Stilstand

If your memory serves you well ...

Die dreifache Negation

Keine Keule ohne Antisemit“, möhrt es uns aus einem Artikel der Jennifer Pyka entgegen, die sich hier schon mal vorhalten lassen musste, dass die eiernde ‚Achse des Guten‘ auch von ihr nur selten mit Intelligenz oder Sprachwitz geschmiert wird – und daher stets gar lästerlich daherquietscht. Für die Langsammerker unter uns habe ich den rhetorischen Sündenfall mal explizit aufgedröselt: Keine(1) Keule ohne(2) Anti(3)semit„.

Satzlogisch bietet das Konstrukt jetzt folgende Möglichkeiten der Sinnbewahrung, lösen wir von den drei Negationen jeweils zwei auf – frei nach der alten Prämisse ‚Zweimal Minus ergibt Plus‘:

Jede Keule mit Antisemit – das aber ist höherer Blödsinn, weil auch schon ganz harmlose Menschen ohne rassistische Hirndefizite Keulen geschwungen haben sollen. Zum Beispiel bei der rhythmischen Sportgymnastik …

Jede Keule ohne Semit – auch das verletzt die Intelligenz, weil Semiten – so es sie tatsächlich geben sollte – wohl schon mal eine Keule in die Hand genommen haben. Last not least:

Keine Keule mit Semit
– auch nicht besser, siehe Absatz zuvor.

Nicht nur in der Headline hat Frau Jennifer Pyka uns mal wieder einen Text zusammengehäkelt, der absolut keinen Sinn ergibt, wie auch immer man ihn liest …

2 Kommentare

  1. Das ist fein bemerkt (cit. Loriot).
    Danke.

  2. Christiane Schuricht

    23. Juni 2012 at 13:25

    Herzlichen Dank für diesen Angriff auf meine Lachmuskeln! Eine hervorragende Analyse! Weiter so, denn die „Nachwuchsjournalistin“ mit bayerischem Bachelor in „Politikwissenschaften“ bietet da – um mit Fontane zu sprechen – ein weites, wenn nicht sogar schier endloses Feld!

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