal ’ne ‚Schleife‘ drum.

    Oder dieses Bubenstückchen hier, das diese Flugblatt-Aufforderung an die Juden der Ostukraine betrifft, sich registrieren zu lassen: „So, I send my representative to that room, and he goes in and says, “Hello, I’m a Jew, I want to register” [laughter] and the people there say, “We don’t know anything about this; we didn’t do it.” They wrote an official denial—not by computer, with a pen, and they used an official stamp—saying, “We had nothing to do with this.” And I handed all of this over to the Ukrainian security service, because the flyers had a stamp on them, and the official denial had a stamp on it, and experts can compare them and see if one is fake. And there’s a signature by the People’s Republic governor, on both the flyers and the denial. They look very similar, the stamps, the signature, but only an expert can tell.“ Interessant auch der Aspekt des Mannes, dass Sanktionen, die nur Putin und seinen Führungszirkel betreffen, wohl wirkungslos wären, weil längst 80 Prozent der gehirngewaschenen russischen Bevölkerung hinter der Sabotagepolitik stünden, so dass die Sanktionen sehr viel breiter angelegt sein müssten.

  11. guck, klaus, du musst mich ja nicht gegen putin „anspitzen“, mein vertrauen in den basiert auf der vorstellung, daß er „ruhe an der ostfront“ gewährleistet und da er den job gerade ziemlich schlecht macht und eher für unruhe sorgt, werde ich den teufel tun und das, was er macht, rechtfertigt oder dir – ausser im ausmaß deiner attacken – groß widersprechen.

    ich muss nicht bekehrt werden, ich habe ja selbst augen und ohren – ich tue mir halt bloß ein bißchen schwer mit der verve, mit der putin dämonisiert und der kontakt zu ihm (schröder) jetzt auf so eine kindische art zum skandal hochgeschrieben werden muss.

    eppler fand ich früher (70er) schon cool und ich sehe nicht, warum ich meine meinung über ihn ändern sollte. der hatte – wie ich, vielleicht habe ich ja von ihm gelernt – einen eigenen kopf 😉

  12. Klaus Jarchow

    1. Mai 2014 at 10:23

    Vom Eppler mochte ich nur sein Buch über den politischen Sprachgebrauch: ‚Wie Kavalleriepferde beim Hornsignal‘ … schöner Text.

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