Der Niedergang der Presse entspricht dem Aufstieg des Neoliberalismus, den wiederum die Presse nach Kräften unterstützt hat. Meinungen waren zwar immer schon käuflich, doch noch nie so billig zu haben wie in den vergangenen zwei Jahrzehnten, als die bürgerlichen Medien im Chor das Evangelium des Marktes verkündeten und jeden verspotteten, der dem menschlichen Leben mehr Wert beimißt, als die blanke Verwertung es vermöchte. Nun walzt die Marktmaschine auch über die Presse hinweg und produziert Opfer, die bisher bloß leere Worte oder ein Achselzucken übrig hatten für jeden, der beim Rattenrennen auf der Strecke bleibt.“

Tscha – Schluss mit Weihnachten und Gefühlseseleien! Der Finanzkapitalismus benötigt für seinen Siegeszug schlicht keine Presse mehr und gibt seinem treuen Hasso einen Tritt in den Mors – that’s all! Die publizistische Gegenstrategie bestünde folgerichtig darin, sich gegen Herrchen zu stellen. Aber das erkläre denen mal … promptes Gejanker ‚wegen letztverbliebener Anzeigenkunden‘. Zwar zähle ich mich nicht zu den großen Konkret-Lesern, hier aber guckt endlich mal jemand über den innermedialen Toilettenrand auf das gesellschaftliche Geschehen drumrum.