Stilstand

If your memory serves you well ...

Der Herr gibt’s uns im Überfluss

Matthias Horx wollte auch mal wieder in die Zeitung … mit Angstkreisläufen, Elektroautos und diversen anderen alten Hüten.

4 Kommentare

  1. Es ist nicht alles falsch, was der Gute da sagt – „apokalyptisches Spießertum“ beschreibt z. B. das nicht nur von Boulevardmedien wie der „Bild“, sondern auch in der „Welt“ vermittelte Weltbild recht gut. Auch wenn Horx das vermutlich nicht meint

  2. Jemand muss derzeit schon recht schlicht in der Birne veranlagt sein, um keine apokalyptische Perspektive zumindest hintergründig zu entwickeln. Insofern sind natürlich auch die Spießer davon nicht frei … das ist also ebenfalls eine schiere Selbstverständlichkeit, die der Herr da in die Welt hinausposaunt.

  3. Ich fürchte, da reden wir aneinander vorbei. Dass wir in einer Situation leben, in der Optimismus eine ziemlich sicheres Zeichen für Naivität oder Dummheit ist, bestreite ich nicht. (Wie denn auch?)
    Mit „apokalyptischen Denken“ meine ich den Millenianismus in all seinen religiösen und quasi-religiösen Formen. Egal, ob jemand sein Denken am Jüngsten Gericht, dem Ende der Welt oder auch nur den Untergang des Abendlandes ausrichtet.
    Zum apokalyptisches Denken schrieb ich mal das: „Optimisten erwarten das Beste und freuen sich darauf.
    Pessimisten erwarten das Schlimmste und fürchten es.
    Apokalyptiker rechnen mit dem Schlimmsten – und sie freuen sich darauf.“
    Ich halte apokalyptisches Denken für falsch – im dem Sinne, dass es die gefährliche Situation noch gefährlicher Macht und den Blick für pragmatische Problemlösungen verstellt. Wenn Horx apokalyptisches Denken in diesem Sinne bei der Mehrheit der deutschen Bevölkerung diagnostiziert, läge er meiner Ansicht nach falsch. Ich vermute, dass Horx mal wieder auf jene verbal einprügelt, die seinen verkrampften Optimismus des Machbaren nicht teilen mögen.

    „Apokalyptisches Spießertum“ kennzeichnet meiner Ansicht nach eher ein Welt-Bild, das unter anderem den Journalismus in „Welt“ und „Bild“ kennzeichnet. Ein bizarre Mischung aus Angstmache und Angstlust, verbunden mit einer irrationalen Hoffnung auf „die Mitte der Gesellschaft“, die „deutschen Tugenden“, die „überkommenen Werte“, die „Selbstheilungskräfte des Marktes“, die „Reife unserer Demokratie“ usw. usw..

  4. Schon recht. Bei den Gestalten vermute ich oft, sie möchten eine Apokalypse (möglichst der anderen) erleben, um endlich mal recht gehabt zu haben. Diejenigen Perspektiven dagegen, mit denen ein gewisser Optimismus rational zu rechtfertigen wäre, werden von diesen Bild- und Welt-Alarmtrötern gehasst bis hinten gegen. Ich nenne mal: Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Regionalisierung, Gerechtigkeit, Vernetzung usw. Und das gilt eben auch für den knalllibertären Matthias Horx, weshalb er anstatt der Vernunft und anstelle ihrer Prinzipien lieber etwas Ingenieurtechnisches – also Elektroautos usw. – aus der Klamottenkiste holen muss …

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