Stilstand

If your memory serves you well ...

Der Wolf jagt die Meute

Da kam unserem Wolfgang Bok ganz unversehens die FDP abhanden – und was schreibt er in den ‚Cicero‘? Die Versager – tätä! – seien doch ganz andere gewesen:

„Die grüne Journaille hat versagt.“

Man fragt sich ja, wer das bitteschön sein soll? Eine ‚grüne Journaille‘ mitten im schwarzen Deutschland, vermutlich ja aus dieser Bok-Marguier-Poschardt-Seibel-Siems-Steingart-Dönch-Fleischhauer-und-so-weiter-Medien-Mafia, die diesmal bis zur Schließung der Wahllokale faktisch die Grünen jagte. Die Wacheren unter uns erinnern sich noch … wenn das Wort ‚Niederschreiben‘ je einen Sinn machte, dann im Vorfeld der Bundestagswahl. Und das – soso! – wäre also die ‚grüne Journaille‘ gewesen, die sich dort selbst versenkte?

Dass der Wolf dann noch die FDP und die AfD, die bekanntlich beide nicht im Bundestag vertreten sind, zu einer ebenso virtuellen wie ideellen Mehrheit auf seinem Taschenrechner zusammendaddelt, was vermutlich dann irgendein Gebilde ‚rechts vom Konservatismus‘ und von Merkel wäre, wenn’s so etwas Krankes denn gäbe, das verwundert in seiner zuordnungstüddeligen Wirrsal mich doch bis zum Hirnschmerz. Vor allem, weil die untergegangene FDP selbst als ‚Partei der Mitte‘ keinesfalls mit den Giddels von der AfD in einen Topf geworfen werden möchte. Aber das macht ja nichts, beim Wolf, unserer meinungsfrohen Laokoonfigur im Kuddelmuddel neuerer Wahlergebnisse, bei dem kommt heuer alles in die Wurst …

Was faktisch hingegen feststeht, ist folgendes: Im Bundestag gibt es nach der Wahl eine ‚linke Mehrheit‘ von vier Stimmen, der es aber so ergeht, wie den zwei Königskindern – aus nicht vom Wähler zu vertretenden Gründen. Wer das bestreitet, kann nicht zählen und leidet unter Hirnflöten – um mich mal höflich auszudrücken.

5 Kommentare

  1. 86 % der AfD-Wähler sind für einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn (bei der Union sind es 74 %, bei der FDP 61 %):

    http://wahl.tagesschau.de/wahlen/2013-09-22-BT-DE/umfrage-wahlentscheidend.shtml

    Sollte die AFD jenen Marktradikalismus, dem Bok, Puster & Co. frönen, ins Programm schreiben, wäre sie ihre Wähler im Osten schnell wieder los.

  2. Jaja, unsere wackeren Marktradikalen – die kommen mit ihren exotischen Ansichten noch nicht einmal mehr auf fünf Prozent an gesellschaftlichem Rückhalt. Slimm is dat, danz slimm …

  3. also, die größte unverschämtheit in dem artikel war, daß er es wagte, dieses gesocks „konservativ“ – ich glaube zu erinnern, daß er sich sogar am wort „wertkonservativ“ vergriff – zu nennen.

    tumb reaktionär mit einer überdosis nationalem minderwertigkeitsgefühl ist definitiv _nicht_ konservativ und schon gar nicht „wertekonservativ“.

    was mich am meisten verwirrte: ich dachte immer, deutschland sei in den händen einer rot/grünen gesinnungsmedienmafia …

    wenn es die denn gäbe, hätten die doch die wahl gewinnen müssen, oder?

  4. Nun ja, es gibt noch eine andere Möglichkeit: Vielleicht glaubt er ja, dass Medien gar keinen gesellschaftlichen Einfluss mehr haben. Dann könnte seine grünrote Medienmafia sich nämlich auf den Kopf stellen, der aufrechte Deutsche schert sich trotzdem nicht die Bohne um das Gequake dieser Drecksblätter und wählt brav weiterhin die Mutti …

    Aber ob er das so gemeint hat?

  5. klaus,

    dann wäre der eigentliche witz, daß er selbst sich diesen artikel hätte sparen können 😉

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